Der ehemalige Boxweltmeister Henry Maske über sein Millionenhonorar im Ring, seine Erfolge als Bulettenbrater bei McDonald's und den Vorwurf, er sei geizig.
Das Leverkusener Büro von Henry Maske ist eine Trophäensammlung. An einem Bügel hängt ein Boxmantel des Ex-Champions. Außerdem gibt es die Handschuhe von seinem zweiten Kampf gegen Graciano Rocchigiani, eine Prachtausgabe einer Biografie von Muhammad Ali, ein großformatiges Max-Schmeling-Porträt. Auf dem Schreibtisch liegen Unterschriftenmappen, akkurat gestapelt. Maske, 46, immer noch ein schlanker, drahtiger Mann, erzählt, wie nahe er seinem Idol als Schmeling-Darsteller in dem Film gekommen ist, der am 28. September in Berlin Premiere hat. Auch außerhalb des Rings eifert Maske der Boxlegende nach. Schmeling betrieb sehr erfolgreich Abfüllanlagen für den US-Konzern Coca Cola, Maske lässt als Franchisenehmer von McDonald's in Nordrhein-Westfalen Buletten braten.
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Henry Maske: "Nach einem gewonnenen Profikampf schrieb ich die Rechnung - mit Umsatzsteuer. Wir sind doch hier in Deutschland." (© imago sportfotodienst)
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SZ: Herr Maske, reden wir über Geld. Sie galten im Ring als "Künstler" und haben als Boxer so viel verdient, dass Sie nicht mehr arbeiten müssten. Jetzt lassen Sie ausgerechnet Buletten braten. Warum tun Sie sich das an?
Maske: Ich habe an mich immer hohe Ansprüche gestellt. Da kann man nicht plötzlich sagen: Das war's. Es ist nun mal nicht so wahnsinnig spannend, sich auf eine einsame Insel zurückzuziehen. Aber was haben Sie gegen das Bulettenbraten?
SZ: Das Image ist ja nun nicht so gut.
Maske: Unser Image war, Sie haben Recht, nicht das Beste. Daran hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel geändert. Aber, was soll ich Ihnen sagen, das Leben ist ein Kampf - wie beim Boxen. Als ich 1990 Profiboxer in Deutschland wurde, hatte dieser Sport auch nicht den besten Ruf. Genauso war es, als ich bei McDonald's einstieg und hämische Kommentare erntete.
SZ: Ihr früherer Boxer-Kollege Sven Ottke soll gesagt haben: "Ich werde lieber ein ordentlicher Golftrainer, als Buletten zu braten." Ein anderer Spruch lautet: "Der Maske braucht doch ein Navigationssystem, um seine Geschäfte zu finden."
Maske: Ottke und Co hätten besser geschwiegen. Ich habe heute als Franchisenehmer von McDonald's die Verantwortung für neun Filialen und 450 Mitarbeiter. Das ist kein Selbstläufer.
SZ: Wie haben Sie es überhaupt geschafft, eine der begehrten Lizenzen von McDonald's zu bekommen?
Maske: Klar war für mich, ich wollte nicht in der Boxbranche bleiben oder Trainer werden. Von McDonald's wusste ich, dass da auch andere Quereinsteiger, Unternehmer, Manager, Ärzte, reingekommen sind. Ich dachte also, warum solltest du das nicht schaffen? Die Grundvoraussetzungen, eine gewisse Neugier, Interesse, Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit, hatte ich ja. Und das nötige Geld war auch vorhanden.
SZ: Von 200.000 Euro ist die Rede.
Maske: Das stimmt nicht, das ist abhängig vom Geschäft und vom Umsatz. 200.000 Euro wären nicht ausreichend.
SZ: Und wie lebt es sich so mit einer Lizenz zum Gelddrucken?
Maske: Sie übertreiben maßlos. Natürlich lohnt sich das wirtschaftlich. Aber es geht hier um ein Penny-Profit-Geschäft. Da kann der eine oder andere Fehler auch schon mal Ärger verbreiten.
SZ: McDonald's soll in dieser Hinsicht nicht gerade zimperlich sein. Der Konzern hat den Druck auf die Franchisenehmer erhöht. Sie sollen mehr Filialen übernehmen und Umsatz machen, heißt es. Bei einem schaute sogar ein Detektiv vorbei, den das Unternehmen schickte. Können Sie mit so einem Druck umgehen?
Maske: Machen Sie sich um mich keine Sorgen. Mit Druck kann ich leben. Meine Kollegen und ich sind mit unserer Situation zufrieden. Und was die Sache mit dem Detektiv angeht: Das war ein Einzelfall und wird so nicht mehr vorkommen. Wenn es Schwierigkeiten gibt, werden wir von McDonald's unterstützt. Ansonsten ist es so wie in jedem anderen Unternehmen auch: Wenn Sie dauerhaft nicht in der Lage sind, das zu bringen, was Sie leisten müssen, wird man mit Ihnen nicht glücklich sein und Konsequenzen ziehen.
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Syrien
Liebe user,
darf ich Sie darauf hinweisen, dass "Reden wir über Geld" eine fortlaufende Serie im Ressort "Geld" ist. Hier werden nicht nur Personen aus der Wirtschaft befragt, sondern auch eben auch Menschen wie Henry Maske oder Bushido.
Werfen Sie doch einfach mal einen Blick auf die gesamte Serie: http://www.sueddeutsche.de/thema/Reden_wir_%C3%BCber_Geld
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Moderator
Wenn "Lieschen Müller" (Maske) über das Leben - sein "ICH" plaudert, dann ist geistiger Ausguss garantiert.
Sorry, Herr Maske, Haltung fehlte Ihnen schon immer.
Ihre Erfolge wurden nicht nur mit "ich glaube es waren 25.000 Ostmark und ein paar Forumschecks" entlohnt, sondern mit einer Sonderbehandlung vom und mit dem Besten (des DDR-möglichen): Auto, Wohnung, Genex-Konto, Urlaubsreisen ...
Nicht zu vergessen: Ihre Sorglosigkeit (soziale Stellung, sichere Zukunft, bestmögliche Ausbildung) und Ihre bevorzugte Stellung im Armeesportfördersystem.
Herr Maske, Sie waren, wie Hans-Georg Aschenbach, der Liebling des Chefs der NVA-Sportvereinigung.
Hans-Georg Aschenbach über seine DDR-Sportzeit: "Wir waren alle Nutznießer dieses Systems. Wir hatten eine gute Ausbildung, hatten Sportklamotten; ich zum Beispiel bekam meine Skier von der Sportschule, das war enorm wichtig, denn meine Eltern hatten nur wenig Geld. Jedes Kind hatte in der DDR die Chance, im Sport nach oben zu kommen."
Maske,in der DDR angepasst!In der BRD angepasst! Wer intersessiert was dieser BOxer durch die Schläge erzählt?!!
..... jemand verraten, was diesen ehemaligen Boxer und aktuell mittelmäßigen Bulettenbrater als Interviewpartner der SZ qualifiziert??
Als gäbe es keine anderen - freilich viel wichtigeren - Themen im Sport oder in der "Wirtschaft".... Dabei sollte doch langsam das Sommerloch der Journaille längst rum sein...
Auf einen solchen Sommerloch-Füller kann man gut und gerne verzichten, sorry.
Paging