Das Rettungspaket für Athen ist geschnürt, doch jetzt steigt die Nervosität der Finanzmärkte - und die Kritik an einer teuren Rettung wächst.
Trotz aller Hilfsangebote Europas für Griechenland nimmt die Nervosität der Finanzmärkte wieder zu. Nachdem die Euro-Staaten am Sonntag Kredite von bis zu 30 Milliarden Euro für das hochverschuldete Land versprochen hatten, waren die Kurse griechischer Staatsanleihen gestiegen. Inzwischen kehrt sich dieser Trend wieder um.
Aufstand vor dem griechischen Parlament - kürzlich legten Taxifahrer in Athen für zwei Tage lang den Verkehr lahm. (© Foto: AFP)
Anzeige
Am Donnerstag fielen die Notierungen zeitweise so stark, dass die Rendite der zehnjährigen Staatspapiere von 7 Prozent auf ein Niveau von 7,4 Prozent anzog. Damit hatten die Kreditkosten für die Regierung fast wieder die Höhe erreicht, die sie vergangene Woche vor dem Eingreifen der Euro-Finanzminister hatte. Erst am Nachmittag beruhigten sich die Werte. Wenn Griechenland knapp siebeneinhalb Prozent auf neue Schuldenpapiere zahlen muss, ist das mehr, als für Entwicklungsländer wie Panama oder Nigeria fällig ist. Die Kreditkosten für Deutschland betragen nur gut drei Prozent.
Das mit weit über 100 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung verschuldete Griechenland muss dieses Jahr etwa 30 Milliarden Euro frisches Geld auftreiben. Als vergangene Woche an den Finanzmärkten Panik herrschte, gab es bereits Befürchtungen, Athen bekomme von privaten Kapitalgebern kaum noch Mittel. Die Euro-Staaten entschlossen sich daraufhin, ihre geplante Hilfe zu präzisieren. Demnach kann Griechenland 2010 mit Krediten von bis zu 30 Milliarden Euro von den Euro-Nachbarn und mit bis zu 15 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF) rechnen. Beides zu Zinsen, die weit unterm Marktniveau rechnen. Doch auch dieses Signal verfehlt nun offenbar teilweise seine Wirkung.
Laute Kritik an Rettungsaktion
In Deutschland wächst unterdessen die Kritik an einer Rettungsaktion der Euro-Länder. Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute sprachen sich dafür aus, den IWF bei der Lösung der Griechenland-Krise und der Finanzprobleme einzelner EU-Staaten die Regie zu überlassen. "Er kann glaubwürdiger als eine EU-Einrichtung drohen, dass Finanzhilfen bei Nichtbefolgung von Auflagen nicht erfolgen und verfügt über große Erfahrung bei der Organisation von Rettungsprogrammen für Staaten", heißt es in dem Frühjahrsgutachten der Ökonomen, die die Bundesregierung beraten. Griechenland dürfe nicht "ohne Bedingungen" geholfen werden. Vielmehr seien die Hilfsmaßnahmen so zu gestalten, dass sie "Reformprozesse in dem betreffenden Land unterstützen". Nur so lasse sich ein Vertrauensverlust des gesamten Euroraums verhindern.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Thema
- Euro-Krise RSS
- Europa unterstützt Griechenland Viel Furor, viel Unwissen 15.04.2010
- Griechenland: Lehren aus dem Desaster Schutz und Sühne 14.04.2010
- Hilfen für Griechenland "Jetzt hängt Deutschland drin" 13.04.2010
- Nothilfe für Athen Griechenland importiert Vertrauen 12.04.2010
- Euro-Krise: Außenhandels-Präsident "Gift für die Wirtschaft" 17.05.2010
- Euro: Starker Wertverlust Mit Schwung in die Tiefe 17.05.2010
- Star-Ökonom Nouriel Roubini Rezepte des Dr. Doom 16.05.2010
Moderne Verwaltung
In der Tat, es gibt tatsächlich " Finanzfachleute," die der Bundesregierung allen Ernstes empfehlen, Kredite aufzunehmen und sie an Griechenland auszureichen. Deutschland zahlt 3 % und Griechenland solle an Deutschland 6 % zahlen! Ich würde mal gerne die Gaudi und das Geschrei in Euroland erleben. Aber andere Statten würden natürlich sofort mitmachen, beim Geld verdienen! Es ist zu vermuten, dass die Lobby derartige Aktionen massiv verhindern würde. Man könnte dann nicht mehr so fein spekulieren und der eigenen Verdienst wäre viel niedriger!
Die Märkte treiben die Regierungen vor sich her.
Die Regierungen springen wie ein Hündchen für seinen Herren....
...sind nur ein anderer Begriff für gewollte Kursmanipulationen sogenannter "Investoren". Diese investieren jedoch nicht, sondern springen auf fahrende Züge auf und ab, und versuchen durch die permanente Manipulation der Kurse das ständige auf und ab, das ständige rein und wieder raus, ihre Gewinne zu erzielen.
Das Gerede von den Märkten ist dummes Zeug.
und es dem IWF überlässt, die Kohlen aus dem Feuer zu holen.
Griechenland hat sich durch Betrug die Mitgliedsschaft erschlichen und wenn der Kopf stinkt, dann ist die Reformfähigkeit an der Basis nicht sonderlich ausgeprägt. Die notwendigen Daumenschrauben soll der IWF auspacken und nicht die EU. Da kommt nichts Gutes dabei heraus.
Der gute Nebeneffekt:
Wir Deutschen können uns schon einmal darauf einstellen, wenn wir mit unserem maroden Haushalt an der Reihe sind ..und können daraus lernen
Vielleicht sind wir tatsächlich lernfähiger!
wenn Deutschland 8,X Milliarden Euro zu 3% Zinsen aufnimmt und Griechenland das Geld für 5 % Zinsen ein Jahr lang leiht? Da hat der Steuerzahler doch nichts mit zu tun.
Paging