Tipps für den Einkauf von Lachs Wildlachs oder Aquakultur - was ist besser?

Zunächst einmal klingt es verlockend, frischen Fisch aus freier Natur zu verzehren - unter Umweltgesichtspunkten sollten Verbraucher sich das jedoch gut überlegen. "Wildlachs ist vom Aussterben bedroht, den sollte man besser nicht kaufen", rät Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern. Der WWF empfiehlt, Wildlachs nur dann zu kaufen, wenn er das Siegel des Marine Stewardship Councils (MSC) trägt, das für nachhaltige Fischerei aus Wildbeständen bürgt oder das EU-Biosiegel.

In einer Bewertung weist die Stiftung Warentest jedoch daraufhin, dass selbst das MSC-Siegel nicht immer verlässlich auf gute Fangbedingungen hinweist. So ist es MSC-zertifizierten Betrieben erlaubt, unter bestimmten Auflagen auch mit den umstrittenen Grundschleppnetzen zu fischen.

Was den Geschmack angeht, schneiden einem Testbericht der Stiftung Warentest zufolge inzwischen Lachsfilets aus Aquakultur besser ab als der als Delikatesse geltende Wildlachs (hier finden Sie eine Zusammenfassung und den kostenpflichtigen Link zum Test). Aber auch dieser Fisch lässt sich nicht bedenkenlos kaufen. "Die Fische wachsen zwar in fließendem Wasser heran. Oft ist aber wegen der Massenproduktion der Einsatz von Antibiotika hoch, um die Lachse vor Krankheiten zu schützen. Diese Antibiotika werden durch das fließende Wasser in die freie Wildbahn übertragen und belasten dort das Ökosystem", erklärt Verbraucherschützerin Krehl. Rückstände von Futtermitteln und Kot verschlechtern die Wasserqualität zusätzlich. Greenpeace bemängelt vor allem den beengten Raum, in dem die Fische gehalten werden.

  • Woran erkenne ich, woher ein Lachs kommt?

Bei Frischfisch gibt es eine Pflicht zur Kennzeichnung der Herkunft, es muss also dabei stehen, aus welchem Fanggebiet der Lachs stammt - außerdem muss für den Verbraucher ersichtlich sein, ob der Fisch aus Aquakultur oder Wildfang im Meer oder aus Binnenfischerei stammt. Gerade auf diese Angaben verzichten viele Händler jedoch, wie Marktchecks des Bundesverbands der Verbraucherzentralen im Frühjahr 2010 offenlegten. Außer der Fischart erfährt der Kunde oftmals nichts über den Fisch, den er gerade kauft.

Verwirrt sind viele Kunden auch von den Bezeichnungen Wildlachs und Wildwasserlachs. "Wildlachs wurde in freier Natur gefischt, Wildwasserlachs stammt aus großen Fischfarmen, wo die Fische aber in fließendem Wasser aufwachsen", erläutert Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern. Allein die Kennzeichnung "Echt irischer Lachs" gibt also keinen Aufschluss darüber, ob der Lachs wild gefangen wurde oder aus Aquakultur stammt.

Was die Herkunftsländer angeht, empfiehlt der WWF in seinem Fischführer den Kauf von Lachs aus Alaska oder aus europäischer Zucht. Von Zuchtlachs aus Chile dagegen sollten Verbraucher die Finger lassen: Intensive Massenproduktion und daraus resultierende Seuchen hätten zum Kollaps der Bestände geführt. Laut Stiftung Warentest haben sich die Zuchtbedingungen in Chile inzwischen aber gebessert (hier finden Sie eine Zusammenfassung und den kostenpflichtigen Link zum Test). Positiv bewertet werden außerdem die Produktionsstätten in Norwegen und Schottland, insbesondere hinsichtlich des Umweltmanagements.

Was die Haltungsbedingungen der Lachse angeht, vergab die Stiftung Warentest im selben Test lediglich an die Bremerhavener Firma "Deutsche See" die Note "gut". Ihr Lachs komme aus "einer modernen Farm in Norwegen mit einem weitentwickelten Tierschutz. Die Lachse würden schonend geschlachtet und Arbeiter nach Tarif bezahlt.