Ein Haus bauen und nie wieder für die Heizung zahlen: Diese Vision hatten Wissenschaftler und Architekten schon in den 1980er Jahren. In der Forschung entstanden erste Niedrigenergiehäuser und Drei-Liter-Häuser.

Auch mit ersten Häusern, die ohne fossile Brennstoffe auskommen, wurde experimentiert. Doch bei null Litern war nicht Schluss: Heute gibt es sogar Häuser, die mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen.

Ein Plus-Energie-Musterhaus in Mirow: Über die 217 Quadratmeter Kollektorfläche auf dem Süddach werden Strom und Wärme produziert. Das Wohnhaus für fünf Personen produziert den Erbauern zufolge pro Jahr etwa 17.000 Kilowattstunden (kWh) Solarstrom und 10.000 bis 20.000 kWh Solarwärme. Neben dem Eigenbedarf von 10.000 kWh sorgt dieses Haus somit für einen Stromüberschuss von ca. 7000 kWh, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist und entsprechend vergütet wird. (© Foto: ddp)

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Ein Passivhaus ist laut Sabine Stillfried vom Passivhaus-Institut in Darmstadt ein Gebäude, in dem eine behagliche Temperatur ohne separates Heiz- oder Klimatisierungssystem möglich ist. Es gelte als sogenanntes Effizienzhaus 55 und werde deshalb von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Ein Passivhaus komme im Jahr mit weniger als 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche aus.

Doch es geht noch weniger. "Vor mehr als zehn Jahren hat man gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik ein Null-Heizenergie-Haus entwickelt, sagt Klaus-Dieter Schwendemann von Weber Haus in Rheinau-Linx in Baden-Württemberg. Das damalige Konzept setzte auf gute Wärmedämmung, Südausrichtung und das optimale Ausnutzen regenerativer Energien.

"Da Sonnenkollektoren für die Heizung zuständig sind, muss für den Wärmebedarf im Winter ein Langzeitspeicher eingebaut werden", erklärt Schwendemann. Dieser Speicher müsse ein Volumen von 20.000 Litern Wasser haben - und nehme den halben Kellerraum ein. Die Mehrkosten für den Speicher und gut gedämmte Wände rechneten sich durch die Energieersparnis im Vergleich zu anderen hochgedämmten Konzepten nicht unbedingt.

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