Elektronische Gesundheitskarte Spukgestalt des Gesundheitssystems

In Zukunft könnte die neue elektronische Gesundheitskarte auch Angaben über Krankheiten enthalten. Kann man in Zeiten von NSA, gehackter Handys und IT-Angriffen auf Großkonzerne vollkommene Sicherheit dieser Daten garantieren?

Von Guido Bohsem

Sie ist eine der Spukgestalten des Gesundheitssystems. Die elektronische Gesundheitskarte beunruhigt viele Menschen, doch bei Licht betrachtet scheinen die meisten Ängste übertrieben, wenn nicht gar unnötig zu sein. Derzeit jedenfalls. Seit Jahresbeginn gilt die Karte verpflichtend. Das heißt, will ein Kassenpatient im Zweifel nicht selbst für seine Behandlung zahlen, muss er den Plastikausweis beim Arzt vorlegen.

Wirklich neu ist nur das Foto. An die persönlichen Daten des Versicherten kann über die neue Karte weiterhin niemand ran. Sorgen rufen also vor allem die Möglichkeiten hervor, die in der Karte schlummern. Kann man in Zeiten von NSA, gehackter Handys und IT-Angriffen auf Großkonzerne wirklich vollkommene Sicherheit der Gesundheitsdaten garantieren, wenn diese erst einmal über die Karte ausgelesen werden können?

Nein, das kann man nicht. Hundertprozentige Sicherheit von Daten gibt es nirgendwo. Sollte man deshalb die Chancen ungenutzt lassen, die in der Gesundheitskarte stecken? Nein, auch das nicht. Dazu ist der mögliche Nutzen der Karte zu groß. Die Gesellschaft lernt gerade erst, mit einem neuen Daten-Sicherheitsbegriff umzugehen. Da fällt ein nüchternes Abwägen zwischen Gefahren und Möglichkeiten noch schwer. Richtig und so sicher wie möglich gemacht, könnte die elektronische Gesundheitskarte helfen, einiges von den Ängsten zu nehmen.