Im Dezember 2011 hat der Bund so viele Steuern wie noch nie in einem Monat eingenommen: Finanzminister Schäuble darf sich einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge über mehr als 70 Milliarden Euro freuen. Das bedeutet für den Bund: Die Neuverschuldung 2012 könnte niedriger ausfallen als geplant.
Die Steuereinnahmen sprudeln: Im Dezember 2011 flossen mehr als 70 Milliarden Euro in den Haushalt - so viel wie noch nie in einem einzelnen Monat. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium.
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble darf sich freuen: Im Dezember 2011 erzielte der Bund Rekord-Steuereinnahmen von fast 71 Milliarden Euro. (© dapd)
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Im Vergleich zum Vorjahresmonat seien die Steuereinnahmen damit um 4,1 Prozent gestiegen. Erstmals hätten die Steuereinnahmen - ohne die gesondert erfassten Gemeindesteuern - die Marke von 70 Milliarden Euro durchbrochen.
Das wirkt sich auch auf die Prognosen für die Neuverschuldung in diesem Jahr aus: Angesichts der sich wieder etwas aufhellenden Konjunkturaussichten benötige Bundesfinanzminister Schäuble 2012 wohl deutlich weniger neue Kredite, als von seinen Beamten geschätzt, hieß es in dem Bericht weiter.
Nach Berechungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) würde der Bund 2012 mit etwa 17 Milliarden Euro neuen Schulden auskommen. Das wären neun Milliarden Euro weniger, als von der Regierung im Bundeshaushalt 2012 eingeplant. "Die Konjunktur scheint sich zu erholen und die Steuereinnahmen laufen weiter gut", sagte IfW-Finanzexperte Alfred Boss.
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(Reuters/bero/hai)
Das Erbe der "Böhsen Onkelz"
Die Erfolgsmeldungen bei steigenden Steuereinnahmen kommen einer Rosstäuscherei gleich. Sie sind im Wesentlichen auf Preiserhöhungen zurückzuführen. Jeder Cent Preiserhöhungen belastet zwar den Bürger, aber er bringt der Regierung zusätzliche Mehrwertsteuereinnahmen um 19 oder 7 %.
Selbst Bürger, die der Aufschwung noch gar nicht erreicht hat, geben ihr Erspartes aus. Sie befürchten Inflation oder Währungscrash, weil ihr Geld jeden Tag weniger wert ist. Entgegen der Werbung, die uns suggeriert, man könne im Schlaf Geld verdienen.
Bei einer Inflationsrate von ca. 3 % zahlen die Banken zahlen ihren Kunden aufs Sparbuch nur noch 0,25 bis 0,5 % Zinsen. Die Lebensversicherungen zahlen jedes Jahr weniger, die Überschussbeteiligung liegt schon unter 4 %.
An den Börsen blüht der Aufschwung. Spekulanten, die sich Geld fast zum Nulltarif aus heiß laufenden Druckmaschinen beschaffen können, jubeln. Sie „müssen“ ihr Geld (wo sonst?) an der Börse investieren. Die die Nachfrage treibt die Kurse nach oben.
Gewinner der derzeitigen Lage sind auch von Sparpaketen noch verschonte Reiche, Sport- und TV-Stars sowie Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften und Boni- empfangende Investmentbanker. Doch auch Schulden machende Bürger profitieren von niedrigen Zinsen. Was sie für Zinsen und Tilgung aufwenden, ist täglich weniger wert. Das lohnt sich beim Kauf von langfristigen Investitionsgütern oder gar beim Hausbau oder Wohnunskauf.
Die Kosten des Lebensbedarfs steigen jährlich kräftig über der Inflationsrate – oft um 10 bis 15 % (Nahrungsmittel, Strom, Gas, Benzin). Doch schon die uns verkündete Inflationsrate um 3 % macht Bürger bei darunter liegender Nettoerhöhung oder gar bei Nullrunden und Lohnkürzungen ärmer. Der Jubel über Steuermehreinnahmen wird schnell verebben, vor allem wenn die dem Steuerzahler aufgebürdeten Kosten für Bürgschaften und Pakete für eine (nur) versuchte Eurorettung fällig werden.
die Kohle verprassen wir Europa- und Weltweit......
Wir wollen keine Reduzierung der Neuverschuldung.
Wir wollen eine Reduzierung der VERSCHULDUNG oder...
Wir werden alle "Schönredner", "Dampfplauderer" und "Verdummer"
abwählen!
Wenn wir nur so klug würden...
Hahaha - darf man auch erfahren, wer diese Mär verbreitet?
Mario Monti, Lucas Papademos und Christine Lagarde dürften diese Meldung mit großem Interesse zur Kenntnis genommen haben, hat sich doch damit der Verfügungsrahmen für den Club Med wieder um ein paar Milliarden erhöht.
Wer allen Ernstes eine Verringerung der Neuverschuldung erwartet, oder daß die Mehreinnahmen über dringend benötigte Investitionen in Bildung und Infrastruktur auch wieder dem deutschen Steuerzahler zugute kommen, ist wohl über alle Maßen naiv. Jeder einzelne Cent dieser Mehreinnahmen wird in den x-ten Rettungsschirm für verkrachte Südstaaten (bzw. deren Gläubiger) gesteckt oder anderweitig in den Finanzsektor gepumpt werden. Alternativlos, versteht sich...
Paging