Steuerhinterziehung 60 Prozent mehr Selbstanzeigen

  • 2014 haben so viele Menschen wie nie zuvor eine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung gestellt.
  • Seit Jahresbeginn gelten neue Regeln, die es Steuersündern erschweren mit einer Selbstanzeige straffrei davonzukommen.

Mehr als eine Milliarde Steuernachzahlungen

Bevor in diesem Jahr nun schärfere Regeln gelten, haben zehntausende Steuerbetrüger ihr Schwarzgeld im Ausland noch schnell offengelegt, um straffrei davonzukommen. Die Zahl der Selbstanzeigen erreichte 2014 mit mindestens 38 300 einen Rekordwert, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den 16 Länderfinanzministerien.

Im Oktober des vergangenen Jahres war noch von etwa 32 000 Selbstanzeigen die Rede gewesen, in den letzten Monaten von 2014 stieg die Zahl also noch einmal um mehr als 6000 an.

Das ist eine Zunahme von etwa 60 Prozent im Vergleich zu 2013, als 24 000 solcher Anzeigen gezählt worden waren. Die Steuernachzahlungen beliefen sich im abgelaufenen Jahr nach dpa-Angaben auf mindestens 1,32 Milliarden Euro. Da die Angaben aus den Ländern momentan noch nicht vollständig sind, werden die Zahlen wohl weiter steigen.

Die meisten Steuerbetrüger - über 9000 - meldeten sich im abgelaufenen Jahr in Baden-Württemberg, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (mehr als 7100) und Bayern (knapp 6000). Die wenigsten Selbstanzeigen gab es in Mecklenburg-Vorpommern mit gerade einmal 29 Stück.

Neue Regelungen seit dem 1. Januar

Seit 1. Januar 2015 ist es für Steuerbetrüger deutlich teurer, mit einer Selbstanzeige straffrei davonzukommen. Steuerbetrug ist dann lediglich bis zu einer hinterzogenen Summe von 25 000 Euro straffrei, früher waren es 50 000 Euro.

Bei höheren Beträgen wird nur gegen Zahlung eines kräftigen Zuschlags von einer Strafverfolgung abgesehen: Bei mehr als 25 000 Euro gilt ein Aufschlag von 10 Prozent. Ab einem Hinterziehungsbetrag von 100 000 Euro werden 15 Prozent fällig, bei einer Million verlangt der Fiskus sogar 20 Prozent mehr.