Tipps zum Klamottenkauf Öko-Siegel führen in die Irre

Auch Öko-Siegel können in die Irre führen: Logos wie "Öko-Tex-Standard 100" verleiten zu der Denkweise, ökologische Produktion sei auch faire Produktion. Doch weit gefehlt. Das Label Öko-Tex der Internationalen Gemeinschaft für Forschung und Prüfung kennzeichnet zwar zum Beispiel schadstofffreie Kleidung, aber soziale Standards werden lediglich gefordert und nicht überprüft.

Weit verbreitet ist das GOTS-Siegel, das für Global Organic Textile Standard steht. Selbst beim Discounter Aldi ziert das Logo manchmal die Billig-Kleidung. Doch auch hier hinken die sozialen den ökologischen Standards weit hinterher. Zertifizierte Produkte müssen zu 90 Prozent aus Naturfasern bestehen, aber eine klare Verpflichtung zu existenzsichernden Löhnen fehlt. Am bekanntesten ist wohl das schwarz-grün-blaue Fairtrade-Zeichen, das man auch von Lebensmittelverpackungen kennt. Die Fairtrade Organisation überprüft mit ihrem Certified-Cotton-Siegel zwar die Arbeitsbedingungen in der Baumwollindustrie. Alle weiteren Produktionsschritte bleiben auch hier im Dunkeln.

Eine Messe nur für grüne Mode

Da Logos und Siegel oft nur Anhaltspunkte, aber keine Sicherheit bieten können, veröffentlichen Organisationen wie die Christliche Initiative Romero oder das Freiburger Öko-Institut immer wieder eigene Tests. Romero hat dreißig bekannte Unternehmen, die grüne Mode produzieren, unter die Lupe genommen - dabei auch den Moderiesen H&M mit seiner Bio-Linie. In Sachen sozialer Verantwortung konnte der schwedische Konzern mit seinen Wettstreitern bei weitem nicht mithalten: Am besten abgeschnitten hat hier unter anderem der Versandhandel HessNatur, der auch bei der Fair Wear Foundation Mitglied ist. Ebenfalls punkten konnten der Schweizer Textilhersteller Switcher, das Nürnberger Modelabel Monkee und Hempage, ein Unternehmen das seine Kleidung aus Hanf fertigt.

Grüne Mode ist schon lange kein Nischenprodukt mehr und hat in Berlin mittlerweile eine eigene Modemesse: Die Ethical Fashion Show macht dem Fashionspektakel der konventionellen Mode - der Fashion Week - Konkurrenz. Im Januar dieses Jahres waren in Berlin-Mitte zum ersten Mal Aussteller unter sich, bei denen Nachhaltigkeit, Ökologie und soziale Verantwortung im Vordergrund stehen. Nächstes Jahr findet die Messe zum dritten Mal statt. Denn immer mehr Kunden wollen wissen, wo ihre Kleidung herkommt und wer sie produziert.