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Greenpeace-Studie zu verseuchter Kleidung:Dreck im Stoff

Nichts als PR-Märchen? Viele Modemarken brüsten sich mit ihren Umweltschutz-Standards. Eine Greenpeace-Studie widerlegt die großen Worte - und zeigt, welche Kleidung besonders verseucht ist.

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Bilanzpressekonferenz Puma AG

Quelle: ddp

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Viele Modemarken brüsten sich mit ihren Umweltschutz-Standards. Eine Greenpeace-Studie widerlegt die großen Worte. Die Umweltschutzorganisation hat bei einigen führenden Modeketten festgestellt, dass etliche Kleider die giftige Chemikalien Nonylphenolethoxylate (NPE) enthalten. sueddeutsche.de dokumentiert anhand einiger Beispiele, welche Standards Unternehmen formulieren - und wie sie sich laut Greenpeace-Test daran halten.

Der Sportartikelhersteller Puma aus dem fränkischen Herzogenaurach verpflichtet sich, alle gefährlichen Chemikalien abzuschaffen. In seinem Nachhaltigkeitsbericht von 2009 schrieb das Unternehmen: "Fabriken werden für alle Verluste und Schäden, die Puma erleidet, verantwortlich und haftbar gemacht, sollten gefährliche Stoffe in den Materialien, Bestandteilen oder den fertigen Produkten gefunden werden ..."

In sieben der neun getesteten Puma-Produkte war die gefährliche Chemikalie enthalten.

Shoppers At Niketown Store In San Francisco

Quelle: Bloomberg

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In seinem Nachhaltigkeitsbericht von 2009 schreibt Nike auf Seite 83: "Wir unterstützen die Fabriken auch dabei effizienter zu werden, damit sie nicht mehr Wasser als nötig entnehmen und in der Lage sind, es genauso sauber oder sauberer als vorher wiedereinzuleiten."

In der Hälfte der untersuchten Artikel (fünf von zehn) wurde Nonylphenolethoxylate festgestellt.

Nike reagierte prompt mit einem neuen Firmenziel: Bis 2020 wolle man alle gefährlichen Chemikalien aus der Herstellung seiner Textilien verbannen.

Converse, der im Jahre 2003 von Nike aufgekaufte Sportschuhhersteller, hat keine eigenen Nachhaltigkeitsrichtlinien, hält sich aber an die von Nike. Allerdings war die Chemikalie NPE in fünf der sechs getesteten Schuhe enthalten.

Adidas Opens Performance Store in Berlin

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Adidas will ein "emissionsfreies Unternehmen" werden, das schreibt der Konzern auf seiner Internetseite. Weiterhin wolle man vorbildliche Umweltpraktiken in sein gesamtes Handeln integrieren, die Umwelteffizienz maximal steigern und das Umweltengagement der Mitarbeiter fördern und nutzen.

In vier von neun getesteten Adidasprodukten konnte die Chemikalie festgestellt werden.

Shoppers Flock To Summer Sales

Quelle: Getty Images

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Das französische Bekleidungsunternehmen Lacoste unterstützt Schutzprojekte für sein Logotier: Die Projekte sollen den Bestand sichern, in dem vom Aussterben bedrohte Arten von Krokodilen, Alligatoren oder Kaimanen oder ihre Lebensräume geschützt werden. Das schreibt der Hersteller in einer Erklärung (Seite 11).

Von vier getesteten Kleidungsstücken war eins verseucht.

Luxury Brands In China

Quelle: Bloomberg

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In einem Umweltstatement (Seite 2) sagt Phillips-Van Heusen, der Besitzer der Marke Calvin Klein: "Wir versuchen, unsere Lieferanten und Anbieter auf unsere Umwelt-Erfordernisse zu verpflichten hinsichtlich Abwasserbehandlung, gefährlicher Chemikalien, Luftqualität und Recycling." Eine direkte Kontrolle über die Lieferanten habe man nicht.

In drei der vier getesteten Textilen konnte die Chemikalie Nonylphenolethoyxlate nachgewiesen werden.

Shoppers carry bags as they walk down Fifth Avenue in New York

Quelle: REUTERS

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Dem US-amerikanischen Modeunternehmen Abercrombie & Fitch liege "sehr viel" an der Nachhaltigkeit, heißt es auf der Internetseite. Weiter steht dort: "...Wir stehen zu unserem Bekenntnis zur Umweltverträglichkeit und den Bemühungen, sie zu erfüllen."

Jedes der drei getesteten Produkte enthielt die Chemikalie NPE.

H&M

Quelle: dpa

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Das schwedische Modehaus H&M schreibt auf Seite 11 seines Nachhaltigkeitsberichts, man wolle gefährliche Chemikalien reduzieren.

Vier der sechs getesteten Kleidungsstücke waren verseucht.

© sueddeutsche.de/kahe/bön

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