Tipps für Verbraucher Die größten Lebensmittellügen

Der Kunde ist König? Lächerlich. Er ist der Depp! Viele Unternehmen haben grandiose Strategien entwickelt, um die Verbraucher zu täuschen. Beispiele? Die wundersame Wandlung der Cranberry etwa, die zur Not auch mal nach Erdbeere schmeckt. Oder Kirsche. Oder die Mär von regionalen Lebensmitteln.

Von Nicolas Peerenboom

Frust nach dem Einkauf: Lebensmittelhersteller versprechen oft viel, halten aber wenig. Oder Verbraucher kaufen Produkte, die sie überhaupt nicht benötigen. Beispiele im Überblick - in Kooperation mit dem NDR.

Vitaminpräparate - hilft viel wirklich viel?

Mehr als 25 Millionen Deutsche schlucken regelmäßig Vitaminpräparate und Mineralzusatzstoffe. Sei es, um vermeintliche Defizite in der eigenen Ernährung auszugleichen oder weil sie denken, dass die industrielle Landwirtschaft immer vitaminärmeres Obst und Gemüse erzeugt.

Doch dass man sich heutzutage keinen Gefallen tut, wenn man ständig vitaminhaltige Zusatzstoffe schluckt, wissen die Wenigsten.

Tatsache ist: Die Deutschen sind nicht unterversorgt mit Vitaminen, sondern überversorgt. Wer sich normal und ausgewogen ernährt, bekommt alle Vitamine und Mineralstoffe, die der Körper braucht. Dass zu viel des Guten sogar krank machen kann, belegen inzwischen viele Studien.

So zeigte eine US-Langzeituntersuchung, dass bei älteren Frauen, die über einen längeren Zeitraum regelmäßig Eisen, Magnesium oder Multivitamintabletten zu sich nahmen, die Sterberate anstieg. Eine zweite Studie ergab: Bei Männern, die regelmäßig zu viel Vitamin E schluckten, kam Prostatakrebs um 17 Prozent häufiger vor als bei denen, die das nicht taten.

Armin Valet, Ernährungsexperte von der Verbraucherzentrale Hamburg, sieht auch bei anderen Vitaminen und Mineralstoffen die Gefahr der Überversorgung: "Wir wissen zum Beispiel, dass das Risiko zur Nierensteinbildung steigt, wenn Vitamin C über einen längeren Zeitraum hoch dosiert genommen wird."

Gerade solche Vitamine, die von der Industrie stark beworben würden, nämlich Vitamin C oder Vitamin E, seien in der normalen Ernährung völlig ausreichend vorhanden, sagt der Ernährungsexperte. Und selbst dann, wenn man sich über längere Zeit einseitig ernähren sollte, sei das nicht schlimm. Dann greift der Körper nämlich auf die vorhandenen eigenen Vitamin-Reserven zurück.

Hinweis: Die Sendung Die größten Lebensmittellügen ist am Montag, 19. März um 21 Uhr im NDR-Fernsehen zu sehen - direkt im Anschluss an das Verbrauchermagazin Markt.