Der Untersuchungsausschuss zur Causa Hypo Real Estate ist unverzichtbar. Er dient der Aufklärung von Missständen - und zeigt zugleich, wie erpressbar der Bund ist.
18 Mal hat der Untersuchungsausschuss zur Skandalbank Hypo Real Estate (HRE) nun schon in Berlin getagt. Zwei weitere Sitzungen stehen noch aus. Es waren lange Tage, mit unzähligen kritischen Fragen. Berge von Dokumenten mussten beschafft und ausgewertet, Anhörungen vorbereitet und Zeugen geladen werden. Der Aufwand an Zeit und Kosten war enorm. Und doch gibt es nach wie vor keinen Beweis dafür, dass die Bundesregierung bei der Rettung der HRE im vergangenen Jahr eklatant versagt hat.
Die Hypo Real Estate musste massiv vom Staat gestützt werden, denn eine Pleite hätte katastrophale Folgen für das gesamte Finanzsystem gehabt. (© Foto: ddp)
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Natürlich lief nicht alles rund ab, aber alles andere wäre auch erstaunlich. Schließlich befand man sich damals, Ende September, kurz nach der Pleite der amerikanischen Bank Lehman Brothers in einer absoluten Ausnahmesituation. Die Finanzwirtschaft und der Staat hatten nur ein einziges Wochenende, um die HRE zu retten.
Hätte sich bis Montagmorgen keine Lösung gefunden, hätte die Pleite dieser Bank das gesamte Finanzsystem ins Wanken gebracht. Diese Dramatik dürfte mittlerweile allen bewusst sein, auch den Politikern der Opposition, die den Untersuchungsausschuss beantragt haben. Niemand, nicht einmal die Bundesbank oder die Finanzaufsicht, hatte es zuvor für möglich gehalten, dass ein Markt in so kurzer Zeit so austrocknen kann. Zur Rettung der HRE, das haben die Zeugenaussagen gezeigt, gab es keine Alternative.
In dieser Woche werden zwar noch Finanz-Staatssekretär Jörg Asmussen und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück gehört, doch es wäre eine große Überraschung, wenn ihre Aussagen etwas enthielten, was sie selbst belastet. Hätte man sich daher den ganzen Ausschuss - und damit den Aufwand und die Kosten - sparen können? Nein.
Kritische Fragen sind nicht unsinnig, nur weil sie keinen Skandal aufdecken. Genauso wenig ist ein Untersuchungsausschuss überflüssig, bloß weil am Ende niemand zurücktreten muss. Ein Untersuchungsausschuss dient der Aufklärung von Missständen. Und es ist zweifellos ein Missstand, dass die HRE in eine solch dramatische Schieflage geraten ist. Es ist ein Missstand, dass Bund und private Banken Garantien von mittlerweile mehr als 100 Milliarden Euro gewähren mussten. Vor allem aber ist es ein Missstand, dass der Bund nun Eigentümer einer maroden Bank ist, deren Abschreibungsbedarf endlos zu sein scheint und die zudem von ihren Aktionären auf viele Millionen Euro verklagt wird - Geld, das im Zweifelsfall die Steuerzahler werden aufbringen müssen. Am Ende konnte der Bund nicht mehr anders, als die Bank zu verstaatlichen. Doch dass nun aufgeklärt wird, wie es zu all dem gekommen ist, darauf hat die Öffentlichkeit einen Anspruch. Schon allein wegen der Beträge, um die es geht.
Für die Bundesregierung ist das natürlich lästig. Ihr wäre es am liebsten, wenn man ihr einfach glauben würde, dass sie die Dinge damals im Griff hatte. Doch Parlamentarier, die sich mit solchen Beteuerungen zufriedengeben, haben die Verantwortung ihres Amtes nicht begriffen. Es ist ihre Aufgabe, die Regierung zu kontrollieren. Wie wichtig diese Aufgabe ist, hat das Bundesverfassungsgericht gerade erst in mehreren Entscheidungen wieder deutlich gemacht.
Die bisherigen Sitzungen des Ausschusses mögen zwar keinen Skandal aufgedeckt oder Beweise für ein Versagen der Regierung geliefert haben, aber sie haben dennoch wichtige Erkenntnisse befördert. So hat sich in erschreckender Weise gezeigt, wie schnell eine einzelne Bank das ganze Finanzsystem in den Abgrund stürzen kann. Es hat sich gezeigt, wie erpressbar der Bund genau deshalb ist. Und es haben sich Defizite bei den Befugnissen der Finanzaufsicht gezeigt. Selbst wenn das die einzigen Erkenntnisse bleiben sollten, die der Ausschuss liefert, hat sich seine Einberufung gelohnt. Denn eine künftige Bundesregierung zieht hoffentlich die nötigen Konsequenzen daraus.
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(SZ vom 19.8.2009/mel)
"Hätte sich bis Montagmorgen keine Lösung gefunden, hätte die Pleite dieser Bank das gesamte Finanzsystem ins Wanken gebracht. Diese Dramatik dürfte mittlerweile allen bewusst sein,"
Und deshalb gibt es in einem marktwirtschaftlichen System auch das Instrument der Insolvenz, um alles in Ruhe auseinandersortieren zu können.Das Finanzsystem wäre nicht ins Wanken geraten. Das ist lediglich die Schutzbehauptung, die schon damals falsch war. Wenn einen Bank pleite geht, kann die Notenbank die anderen weiter mit Geld versorgen. Das hat sehr schön die Pleite von Lehmann Brothers gezeigt, die 4-mal so groß war wie die HRE mit ihrer aufgeblasenen Tochter Depfa in Irland. Es war Veruntreuung von deutschen Steuergeldern, diese irische Spekulationsbank zu retten. Das hätte man den Iren überlassen können. Es bestand überhaupt kein Anlass, für diese in das Steuerparadies Irland ausgewanderte Bank irgendwelche Garantien zu übernehmen. Hier hat sich H. Steinbrück mit seinen Aktionen alle Steuerparadiese zu bekämpfen, völlig unglaubwürdig gemacht, wenn er nun die irische Depfa als Verursacherin allen Übels im Steuerparadies Irland mit dem Geld des deutschen Steuerzahlers stopfte. Das ist nur noch als schizophren zu bezeichnen.
In dieser Situation aber verfiel die Politik in Hysterie und puren Aktionismus und war nicht mehr bei Sinnen. Dies wird nun dem deutschen Steuerzahler mindestens 30 Mrd. kosten und der einzige Grund war, dass anderen Banken dazu verholfen werden sollte, kein Geld zu verlieren. Das sollte allein der deutsche Bürger verlieren, der damit nichts , aber auch garnicht zu tun hatte. Das ist Veruntreuung von Steuergeldern in einem Umfange, der nur noch unverschämt ist.
In diesen Sitzungen wurden keine Hebel umgelegt. In diesen Sitzungen wurden Geldkoffer versprochen. Wie damals bei Leuna. Wetten, dass?
Frau Kuhr, ab und an mal das neoliberale Konkurrenzblatt "Spiegel" lesen. Dort Ablauf der Krise ziemlich gut dokumentiert, ebenso in der FTD. Noch besser bzw. genauso gut sind die Informationen zur Finanzkrise in den NachDenkSeiten nachzulesen. Das ganze Theater begann schon 2003, mit Schröder, Eichel, Ackermann, die von Rechts wegen eigentlich alle im Knast sitzen müßten.
Die Alternative gab es natürlich schon: Nicht retten.
Und die Behauptung "eine Pleite hätte katastrophale Folgen für das gesamte Finanzsystem gehabt" ist erst mal nichts weiter als eine gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung.
Oder hat sich einer der Wiederholer schon mal aufgerafft, das im Detail zu erläutern oder gar zu beweisen? Nein!
Wie auch - denn könnte man es nachweisen, würde man zugleich auch nachweisen, dasstatsächlich eine "einzelne Bank das ganze Finanzsystem in den Abgrund stürzen kann" und dann müsste solch ein hochlabiles Finanzsystem ganz, ganz schnell geändert werden.
Aber das will natürlich niemand - man wollte ja nur dem Staat die Milliarden aufdrücken.
''Ende September, kurz nach der Pleite der amerikanischen Bank Lehman Brothers in einer absoluten Ausnahmesituation. Die Finanzwirtschaft und der Staat hatten nur ein einziges Wochenende, um die HRE zu retten.''
Es ist hinreichend bewiesen das die Bafin bereits Anfang 2008 Kenntniss von der Situation um die Lehman Bank hatte.
Es ist bewiesen das die HRE als Mülleimer der Hypovereinsbank mit über 50 Milliarden wertlosen Immobilienbestandes als Folge der betrügerischen Spekulationen nach der Wiedervereinigung gegründet wurde. Mit dem Wissen der Bafin.
Es ist bekannt das bereits 2003 die Finanzbranche, angeführt vom Vorzeigebankmanager Herrn Ackermann, assistiert von Herrn Bundeskanzler Schröder, Wirtschaftminister Clement und Finanzminister Eichel wegen des großen Abschreibungsbedarfs wertloser Kredite, einen Mülleimer dafür schaffen wollte.
''Hätte sich bis Montagmorgen keine Lösung gefunden, hätte die Pleite dieser Bank das gesamte Finanzsystem ins Wanken gebracht''
Weltuntergang, Apocalypse Now, Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems
''Kritische Fragen sind nicht unsinnig, nur weil sie keinen Skandal aufdecken.''
Wieso ist das kein Skandal?
''Genauso wenig ist ein Untersuchungsausschuss überflüssig, bloß weil am Ende niemand zurücktreten muss''
Das ist ein Skandal!
''Geld, das im Zweifelsfall die Steuerzahler werden aufbringen müssen. Am Ende konnte der Bund nicht mehr anders, als die Bank zu verstaatlichen.''
Warum beschäftigen Sie sich nicht mit den Profiteuren dieses organisierten Betruges. Was hindert den Staat daran die Gläubiger zu verpflichten ihre Schulden zu begleichen, statt den Bürger zu berauben? Diese Unternehmen stehen allein mit 50Milliarden in der Schuld.
Allianz SE München 5630 Millionen, Münchener Rück AG 4374 Millionen, Bayern LB Holding AG 3016 Millionen, Unicredit SA Rom 2990 Millionen,
DZ Bank AG Frankfurt 2937 Millionen, Debeka Koblenz 2751 Millionen, HDI Haftpflichtverband 2124 Millionen, HUK Coburg 2123 Millionen,
AXA SA Paris 2000 Millionen, Zurich Financial Services AG 1736 Millionen, LBBW Stuttgart 1690 Millionen, KfW Bankengruppe 1437 Millionen, Commerzbank AG 1435 Millionen, HSH Nordbank AG 1323 Millionen, Deutsche Post AG 1226 Millionen, NRW Bank Düsseldorf 1177 Millionen, Norddeutsche Landesbank 1139 Millionen, WestLB AG 1094 Millionen, Deutscht Bank AG 1034 Millionen
Der Minister Guttenberg gibt schon wieder die Hoheitsbefugnis Gesetze und Durchführungsverordnungen zu schreiben an das Bankenkartell ab!!!
Das ist Mißbrauch der Amtsgewalt und Bruch der Amtsverschwiegenheit!!
Er muß strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.
Er soll in den Ministerien Kompetenzteams einrichten und seine Beamte besser ausbilden, wenn die Materie so schwierig ist. Was sie überdies gar nicht ist.
Es ist unfaßbar, daß ein Minister es wagt, die Staatshoheit einfach zu privatisieren und die Lobby ihre Gesetze , wie sie den Staat und den Stuerzahler ausplündern können, SELBST schreiben läßt.
Unfaßbar, welche Leute da am Werk sind.
Dieser Mann schadet zutiefst der Wirtschaft, deren Minister er angeblich sein soll, weil die mit ihren Steuern dafür bluten wird.
Er richtet geradezu eine Geldabpump- Pipeline direkt vom Steuertopf an die pleite Zockerbanken ein!!
Die Banken müssen in Konkurs geschickt, die Reste verstaatlicht und reorganisiert werden und es muß eine Massenentschuldung der Wirtschaft auf 20 Prozent , sowie eine der Privaten und des Staates geben.
OHNE diese Massenentschuldung wird es nicht mehr aufwärts gehen.
Egal was die Zentralbanken für unseriöse Spiele mit der weiteren Aufpumpung der Geldmenge aufführen, es wird nichts mehr nützen. Es kommt NUR auf die weitere Verschuldungsfähigkeit der Wirtschaft an und diese schlägt oben an.
Neuer Film von Money as debt verfügbar.
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