Ein Land, dessen öffentliche Haushalte "sparen" sowie Schuldenbremsen einbauen, verzichtet auf eine realwirtschaftliche Belebung, die dem Wohlstand und der Lebensqualität aller Menschen dient. Es blockiert eine Investitionsoffensive des Staates, die private Investitionen nach sich zöge: in zukunftsfähige Bereiche des ökologischen Umbaus der Verkehrssysteme, der Energiequellen, der Ernährungsweisen sowie solidarischer Bildungs- und Gesundheitssysteme.
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Der Jesuit Friedhelm Hengsbach, 72, war bis 2006 Leiter des Oswald-von-Nell-Breuning-Instituts für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik in Frankfurt am Main. (© Alessandra Schellnegger)
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Eine Eurozone, die auf keine andere zentrale wirtschaftspolitische Steuerungsform vertraut als auf Verschuldungsraten öffentlicher Haushalte und einen stabilen Binnen- und Außenwert der Währung (wobei Letzteres gleichzeitig nicht gelingen kann) - eine solche Eurozone liefert sich deflationären Trends und einer schleichenden Wachstumsschwäche aus. Um den Primat der Politik wiederzugewinnen, ist eine koordinierte Beschäftigungs-, Finanz-, Einkommens- und Außenwirtschaftspolitik notwendig. Eine globale Finanzarchitektur, die der Episode der US-Dollar-Hegemonie folgt, wird auf einer Mehrzahl eigenständiger Währungsräume gründen.
3. Dieses Sparen ist widersinnig. Diese in Wahrheit gelbe Koalition ist eine Meisterin im Umgang mit "Spar"-Techniken, die das Fahren auf Sicht erlauben, während der Zweck der Fahrt oder das Ziel der Reise im Nebel bleiben. Finanzielle Prioritäten signalisieren, dass die eigenen Sympathisanten bedient werden. Aber beliebig verstreute Sandkörner lassen noch keinen Sinn erkennen. Ein architektonisches Konzept, das Gerechtigkeit im Ganzen und auf Dauer sowie mehr persönliche Freiheit für alle anzeigt, ist nicht zu entdecken.
Würde das Sparkonzept wenigstens in Teilen eine neue Balance erahnen lassen, die in der Krise angestrebt wird, dann könnte es weniger widersinnig wirken. Eine Balance zwischen öffentlich und privat bereitgestellten Gütern, zwischen der Industriearbeit und der Arbeit an den Menschen. Eine Balance zwischen der Leistung von Männern und Frauen sowie ihrem jeweiligen Entgelt dafür. Eine Balance zwischen den Ansprüchen der jetzt lebenden Verbraucher und Produzenten und denen der Natur, sowie auch eine Balance zwischen der Zeit, die der Arbeit gewidmet wird und der für das private Leben. Dieses Sparen zeigt: Auf all dies legt die Koalition keinen Wert.
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(SZ vom 06.07.2010/mel)
Eurovision Song Contest
"Klar, einfach, nüchtern" analysiert, beobachtet und sachlich zusammengefasst - kann sich doch heute niemand mehr den Fakten und Tatsachen verschließen, dass sämtliche Gesetze und Reformen der letzten Dekade nur einem Ziel dienten: der Umverteilung von Einkommen und Vermögen ...
Wobei die Politik sich und ihre Klientel vornehm schadfrei gehalten hat, während sie den Bundesbürgern Geld und Leistungen gekürzt und "Gürtel enger schnallen" verordnet hat ...
Und welcher christliche und soziale Demokrat zweifelt heute lautererweise noch ernsthaft daran, dass mehr und mehr fremdbestimmte Parteien und egomane, korrumpierbare Politiker das akzeptabel ausgewogene und gerechte, empfindliche Gleichgewicht einer SOZIALEN Marktwirtschaft - scheibchenweise antisozial und nachhaltig Gemeinwohl schädlich - abgeändert und verändert haben ?!?
Unsere Marktwirtschaft ist längst nicht mehr SOZIAL - und entwickelt sich zur Plutokratie ...
"Die zunehmende ideologische(!) Fremdbestimmung(!) in unseren Parteien und die zunehmende(hört hört!) Korrumpierbarkeit(?) unserer egomanen(!) Volksvertreter (und zu allem Überffluss : ...) in Verbindung mit der Definierung eines "falschen Leistungsgedanken"(!), ..."
Ob das noch mal was wird , bei Ihnen : einen klaren einfachen nüchternen unverquasten Gedanken zu fassen ?
"fair-play's Rezept : Man verfrachte die Schwarz-Gelben auf die Halbinsel Sachalin - ... und alles wird gut !"________________Das wäre eine nicht genehmigte Abfall Entsorgung und die Russen würden sie zurück schicken weil sie es schaffen würden selbst deren Industrie und Wirtschaft zu unterminieren!
Ich zerstöre ja nur ungerne das Bild, das Sie von mir offenkundig haben ...
Aber ich kann Ihnen versichern, dass ich als christlich-sozialer und auch ökologisch-liberaler Demokrat (immerhin war ich 20 Jahre CDU/CSU-Mitglied) keinen Menschen irgendwohin "verfrachten" oder "deportieren" würde ...
Die zunehmende ideologische Fremdbestimmung in unseren Parteien und die zunehmende Korrumpierbarkeit unserer egomanen Volksvertreter in Verbindung mit der Definierung eines "falschen Leistungsgedanken", veranlasst mich allerdings mit meinen Kommentaren seit über zwei Jahren hier im Kommentarbereich des Südcafé auf Missstände, Unzulänglichkeiten und Ungerechtigkeiten aller Art und Güte hinzuweisen - dies zugegebenermaßen auch gerne polemisch und überspitzt ... ;-)
Nachdem ich Sie für ideologisch genauso wenig voreingenommen halte, wie ich es bin, können wir uns gerne bei Gelegenheit in unseren Gästebüchern weiter darüber austauschen ...
Da jeder Mensch mehr oder weniger egoistisch ist, wenn er nicht besonders dämlich oder ein Heiliger sein will, hätte die Politik die Aufgabe, Partikularinteressen gegen das Gemeinwohl abzuwiegen und einen Interessensausgleich zugunsten des Gemeinwohls herbeizuführen. Da aber auch Politiker nicht nur gerne wichtig sind, was in der Natur der Sache liegt, sondern auch Egoisten und zuweilen die gleichen Gierhälse sind wie Steuerhinterzieher, Ausbeuter und Schmarotzer (ich meine die, die sich vor dem Steuerzahlen drücken aber alle Leistungen des Staates für sich in Anspruch nehmen). Gleiches gilt auch für unsere Parteien. Aber das alles ist Systemimmanent, denn auch der akzeptierte Lobbyismus, die Einflussnahme auf Politik ist nur mit Geld, d.h., über das Bedienen von Einzel- und Gruppenegoismen oder Gier möglich. Bestechung von Abgeordneten ist immer noch halblegal, d.h., das wird nicht geahndet. Soweit so schlecht.
Wenn aber die Gier so übermäßig gewachsen ist, dass hemmungsloses Kassieren von Parteispenden als Gegenleistung für Steuersenkungen, das Verspielen der Zukunft eines Landes, zumindest der Materiellen Gestaltungsfähigkeit, zugunsten von Banken, Milliardären und Großunternehmen international zur Normalität geworden ist, dann wird es Zeit, die Notbremse zu ziehen.
Eine Lösung wäre, einfach die Demokratie wieder einzuführen und bereits den normalen Lobbyismus unter Strafe zu stellen.
Paging