Nachtspeicheröfen Ende mit vielen Ausnahmen

Das vom Gesetzgeber beschlossene Aus für Nachtstromspeicherheizungen treibt derzeit so manchem Haus- und Wohnungsbesitzer Angstschweiß auf die Stirn.

Um die gesetzlichen Bestimmungen zu erfüllen, müssen Nachtspeichereinzelöfen - die nachts mit billigem Nachtstrom aufgeladen werden und die gespeicherte Wärme tagsüber abgeben - durch ein neues Heizungssystem ersetzt werden. Das wird - so fürchtet mancher - nicht nur mehrere tausend Euro kosten, sondern verursacht auch Schmutz und viel Arbeit. Denn Nachtspeicherheizungen brauchen nur einen Stromanschluss, aber keine Rohrleitungen, Schornsteine und Heizkessel - für neue Heizungen stehen also keine Abschlüsse bereit.

Nachtstrom Nachtspeicheröfen

Strom kommt eben nicht aus der Steckdose - auch nicht der für die meist energieintensiven Nachtspeicheröfen.

(Foto: Foto: ddp)

"Manche Hausbesitzer fühlen sich durch die Bestimmungen zum Austausch von Nachtspeicheröfen in der seit Oktober gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 etwas gelinkt", sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband der Privaten Bauherren in Berlin. Denn in den 70er Jahren sei diese Technik sogar gefördert worden, um die nächtliche Auslastung der Kraftwerke zu erhöhen und die sogenannten Stromtäler zu überbrücken.

Oft keine Verpflichtung

Bevor Hausbesitzer jetzt vorschnell ihre Nachtspeicher austauschen, sollten sie bedenken, dass nicht jeder Ofen ausgetauscht werden muss. Außerdem gelten für die Frist bis 2019 zahlreiche Ausnahmen.

"Elektrische Nachtspeicherheizungen müssen nach den Bestimmungen der EnEV nur in Wohngebäuden ab sechs Wohneinheiten außer Betrieb genommen werden", sagt der auf Baurecht spezialisierte Rechtsanwalt Kay Prochnow aus Dortmund. Für Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern gebe es keine Verpflichtung.