Zeitenwende in Brüssel: Deutschland verweigert unter Kanzlerin Merkel erstmals seine Rolle als eilfertiger Zahlmeister, wenn es in Europa brennt.
Die Einigung über die Hilfen für Griechenland beim Brüsseler Gipfel sind eine Zäsur. In Europa werden die Uhren anders gestellt, denn Deutschland verabschiedet sich aus seiner Rolle als europäischer Zahlmeister.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, die Ministerpräsidenten Spaniens und Griechenlands, José Luis Rodríguez Zapatero und Giorgos Papandreou, sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel (von links): Europa muss künftig mit einer verhalteneren Spendierfreudigkeit Deutschlands rechnen. (© Foto: AFP)
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Bislang galt: Wenn in Brüssel mal wieder ein Kompromiss nötig wurde, griff erst Bonn und später Berlin irgendwann einmal in die eigene Kasse - zum Wohle der europäischen Partner.
Doch diese Form der einseitigen Solidarität gibt es nun nicht mehr: "Ein guter Europäer ist nicht unbedingt der, der schnell hilft", hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor ihrer Abreise nach Brüssel in einer Regierungserklärung erklärt. Damit brachte sie noch einmal ihre harte Haltung auf den Punkt, mit der sie schon seit Wochen ihre europäischen Kollegen genervt hatte.
Zwei neue Bedingungen
Stattdessen hatte sie die beinharte Kanzlerin gegeben, die nicht nur jede konkrete Hilfszusage abschlägt, sondern sogar Gespräche über Griechenland in größerer Runde ausschließt. Frankreich und Spanien ließ sie mit deren Vorschlag für einen Sondergipfel in der Eurozone auflaufen. Sie wisse nicht, was man da zu bereden hätte, ließ Merkel mitteilen.
Den Befürwortern schneller EU-Hilfen entzog sie damit schon im Vorfeld des Brüsseler Gipfels immer mehr die Grundlage. Bilaterale europäische Hilfsgelder werden nach der Brüsseler Einigung nun zwar im Notfall fließen, doch Merkel setzte zwei neue Bedingungen durch: Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird beteiligt und die Hilfen gibt es nur im äußersten Notfall.
Die anderen Gipfelteilnehmer, die den amerikanisch dominierten IWF mit seinen strengen Richtlinien aus Europa heraushalten wollten, mussten sich fügen. Denn einen Notfallplan ohne die Beteiligung der größten Volkswirtschaft Europas hätte an den Finanzmärkten keinen Bestand gehabt.
Die vereinbarte Paketlösung Merkels sieht nun vor, dass die möglichen Hilfen des IWF für Griechenland zehn bis zwölf Milliarden Euro betragen könnten. Den Gesamtbedarf Griechenlands beziffert ein hochrangiger EU-Vertreter aber auf 22 bis 30 Milliarden Euro. Die fehlenden zwölf bis 20 Milliarden müssten dann die Euroländer zuschießen.
Im äußerten Fall 5,4 Milliarden Euro
Die Beiträge der einzelnen Eurostaaten sollen sich nach dem Kapitalschlüssel der Europäischen Zentralbank richten, auf Deutschland entfiele demnach ein Anteil von 27 Prozent der Gesamtsumme. Das wären im äußersten Fall 5,4 Milliarden Euro.
Diese Kredite werden aber nur als allerletztes Mittel, als Ultima Ratio gewährt und müssen von allen 16 Staaten der Eurozone einstimmig genehmigt werden. Deutschland könnte also auch in diesem Notfall immer noch ein Veto einlegen.
Für den Rückgriff auf das europäische Hilfspaket müsste Athen zudem tief in die Tasche greifen, denn für die Kredite der Partnerstaaten würden marktübliche Zinsen fällig.
Der deutsche Fiskus darf sich freuen.
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(sueddeutsche.de/pak/tob)
Ägypten
beileibe keine Verschwörung. Dazu gehörte planender Verstand.
Bezüglich der ehem. DDR . Ich erinnere an die Reden Lafontaines bezüglich der Währungsunion 1990 und deren Folgen.
Kohl ging den populistischen Wert und kuschte vor der Parole "Kommt die D.Mark nicht zu uns, kommen wir zu euch!"
Damit war das entgültige Todesurteil für eine "teilweise" funktionierende Wirtschaft gesprochen.
... immer weiter vom Thema ( D , der Exportweltmeister und das "unfaire" Außenhandelsungleichgewicht pp) , nicknoris - ... also die extrem hohe Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern , wollen Sie die auch den Regierungen in die Schuhe schieben ? Ohne die sähe die Alosenquote relativ zu den anderen Ländern nicht so schlimm aus .
Und "erzeugte" Arbeitslosigkeit ? Geht's noch , Herr Verschwörungstheoretiker ?
Einspruch:
Man erzeuge eine extrem hohe Arbeitslosigkeit und binde die Arbeitslosenunterstützung an die Auflage, auch die schlechtest bezahlte Lohnarbeit anzunehmen
man installiere Zeitarbeitsfirmen, die das Lohndumping perfekt beherrschen und garniere die ganze Melange mit dem Verhindern landesweiter Mindestlöhne
und schon fallen die Löhne - einzigartig in Europa.
"Die größte Schuld daran hatten und haben die angebots- und monetaristisch orientierten Sachverständigen, auf deren Rat sich die KanzlerInnen verließen. "
Dass Regierungen auch in D wirtschaftspolitisch durch Drehen an der Steuerschraube ("angebots- und monetaristisch orientiert") ein wenig mit-steuern können , ist sicher richtig . Dass unsere Regierung aber auch noch die Löhne festlegt für ohnehin schon immer miese bezahlte Jobs in bestimmten Branchen , das ist mir neu . Wissen Sie da Genaueres ?
Frau Merkel hat den Beruf verfehlt. Denn besser könnte keine Schauspielen. Deutschland weigert sich Zahlmeister in Europa zu sein! Ein toller Ansatz- doch dann wird doch gezahlt. Grichenland hat einen Sparplan- an den sich keiner hält und Deutschalnd zahlt wiedermal 20 % aller Kosten.
Paging