Extrem kostspielig: Vereinzelt verlangen Institute immer noch bis zu zehn Euro fürs Geldabheben - obwohl die Gebühren für Fremdkunden sinken sollten. Eigentlich.
Seit gut zwei Wochen ist an Geldautomaten alles anders: Verbraucher erfahren jetzt sofort, wie viel das Abheben von fremden Banken kostet. Eine erste Zwischenbilanz: Die Preise sind im Durchschnitt gefallen, vereinzelt verlangen Institute aber immer noch bis zu zehn Euro. "Wir sind weit von einem angemessenen Niveau entfernt", kritisiert Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale-Bundesverband.
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Zehn für mich, zehn für die Bank: Das Abheben am Geldautomaten ist oft zu teuer. (© ag.dpa)
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Eine Erhebung des Internet-Verbraucherportals biallo.de unter 262 deutschen Banken und Sparkassen ergab, dass das Abheben jetzt durchschnittlich 3,93 Euro kostet. Das sind etwa 1,70 Euro weniger als vor der Neuregelung.
Am teuersten sind die Sparkassen mit einem Durchschnittspreis von 4,40 Euro. Manche Institute langen weiter kräftig zu. Am teuersten ist die Sparkasse Anhalt-Bitterfeld, die von Fremdkunden zehn Euro kassiert. 7,50 Euro nehmen die Sparkassen Holstein und Altmark-West (Sachsen-Anhalt).
Die Genossenschaftsbanken sind mit einem Durchschnittspreis von 2,90 Euro deutlich billiger. Unter ihnen liegt die Volksbank Lübeck mit fünf Euro an der Spitze. Am günstigsten ist die PSD-Bank Niederbayern-Oberpfalz mit 1,89 Euro. Sie bleibt damit sogar unter dem Einheitssatz von 1,95 Euro, auf den sich private Banken geeinigt haben, darunter Deutsche Bank, Commerzbank, Postbank und HVB.
Zu der Neuregelung wurden die Institute von Politik und Kartellamt gezwungen, nachdem die Gebühren enorm gestiegen waren. Vor allem Sparkassen und Genossenschaftsbanken verlangten von Kunden fremder Banken häufig Gebühren von fünf, zehn oder sogar 20 Euro.
Die Banken selbst zahlen nur Centbeträge
Damals gab es aber noch ein Interbanken-Entgelt, das heißt, die Gebühr wurde zunächst der Bank des Kunden in Rechnung gestellt und diese gab sie dann an den eigenen Kunden weiter. Viele Geldhäuser deckelten den Betrag aber zum Beispiel bei fünf Euro und übernahmen den darüber hinausgehenden Betrag selbst.
Dieses Interbanken-Entgelt wurde mit der Neuregelung am 15. Januar abgeschafft. Die Bank zieht dem Fremdkunden das Geld nun direkt ab. Er sieht auch, was es kostet, bevor er die Transaktion ausführt und kann den Vorgang abbrechen, wenn es ihm zu teuer ist.
Verbraucherschützer Pauli moniert, dass Preise von knapp unter fünf Euro nach wie vor zu hoch seien. "Zwei Euro sollten das Maximum sein angesichts der Cent-Beträge, die der Vorgang die Banken wirklich kostet", sagt er. Sie lägen zwischen 30 und 70 Cent. Bekannt ist das dadurch, weil sich diese Beträge Banken aus der gleichen Institutsgruppe gegenseitig berechnen, die Geldabheben für ihre Kunden kostenlos anbieten.
Regionen ohne Wettbewerb sind benachteiligt
Auch die Anzeige des Betrages auf dem Display des Geldautomaten ist für Pauli noch nicht optimal. "Bei manchen Banken muss man dafür Karte, PIN-Nummer und den gewünschten Betrag eingeben, erst dann wird die Gebühr angezeigt", sagt er. Eigentlich sollte sie sofort beim Eingeben der Karte auftauchen.
Horst Biallo vom Verbraucherportal biallo.de erwartet, dass die Preise noch weiter sinken. "Gerade in Regionen, wo es Wettbewerb gibt, steigt der Druck für die Banken, weil die Verbraucher jetzt vergleichen können", sagt er. Was in Gebieten passiert, in denen es keinen Wettbewerb gibt und eine Bank dominiert, ist dagegen noch offen.
Das Kartellamt hat angekündigt, die Lage in den nächsten Monaten genau zu beobachten. "Gerade in ländlichen Regionen bleibt abzuwarten, ob sich die Preise tatsächlich bewegen", sagt Kartellamts-Chef Andreas Mundt.
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(SZ vom 03.02.2011/ema/mel)
Debatte über Urheberrecht
nachdem Sie offenbar nicht über Ihren Schatten springen können und Ihre falsche Aussage korrigieren, tu ich es hiermit:
Ein Konto bei der HVB ist nur dann gebührenfrei, wenn monatlich ein fester Betrag (Gehalt) eingeht -oder wenn der monatliche Kontostand im Quartalsschnitt über 1500 Euro liegt.
Das ist die Tatsache-und nicht das, was Sie hier geschrieben hatten.
Wie kommen eigentlich immer wieder Redakteure und Forumsteilnehmer auf die Idee, dass hauptsächlich Direktbank-Kunden von hohen Gebühren für Geldautomaten-Abhebungen mit der EC-Karte betroffen seien? Ich kenne jetzt zwar auch nicht alle Konditionen von allen Direktbanken, aber meines Wissens können Kunden von Direktbanken mit der Kreditkarte, meist Visa, kostenlos oder zumindest günstig an allen Automaten im Visa-Verbund abheben. Hintergrund ist, dass Visa die Gebühr für Abhebungen auf 1,74 € festgesetzt hat. Das ist eine Größe, mit der die Direktbanken kalkulieren können und diese Gebühr übernehmen sie auch (zumindest bei der DKB weltweit zu 100 %). Comdirektbank-Kunden können im Inland nur mit der EC-Karte bei Cashgroup-Banken gebührenfrei abheben, damit kann man eigentlich auch ganz gut leben. Nur die Gebühren von EC-Karten können die Automaten betreibenden Banken und Sparkassen selbst festlegen. Bei Mastercard weiß ich es nicht, da gibt es nur einen Hinweis auf http://www.zahlungsverkehrsfragen.de, dass eine zusätzliche Gebühr „ab 2009“ möglich sein solle.
Ich hatte viele Jahre ein Girokonto bei der Postbank, bin jetzt bei der DKB und habe im Inland noch nie Gebühren für Geldautomaten bezahlt, und auch im Ausland fast nie (Postbank Sparkarte gibt's ja auch noch). Nur die Kunden kleinerer Banken, die im Cash-Pool sind, haben doch wirklich ein Problem, Cashgroup-Kunden nur in winzigen Städten und Dörfern (ok, die Situation in München-Riem kann ich jetzt nicht beurteilen), aber das hätten sie sich auch bei der Kontoeröffnung überlegen können. Und fast überall kann man doch mit EC- oder Kreditkarte zahlen!
Danke- das sieht auf der HVB_Seite aber ganz ganz anders aus als von Ihnen beschrieben:
"...All das komplett für 0 Euro - bei monatlichem Lohn- oder Gehaltseingang (ohne Mindesthöhe) und monatlichem Spardauerauftrag ab 25 Euro. Jetzt profitieren!.."
(Zitat aus der HVB-Homepage-Willkommenskonto)
denn ein Lohn/gehaltseingang ist ja wohl ein Mindestbetrag-und den hatten Sie ja vorher verneint.
Also-bitte berichtigen-
es stimmt ganz einfach nicht, was Sie da vorher geschrieben hatten.
Webseite -> Willkommenskonto.
Es mag mir ja einleuchten, dass Banken wie die Sparkassen, die Genossenschaftsbanken oder größere Verbände wie Cashpool es nicht gerne sehen, wenn ihr Automaten- und Fillialnetz von "Trittbrettfahrern" wie diversen Direktbanken in gewisser Weise schon missbraucht werden. Ein weitverzweigtes Fillialnetz und eine hohe Dichte an Geldautomaten ist natürlich ein nicht ganz unerheblicher Kostenfaktor und es ist dem eigenen Kunden, welcher meist Kontoführungsgebühren entrichten muss, nur bedingt zu vermitteln, dass er mit ebendiesen Gebühren nicht nur die die durch ihn entstehenden Kosten, sondern auch die von Kunden anderer Institute querfinanzieren soll.
Es ist mir insofern - zumindest unter Anbetracht der vorgeblichen Argumentation seitens der Banken - weshalb hier nicht ein wenig mehr differenziert wird bzw. wurde: wenn die hohen Gebühren denn tatsächlich zur Abschreckung der DIrektbanken gedacht waren, weshalb erhebt dann beispielsweise die Sparkasse ebenso horrende Gebühren für die Kunden der großen Genossenschaftsbanken?
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