Bargeld Das ist der neue Zehn-Euro-Schein

Mehr Sicherheit gegen Fälscher und die Sagengestalt Europa: Die EZB stellt den neuen Zehn-Euro-Schein vor. Neue Zahlen zum Falschgeld im Euro-Raum zeigen, dass Schutz vor Betrügern dringend nötig ist.

Leuchtend animierte Sicherheitsmerkmale auf dem Bildschirm, dazu ein bisschen Soft-Rock: In einer Präsentation hat die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt den neuen Zehn-Euro-Schein vorgestellt.

Die Banknote werde vom 23. September 2014 an gesetzliches Zahlungsmittel in den mittlerweile 18 Ländern der Währungsunion, teilte die EZB mit. Wie der bisherige Zehn-Euro-Schein ist auch die Neuauflage rot gefärbt und zeigt ein Beispiel romanischer Architektur. Nach dem Fünf-Euro-Schein, der im Mai 2013 in Umlauf kam, ist es die zweite Note seit der Euro-Einführung 2001, die ersetzt wird.

Neue Sicherheitsmerkmale sollen den Schein sicherer machen. Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele sagte: "Mit dem neuen Zehn-Euro-Schein wird es für die Bevölkerung leichter, die Echtheit der Noten zu überprüfen. Für die Fälscher wird es hingegen schwieriger."

Auf den Noten ist wie schon beim Fünf-Euro-Schein ein kleines Porträt der griechischen Sagengestalt Europa zu sehen. Die Gestaltung der Note orientiert sich zu großen Teilen am Vorgänger: Die Tore und Brücken auf den Scheinen bleiben erhalten. Dieses Jahr folgt nun der neue Zehn-Euro-Schein, danach in aufsteigender Reihenfolge die Noten mit den höheren Nennwerten: 20, 50, 100, 200 sowie 500 Euro.

Der neue Zehn-Euro-Schein

Die Vorstellung war einer der wenigen Anlässe in den vergangenen Krisenjahren, bei dem die EZB der Öffentlichkeit ein angenehmes Thema vorstellen konnte. Die Atmosphäre war locker. Ein Journalist fragte, ob die EZB plane, den 500-Euro-Schein abzuschaffen. Der werde zum legalen Bezahlen kaum benutzt, sondern hauptsächlich von Kriminellen. EZB-Ratsmitglied Yves Mersch antwortete: "Kriminelle benutzen auch gerne deutsche Autos, aber das ist kein Grund, diese zu verbieten."

Die Zahlen der EZB zeigen, dass Sicherheit gegen Fälscher dringend nötig ist. 2013 wurde im Euro-Raum deutlich mehr Falschgeld sichergestellt als im Jahr zuvor. Polizei, Handel und Banken zogen 670.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr, das teilte die EZB am Montag ebenfalls mit. Das sind rund 26 Prozent mehr als 2012. Am häufigsten wurden 20er und 50er gefälscht, sie machen zusammen 78 Prozent aller sichergestellten Blüten aus.

Dennoch sei die Gefahr, mit einer Blüte in Kontakt zu kommen, für Verbraucher sehr niedrig, heißt es aus der Notenbank: "Angesichts der Tatsache, dass tagtäglich über 15 Milliarden echte Euro-Geldscheine im Umlauf sind, ist diese Zahl sehr gering."

In Deutschland ist die Entwicklung gegenläufig. Nur 39.000 gefälschte Euro-Banknoten wurden aus dem Verkehr gezogen, teilte die Bundesbank mit, rund sechs Prozent weniger als 2012. Den entstandenen Schaden beziffert sie auf 2,1 Millionen Euro, ebenfalls etwas weniger als im Vorjahr.