Die EU-Regierungen tragen Mitschuld am griechischen Desaster, sagt der Generaldirektor des Europäischen Statistikamtes, Walter Radermacher.
Der Generaldirektor des Europäischen Statistikamtes, Walter Radermacher, wirft den EU-Regierungen vor, an der griechischen Krise mitschuldig zu sein. Bereits in den Jahren 2004 und 2005 habe es Probleme mit den aus Athen gelieferten Daten gegeben. Eurostat habe schon damals mehr Rechte und Kompetenzen gefordert, um zu prüfen, wie die Daten erhoben wurden. Einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission hätten die nationalen Regierungen aber nicht vollständig zugestimmt, sagte Radermacher der Süddeutschen Zeitung. "Die Mitgliedsstaaten haben uns nicht die Instrumente gegeben, mit denen wir die Krise hätten verhindern können."
Der Euro unter massivem Druck, die Bevölkerung aus Protest auf der Straße - Athen hat derzeit viel Ärger. (© Foto: dpa)
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Jahrelang gefälschte Daten, permanente Misswirtschaft, verschleppte Reformen und Korruption gelten als Hauptgründe für das unübersehbare Finanzdesaster, in dem sich Griechenland befindet. Die Regierung in Athen muss immer höhere Zinsen zahlen, um ihre Schulden zu refinanzieren. Ein Konkurs des größten Schuldners in der Währungsunion würde den Euro bedrohen. Die EU hat das Land unter Zwangsaufsicht gestellt.
Europas oberstem Statistiker zufolge sind ausschließlich die Mitgliedsstaaten für die Qualität der gelieferten Daten verantwortlich. Eurostat prüfe diese nur. "Wir sind der Daten-TÜV." Radermacher räumte zwar ein, dass auch andere EU-Länder gelegentlich "Zahlen mit gewissen Unschärfen" übermittelten. Gravierende Fälschungen seien jedoch in keinem anderen Land vorgekommen. "Griechenland ist ein singulärer Fall."
Die Schlamperei mit den Daten
Radermacher fordert nun erneut, sein Amt als unabhängiger Aufseher auszubauen. "Wir müssen nicht nur die Daten prüfen, die geliefert werden, sondern den Weg der Daten von der Erhebung vor Ort bis zu uns", sagte er. Quelle allen Übels in Griechenland sei, "dass sie kein ordentliches Rechnungswesen haben". Öffentlich finanzierte Krankenhäuser, aber auch Gemeinden führten über ihre Finanzen kaum Buch, weshalb praktisch keine Daten erfasst würden. Das zentrale Statistikamt in Athen könne diese fehlenden Daten später auch nur durch Schätzungen ausgleichen.
Ob Eurostat tatsächlich mit den geforderten weitreichenden Kontrollrechten ausgestattet wird, ist ungewiss. Die Einführung neuer Methoden stoße in einem "so komplexen System wie der EU schnell an ihre Grenzen", sagte Radermacher. Die Europäische Kommission habe erneut einen Vorschlag vorgelegt, dieser gehe nun durch die europäischen Gremien.
Unterdessen verschärft sich der Ton zwischen Griechenland und Deutschland. Eine griechische Verbrauerschutzorganisation forderte am Freitag, deutsche Waren zu boykottieren. Und Premier Giorgos Papandreou sagte, die Frage deutscher Reparationszahlungen aus dem Zweiten Weltkrieg sei offen, solle aber während der derzeitigen Krise nicht diskutiert werden. Die Bundesregierung vertritt den Standpunkt, genügend materielle Entschädigung geleistet zu haben.
Am nächsten Freitag kommt Papandreou nach Berlin. Große deutsche Banken wollen wegen der Finanzlage in Griechenland nicht mehr in Staatsanleihen des Landes investieren. Hintergrund der Verstimmung zwischen Berlin und Athen sind die restriktive Haltung Deutschlands zu EU-Hilfen für Griechenland und Berichte deutscher Medien über die dortigen Zustände.
Alt-Banker Ludwig Poullain über seine Erfahrungen mit der Politik und dem Whisky, dem Ende der WestLB und der europäischen Gemeinschaftswährung, die er für schädlich hält. Ein Interview Jetzt lesen ...
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(SZ vom 27./28.02.2010/mel)
Kabinett beschließt strengere Tierschutzregeln
Hier haben mal wieder die Politiker in der EU, die vom Steuerzahler fürstlich entlohnt werden, z.B. 18.000 mtl., versagt.
Jeder, der sich mit Griechenland auskennt, und das sollten die Herren ja doch wohl, weiß das Griechenland unter einer be-
stechlichen Bürokrartie leidet z.B. arbeiten 13 Architekten in einem Bauamt, aber nur 3 sind hin und wieder anwesend. Die anderen hat man Monate nicht gesehen, Sie kommen nur ihr Einkommen
abholen. In Rente gehen die Griechen meist mit 45-48 Jahren und bekommen dann 94,7% ihres letzten Gehalts.
Und das wird vom europäischen Steuerzahler mitfinanziert!!
Am Anfang war die EU,heute auch noch, aber sie ist nur noch ein Scherbenhaufen. Die gründer Staaten waren sich nie richtig einig , aber mit 6 Nationnen ohne England ging das einigermassen, dann kamen immer mehr dazu , somit auch die Problemen. Frankreich hatte vorgeschlagen , eine EU der Zwei Geschwindigkeiten, Frau Merkel war dagegen und heute rümpft sie die Nase gegen Griechenland.
Was für eine Ungerechtigkeit.
Ich bin natürlich natürlich frustriert über die Griechen (womit ich selbstverständlich nicht die kleinen Leute meine ). Ich bin aber viel fassungsloser über unsere Politiker, die erst den Beitritt zur EU durchgewunken haben, und dann auch noch den Beitritt zur Eurozone. Und das bei einem Land, das nicht enmal ein ordentliches Rechnungswesen hat !
Ob Gerhard Schröder, Joschka Fischer, Hans Eichel und viele andere sich heute wohl klar darüber sind, was sie da angerichtet haben ? Letzten Endes hat man ja niemand etwas Gutes getan, auch nicht den Griechen selbst.
Es ist äußerst bedauerlich, wie jetzt die traditionelle Freundschaft zwischen beiden Ländern durch die Dämlichkeit der hohen Politik beschädigt worden ist !