Politiker und Banken trauen sich nicht, das Finanzsystem zu ändern. Das wäre aber dringend nötig.
In diesen Tagen kann man den Eindruck gewinnen, als lasse sich die nächste Finanzkrise allein dadurch verhindern, dass die Boni der Banker gedeckelt werden. Barack Obama, Nicolas Sarkozy, Angela Merkel und Peer Steinbrück: Sie alle geißeln die Investmentbanker und Fondsmanager für die Exzesse der letzten Jahre. Sie alle fordern, dass die Herren des Geldes sich künftig mäßigen.
Wenn einige ganz schnell sehr reich werden, während die Masse mit ehrlicher Arbeit kaum über die Runden kommt, dann kann das eine Gesellschaft zerreißen. (© Foto: Reuters)
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Natürlich ist es richtig, dass exorbitante Boni, die auf Scheingewinnen basieren, ein Problem sind. Allerdings sind sie vor allem ein Verteilungsproblem. Wenn einige ganz schnell sehr reich werden, während die Masse mit ehrlicher Arbeit kaum über die Runden kommt, dann kann das eine Gesellschaft zerreißen.
Dann kann die Wut über die da oben zu Verwerfungen führen. Als gerecht empfinden die Menschen ein Wirtschaftssystem nur dann, wenn die Aufstiegschancen einigermaßen gleich verteilt sind.
Aber die Boni sind nur ein Symptom, sie sind nicht die wesentliche Ursache dafür, dass wir gerade eine zweite Weltwirtschaftskrise erleben. Die Wertpapierhändler hätten auch dann mit riskanten Derivaten gehandelt, wenn sie dafür nicht Millionen bekommen hätten, sondern sehr viel weniger.
Die Verpackungskünstler in den Geldhäusern hätten auch dann riskante Kreditpakete auf Reisen um die Welt geschickt, wenn sie sich mit mickrigen Festgehältern hätten begnügen müssen - so wie ein Fußballstürmer immer das Tor treffen will, egal ob er Luca Toni heißt oder in der Kreisliga kickt.
Wer dafür sorgen will, dass Krisen wie die aktuelle weniger wahrscheinlich werden, der muss tiefer ansetzen. Der muss manche der riskanten Geschäfte, die in den Derivateabteilungen der Banken erfunden werden, verbieten. Der muss eine Zulassungsbehörde für Finanzprodukte schaffen, so wie es sie für Medikamente auch gibt. Und der muss alle Geschäfte untersagen, die außerhalb der Bilanz stattfinden, in Zweckgesellschaften von Banken und Industriekonzernen.
All diese Ideen haben keinerlei Chance: in den Regierungen der Industriestaaten nicht, in den Notenbanken nicht, und in den Aufsichtsbehörden auch nicht. Ein paar Nobelpreisträger werben dafür, etwa Joseph Stiglitz oder David McCurren. Aber sie dringen nicht durch.
Ja, die Regierungen haben versprochen, dass sie den Finanzmärkten strengere Regeln auferlegen werden - doch allzu streng sollen diese nicht sein. Ja, sie wollen dafür sorgen, dass die Banken mehr Eigenkapital bereithalten - doch die Banken dürfen damit weiter nach Belieben zocken. Und ja, Merkel und Steinbrück haben auf dem G-20-Treffen durchgesetzt, dass kein Finanzprodukt, kein Finanzplatz und kein Finanzinstitut ohne Aufsicht bleibt - doch dies nutzt wenig, falls die Aufsicht am Ende schwach bleibt.
Die Lobbyisten der Finanzindustrie sind längst unterwegs. Sie versuchen, genau jene Schlupflöcher in den vorgeblich strengen Finanzmarktregeln zu schaffen, durch sie dann hindurchschlüpfen können. Sie warnen, dass eine allzu harte Regulierung sie behindern werde, Kredite zu vergeben, was Wirtschaftswachstum koste.
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man muss den Markt nur machen lassen, ueber kurz oder lang bereinigt er falsche Bewertungen und die Player fliegen raus und gehen nicht ueber Los und ziehen nicht 4000 ein. Man muss nur ein einfaches Bewertungskonzept fuer alle moeglichen Wertpapiere zur Pflicht machen, was mithin Informationsgleichheit garantiert, und der Anleger muss darin lesen koennen was er im schlimmsten Fall verlieren kann. Alles andere kann der Markt alleine und jede Einmischung von Staat und Politik fuehrt nur zu Ineffizienzen und Fehlsteuerungen, was die Geschichte uns reichlich gelehrt hat, gerade juengst, Abwrackpraemie, Opel, HRE usw usw usw.......
Doch es gibt einige die es gesehen haben, doch niemand hat auf diese gehört, dass dieser Finanzirrsinn im Zeichen des Monopolismus großen Schaden anrichten wird. Nun ist die Ka.ck.e am Dampfen und die Finanzindustrie, erleichtert von ihren schäbigen Produkten und abermilliarden Schulden machen munter und wie Neugeboren weiter.
Noch gestern im Bericht sueddeutsche.de/finanzen/962/487370 konnte man von zwei Nobelpreisträgern lesen, (Joseph Stiglitz oder David McCurrenlesen) die einen neuen Kurs vorgelegt haben und dafür werben, doch keine Regierung, kein Oberfinanzer nimmt diese ernst. Der Kapitalfaschismus fährt ungezügelt weiter, bis zum letzten Infarkt.
Jetzt BLOSS nichts einkaufen, die Insider gehen vom Bord und suchen jetzt den Dümmsten der Dümmsten, die zum Schluß beim finalen Crash auf den Papieren sitzen bleiben!!!!!
Die Insider riechen die Verstaatlichung der Banken und wer klug ist, geht jetzt von Bord.
Die Verstaatlichung läßt sich nicht mehr aufhalten, die Großbanken haben sich selbst umgebracht, indem sie sich soooo viel Kreditgeld geschöpft haben, daß sie heute an dessen Nichtrückzahlung und am Wertverlust der von ihnen als "Produkt" erfundenen Papiere selbst sterben.
DAS ist das klassische Eigentor der Gier.
Sie haben sich zum Glück selbst umgebracht, niemand hätte sie besiegen können.
Es ist nur schade, daß das einfache Volk sich um die Müllabfuhr kümmern muß, aber gut, mit der Millionärssteuer wird man die irren Profite etwas abziehen können.
..... noch schlimmer : "Die Welt (!!!) hat nichtsgelernt ."
Was ein Glück , dass die Welt die SZ mit ihrem Schäfer hat ! Es ist noch Hoffnung !
Nur - Herr Schäfer , das Dumme ist : mit der popeligen Realwirtschaft sieht es auch anhaltend finster aus . Die USA machen die Schotten dicht gegen die China-Billigprodukte , die EU-Länder rempeln um die Opel-Erhaltungsstandorte ... Ist das erst der Anfang der Kannibalismus-Konkurrenz ? Wachstum ??? Ja , sicher - bei den Arbeitslosen- und Insolvenzzahlen , nach der BT-Wahl ...
"Die Welt hat nichts gelernt" suggeriert, die Welt würde aus Politikern und Banken bestehen.
Sie sind die Täter, die nichts lernen wollen und die selbstverursachten Schäden dreist und hemmungslos auf die Gesellschaft abwälzen.
Eine Gesellschaft, die sich gegen diese Täter nicht wehrt, verliert ihre Zukunft.
Paging