Krankenkassen-Studie über Ernährungssünden So essen die Deutschen

"Hauptsache lecker" ist laut Studie der Techniker Krankenkasse das Hauptmotiv der Deutschen, wenn es ums Essen geht. Als Gourmets kann man die meisten dennoch nicht bezeichnen.

(Foto: Techniker Krankenkasse)

Willkommen im Land der Genussmuffel: Bedenkliche Essgewohnheiten haben sich hierzulande durchgesetzt. Nur in jedem zweiten Haushalt kommt täglich Selbstgekochtes auf den Tisch. Keine Zeit, lautet die häufigste Begründung. Doch das ist nicht das einzige Problem. Eine Typologie deutscher Esser.

Von Berit Uhlmann

Nur in jedem zweiten deutschen Haushalt kommt täglich ein selbstgekochtes Mahl auf den Tisch. Bloß die Hälfte aller Deutschen widmet dem Essen größere Aufmerksamkeit, wie eine Umfrage der Techniker-Krankenkasse unter 1000 Bundesbürgern ergab. Wie gesund das Essen ist, spielt nur für ein Drittel der Befragten eine Rolle. Allerdings zeigen sich in den Ergebnissen große Unterschiede zwischen Männern und Frauen, Alten und Jungen, Familien und Singles. Hier eine Typologie der deutschen Esser - und ihrer häufigsten Ernährungsfehler.

Junge Menschen - Schlingen, Surfen, Schönheitsideale

Für viele Menschen unter 25 Jahren ist Essen offenbar so etwas wie Zeitvergeudung. Möglicherweise hatten sie auch wenig Zeit und Konzentration für die Telefonumfrage über die Ernährung übrig, denn was sie den Interviewern antworteten, wirkt in Teilen irrational.

Zwei Drittel der Jüngeren erklären, partout nicht genug Zeit fürs Essen zu haben. Wozu sie ihre Zeit brauchen, kann nur erahnt werden: 40 Prozent der jungen Menschen sehen fern, surfen im Internet oder blättern in Zeitschriften, während sie sich nebenbei irgendwas Essbares in den Mund schieben. Seltsam mutet an, dass knapp 60 Prozent der Jüngeren verkünden, guter Geschmack sei ihnen das wichtigste Kriterium beim Essen. Denn was sie verschlingen, sind überwiegend: Fertiggerichte (60 Prozent verzehren sie mindestens einmal die Woche), Fastfood (33 Prozent essen mindestens dreimal die Woche im Schnellimbiss) sowie Chips und Süßkram (33 Prozent naschen regelmäßig, während sie fernsehen oder im Netz surfen).

80 Prozent der jungen Menschen bezeichnen sich selbst als schlank. Gleichzeitig fühlt sich aber nur jeder Zweite wohl mit seinem Gewicht und ein Drittel möchte abspecken. Immerhin ist den jungen Leuten klar, dass mit ihren Ernährungsgewohnheiten etwas nicht stimmt: 90 Prozent räumen ein, sich nicht konsequent gesund zu ernähren.

Es dauert offenbar sehr lange, bis sich die ungesunde Ernährungsweise auswächst. Denn erst unter Senioren kehrt sich das Bild um. Nach der Krankenkassenstudie sind sie die Altersgruppe, die am stärksten auf die gesundheitlichen Aspekte der Ernährung fokussiert ist. 40 Prozent von ihnen achten auf Kalorien, Vitamine und Nährstoffgehalt. Der Geschmack ist den Rentnern dagegen weniger wichtig.

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