Insektengiftallergie Wie sich Bienen und Wespen fernhalten lassen

Marmelade zieht Wespen an. Wer kein Risiko eingehen will, sollte sehr süße Speisen nicht im Freien essen.

(Foto: dpa)

Lebensgefahr Bienenstich: Vor einer Insektengiftallergie ist niemand gefeit. Wie Sie die Gefahr erkennen und was gegen die Stiche hilft.

Von Andrea Bannert

Wenn sich Bienen, Wespen und Hummeln bedroht fühlen, stechen sie zu und spritzen einen Giftcocktail unter die Haut. Das ist zwar unangenehm, aber normalerweise harmlos. Das Jucken, Brennen und die Rötung um die Einstichstelle klingen bei den meisten Gestochenen nach einem Tag wieder ab.

Bei ihnen reicht es, nach dem Stich so schnell wie möglich den Stachel zu entfernen. Denn je länger er in der Haut verbleibt, desto mehr Gift wird aus der anhängenden Giftblase in den Körper gepumpt. Achtung: Den Stachel nicht mit zwei Fingern packen, denn sonst pressen Sie das restliche Gift heraus. Besser wegkratzen oder mit einer Pinzette entfernen. Die Schwellung lässt sich mit Coolpacks, kalten Umschlägen oder Eiswürfeln lindern.

Bei Allergikern dagegen schießt das Immunsystem über das Ziel hinaus: Bis zu ein Viertel der Bevölkerung reagiert mit besonders schweren Schwellungen, bei 3,5 Prozent kommt es zu einem allergischen Schock - und der kann sogar lebensbedrohlich werden. "Eine Insektengiftallergie kann in jedem Alter entstehen", sagt Allergologe Bernhard Przybilla vom Klinikum der LMU München. Kinder werden häufiger gestochen und sind daher auch öfter betroffen, genauso wie Imker und Landwirte. Eine Insektengiftallergie ist im Gegensatz zu vielen anderen Allergieformen nicht vererbbar. Sie entwickelt sich nur dann, wenn ein Insekt sein Gift unter die Haut spritzt. "Da reicht ein einziger Stich", so Przybilla. Schon der zweite kann dann eine schwere Reaktion hervorrufen.

Symptome des allergischen Schocks

Wer mit einem allergischen Schock reagiert, spürt kurz nach dem Stich häufig ein Kribbeln auf Handflächen, Kopfhaut oder Zunge. Nach diesen Vorboten kommen Atemnot, Übelkeit, Kopfschmerzen, starker Schwindel, Herz-Kreislaufbeschwerden oder allergische Entzündungen der Nasenschleimhaut und der Augenbindehaut hinzu. Es drohen Herz-Kreislaufversagen und Atemstillstand. In diesen Fällen sollte der Notarzt gerufen werden.

"Bei Kreislaufproblemen sollte sich der Patient flach auf den Boden legen und die Beine hochlagern", rät Przybilla. Wird der Betroffene bewusstlos, sollte er in die stabile Seitenlage gebracht werden. Bei Atemstillstand müssen Herzdruck-Massage und Beatmung durchgeführt werden.

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