Sheik Umar Khan Ebola-Bekämpfer stirbt selbst an Virus

Sierra Leones wichtigster Kämmpfer gegen Ebola, Sheik Umar Khan, ist tot.

(Foto: REUTERS)

Sheik Umar Khan engagierte sich stark im Kampf gegen Ebola in Sierra Leone: Nun ist der Arzt tot - er wurde selbst Opfer der tödlichen Krankheit. In seiner Heimat breitet sich die Epidemie weiter aus.

  • Sheik Umar Khan, ein anerkannter Experte im Kampf gegen Ebola, ist selbst an der Krankheit gestorben.
  • Unbestätigten Berichten zufolge ist er für eine Behandlung in Hamburg in Frage gekommen.

"Ärzte ohne Grenzen" erklären via Twitter den Tod von Sheik Umar Khan

Ein an Ebola erkrankter Arzt aus Westafrika, der möglicherweise in Hamburg behandelt werden sollte, ist tot. Das teilten seine Ärzte am Dienstagabend auf Twitter mit. Sie seien traurig über den Verlust von Sheik Umar Khan, ihren Patienten und Kollegen, erklärten die Mediziner der Organisation "Ärzte ohne Grenzen".

Er sei in einer Klinik im Norden von Sierra Leone gestorben. Umar hatte sich demnach im Kampf gegen Ebola selbst infiziert. Unbestätigten Berichten zufolge hätte es sich bei einem der beiden Patienten, für die eine Behandlung in Hamburg beantragt worden war, um Umar handeln können.

Khan galt als anerkannter Experte im Kampf gegen Ebola

Der 39-jährige Arzt galt als anerkannter Experte im Kampf gegen Krankheiten wie Ebola oder das Lassa-Fieber und arbeitete seit fast zehn Jahren in diesem Gebiet. Gerade in den vergangenen Tagen und Wochen wurde er gebraucht, da sich seit dem Ausbruch im Februar das Ebola-Virus in Westafrika ausbreitet.

Sierra Leone gilt inzwischen als Epizentrum der Epidemie, die im benachbarten Guinea ihren Ausgangspunkt hatte. Betroffen ist zudem Liberia. In Nigeria gab es einen ersten Todesfall. Insgesamt sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO 672 Menschen an der Krankheit gestorben.

Als Reaktion auf die Epidemie hat die in Togo ansässige panafrikanische Fluggesellschaft ASKY sämtliche Verbindungen mit den Hauptstädten von Liberia und Sierra Leone ausgesetzt. Monrovia und Freetown würden "als Vorsichtsmaßnahme" vorerst nicht mehr angeflogen, teilte die Gesellschaft mit. Zu Wochenbeginn hatte Liberia seine Grenzen geschlossen.