SZ: Und?
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Passadakis: Ich bin geflogen.
SZ: Aha.
Passadakis: Das muss anders werden.
SZ: Wie leben Sie gerade?
Passadakis: In einer kleinen Wohnung, vorher in Wohngemeinschaften.
SZ: Stellen Sie Ansprüche an die Mitbewohner?
Passadakis: Ich lege Wert darauf, dass sie dieselben politischen Einstellungen haben. Zum Beispiel, dass sie vegetarisch essen. Und: Wir hatten eine gemeinsame WG-Kasse, haben uns Ausgaben geteilt statt zu schauen, was ist deins, was ist meins.
SZ: Waren Sie schon mal mit einer Frau zusammen, die andere politische Vorstellungen hatte?
Passadakis: Natürlich.
SZ: Und wie war das?
Passadakis: Anstrengend.
SZ: Für beide?
Passadakis: Definitiv.
SZ: Warum?
Passadakis: Es fängt damit an, welche Kleidung man bei bestimmten Anlässen trägt. Wir waren in der Oper, bei Fidelio. Die Frau wollte chic hingehen. Ich gehe zur Oper, wie ich an dem Tag eben gerade angezogen bin. Jeans und T-Shirt. Das fand sie nicht gut. Und dann haben wir uns noch über das Stück gestritten.
SZ: Welche politische Meinung hatte sie?
Passadakis: Mainstream-SPD oder FDP, die Richtung.
SZ: Können Diskussionen zwischen Partnern nicht befruchtend sein?
Passadakis: Die Frage ist, ob man das in der Partnerschaft haben muss. Es gibt eh Differenzen. Es ist besser, man ist sich wenigstens über das Grundsätzliche einig. Eine Frau mit anderer politischer Meinung kommt nicht mehr in Frage.
SZ: Wie finden Ihre Eltern die Aktivistenkarriere?
Passadakis: Die finden es gut, haben aber natürlich ein bisschen Angst. Die ökonomische Unsicherheit beschäftigt sie schon.
SZ: Haben Sie Geschwister?
Passadakis: Zwei jüngere Brüder. Die werden Lehrer.
SZ: Wie finden die Ihren Weg?
Passadakis: Es käme für sie nicht in Frage. Sie finden es etwas seltsam, aber nicht uncool.
SZ: Worauf verzichten Sie?
Passadakis: Verzicht ist ja relativ. Ich brauche kein Hotel. Wenn ich im Urlaub in Südeuropa zelte und es gibt dort eine Wasserquelle, finde ich das luxuriös.
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Bruce Springsteen in Frankfurt
... das es immer noch Leute gibt, die sich darüber beschweren, das die Leistung in keinem Verhältnis zum erhaltenen Lohn steht.
Aus der BWL weiß man: Das eine hat mit dem anderen nur wenig zu tun.
Denn ein Preis (Lohn) richtet sich nun mal nach Angebot (Leistung) und Nachfrage.
Die Frage ist doch: Was ist die Leistung wert? Und die Antwort kann nur sein:
Genau das, was jemand anderes bereit ist, dafür auszugeben.
Insofern kann eine Gehaltsdebatte nur müßig sein.
"Es ist doch meist ein Mythos, dass jemand Geld hat, weil er viel geleistet hat. Das hängt von gesellschaftlicher Macht und historischen Zufällen ab."
Erfrischend, daß solche einfachen Wahrheiten auch einmal öffentlich repräsentiert werden. Zwei kleine Sätze, die dem Selbstverständnis des typischen Deutschen empfindlich widersprechen und trotzdem einfach nur der Realität entsprechen.
Die beleidigten Gegenkommentare weisen nur noch eindeutiger auf die Wahrheitsgeltung dieser Aussage hin.
Danke, Herr Passadakis!
Ignazio Silone:
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.
...erübrigt die Schwierigkeit differenzieren zu müssen. Die Behauptung "Es ist doch meist ein Mythos, dass jemand Geld hat, weil er viel geleistet hat" aufzustellen ohne klar umreissen zu müssen was er mit "Geld" meint (wieviel, woher, warum) oder was er mit "Leistung" meint. Viel wichtiger wäre aber doch einmal zu erklären, was das kleine Wort "meist" zu bedeuten hat, das sich da versteckt vor dem Substantiv "Mythos" versteckt. Ach, was soll es, eh vergebene Liebesmüh.
Herrn Passadakis zu Gute muss man sagen,er und seine Freunde machen sich zumindest schon mal Gedanken über die Globalisation aber weiter wie aus den Kindergarten sind sie leider noch nicht gekommen.Aber alles braucht seine Zeit-wer suchet der findet.
http://www.laitman.de/tag/krise/
Celine Polo
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