110 Milliarden Euro Finanzhilfe Griechen sparen, Europa zahlt

Griechenland benötigt offenbar Kredite von 150 Millionen Euro - Papandreou kündigte harte Einschnitte an, Finanzminister Schäuble sieht "gute Grundlage" für Unterstützung.

Von C. Gammelin, Brüssel, und C. Hulverscheidt, Berlin

Griechenland bekommt von seinen europäischen Partnern über drei Jahre bis zu 110 Milliarden Euro Nothilfe. Im Gegenzug hat die Regierung in Athen ein radikales Sparprogramm aufgelegt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte auf dem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel, das Programm sei eine "gute Grundlage", um die Hilfe freizugeben. Deutschland muss bis zu 23 Milliarden Euro übernehmen.

Finanzminister Schäuble glaubt, dass die Bundesrepublik mit den Krediten an Griechenland sogar Geld verdienen könne.

(Foto: Foto: dpa)

Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, der auch die Euro-Gruppe leitet, gab am Sonntagabend in Brüssel bekannt, dass die Mitglieder der Euro-Zone 80 Milliarden Euro und der Internationale Währungsfonds (IWF) 30 Milliarden bereitstellen werden. Das Geld wird auf drei Jahre verteilt ausgezahlt, davon 30 Milliarden in diesem Jahr; die ersten Beträge noch vor dem 19. Mai, wenn griechische Schulden fällig werden.

Die Regierung in Athen hatte ihre Verhandlungen mit dem IWF, der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) über ein Sanierungsprogramm am Samstagabend abgeschlossen und damit die wichtigste Bedingung für den Erhalt der Kredite erfüllt. EU-Kommissionschef José Manuel Barroso empfahl daraufhin, die Hilfe zu gewähren. Das vereinbarte Paket sei "solide und glaubwürdig". Athen habe tiefgreifende Reformen zugesagt, "um das Vertrauen wiederherzustellen".