Um die Märkte zu beruhigen, brauche Italien so schnell wie möglich eine funktionsfähige Regierung, sagt Rettungsfonds-Chef Klaus Regling. Der EFSF will noch im Dezember neue, kurzfristig laufende Anleihen verkaufen, um für Notfälle gerüstet zu sein.
Klaus Regling macht aus seiner Sorge keinen Hehl. "Italien läuft die Zeit davon, um die Märkte zu beruhigen", sagte der Chef des Euro-Rettungsfonds EFSF im Gespräch mit europäischen Zeitungen. "Das Land braucht so schnell wie möglich eine funktionsfähige Regierung."
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EFSF-Chef Klaus Regling (© dpa)
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Regling sagte weiter, der EFSF sei vorbereitet, Italien zu helfen, falls die Turbulenzen anhielten. "Wenn ein Land kommt und sagt, es braucht sofort Hilfe, dann sind wir bereit." Am Mittwoch waren die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen über sieben Prozent angestiegen. Das gilt als Grenze des Finanzierbaren. Klettern sie weiter, wird die Finanzierung der italienischen Staatsschulden beinahe unbezahlbar.
Am Montag steht der nächste Test an: Dann will Rom eine über fünf Jahre laufende Anleihe ausgeben. Am Donnerstag gelang es immerhin, Geldgeber für einjährige Staatsanleihen zu finden. Allerdings musste Italien sechs Prozent bieten, im Oktober waren es bei einer Auktion noch 3,6 Prozent. Viele Anleger fürchten, dass das Land seine Anleihen nicht komplett zurückzahlen kann.
Um helfen zu können, sagte Regling, müsse Rom einen entsprechenden Antrag an die Euro-Gruppe stellen. Stimmten die Euro-Länder und auch die Europäische Zentralbank zu, stünden verschiedene Instrumente bereit. Der EFSF könne sowohl neu ausgegebene als auch alte Anleihen am Markt aufkaufen oder vorbeugend Kreditlinien einräumen. Regling betonte, dass alle Hilfen an Spar- und Reformauflagen gebunden seien.
Der EFSF könne derzeit noch 250 bis 300 Milliarden Euro an Krediten vergeben. Insgesamt verfügt der Fonds über ein Kreditvolumen von 440 Milliarden Euro, ein Teil davon ist bereits für Irland, Portugal und Griechenland reserviert. Der Chef des EFSF begrüßte ausdrücklich den neuen Premier Griechenlands, Lucas Papademos. "Allein der Fakt, dass es eine neue Regierung gibt, beruhigt die Märkte." Er selbst habe Papademos als damaligen Vize-Präsidenten der Europäischen Zentralbank über acht Jahre als verlässlich schätzen gelernt.
Regling kündigte an, dass der EFSF noch im Dezember damit beginne, kurzfristig laufende Anleihen auszugeben, sogenannte T-Bills. Die Schuldscheine sollen über drei, sechs oder zwölf Monate laufen. "Mit kurzfristigen Anleihen können wir viel Geld aufnehmen", betonte der EFSF-Chef. Damit will der Euro-Rettungsfonds eine Art Liquiditätspuffer aufbauen, der genutzt werden soll, um schnell in Märkte eingreifen und Staatsanleihen klammer Länder aufkaufen oder Banken rekapitalisieren zu können. "Damit wird der EFSF schlagkräftiger", betonte Regling.
Die Bonitäts-Bestnote Triple A ist nach Ansicht des EFSF-Managements eine zwingende Voraussetzung dafür, dass Investoren diese Euro-Papiere kaufen. "Wir arbeiten als Krisenfonds und brauchen deshalb in diesem schwierigen Umfeld das Triple A", sagte Regling. Nur mit der Bestnote könne der Fonds seine "maximale Wirkung" entfalten.
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Christopher Lee zum 90.
Wieso? Steht S&P schon wieder in den Startlöchern?
"Selbstverständlich müssten die Euroländer unbegrenzte Garantien aussprechen."
So ist es. Zur Not müsste auch die EZB einspringen, eben wie eine echte Zentralbank und nicht wie so ein Saftladen, der von den deutschen Bundesbankern von vorne bis hinten manipuliert und diskreditiert wird.
Mir völlig unverständlich ist die Abwertung dieser Papiere durch die Einschränkung, dass nur 20, 30 oder 40% der Zeichnungssumme garantiert werden.
So muss ja ein Risikoaufschlag die Papiere verteuern.
Würden die USA mit ihren Treasury-Bonds genau so verfahren, dann stiegen deren Zinsen auf 3- 4 Prozent und das Land wäre sofort pleite - selbstverschuldet.
Selbstverständlich müssten die Euroländer unbegrenzte Garantien aussprechen. Lippenbekenntnisse halt.