Zeitleisten-Strahl Facebook-Timeline startet in Deutschland

Facebook hat eine neue Profilansicht eingeführt: Auch deutsche Nutzer können jetzt, wenn sie es denn wollen, ihr gesamtes Leben im sozialen Netzwerk abbilden. Damit alles schön ausführlich wird, haben die Nutzer sieben Tage Zeit, um ihre Timeline zu erstellen.

Auch die rund 40 Millionen deutschen Facebook-Nutzer können ihr Profil jetzt auf die neue Chronik umstellen. Der neue Dienst zeigt alle Aktivitäten einer Person im Zeitleisten-Stil an: Links und rechts von einem Zeitstrahl erscheinen chronologisch sortierte Statusnotizen und andere Aktionen, die die Person über Facebook geteilt hat. Die wichtigste Änderung: Auch weit in der Vergangenheit liegende Ereignisse lassen sich jetzt ergänzen - bis zur Geburt.

Damit bekommen die Profilseiten der Facebook-Nutzer eine ganz neue Optik. Es ist jetzt möglich, eine große Grafik ganz oben auf der Seite einzubinden - zusätzlich zum Profilbild. Das neue Design der Profile erinnert an Blogs und Online-Magazine. Einschneidende Erlebnisse wie die Geburt oder ein Jobwechsel werden gesondert hervorgehoben.

Mit einem Navigationsmenü am rechten Rand können Besucher auch Ereignisse der vergangenen Jahre und Jahrzehnte schnell einsehen. Bisher musste dafür sehr lange gescrollt werden. Ein Aktivitätenprotokoll stellt alle Ereignisse in Kurzform auf einer einzigen Seite dar.

Eigenhändig aktivieren

Facebook setzt die neue Funktion nicht selbstständig ein; die Nutzer müssen sie eigenhändig aktivieren. Das geht über einen Link - anschließend dauert es sieben Tage, bis das Profil auch für die Öffentlichkeit umgestellt wird. Diese Verzögerung soll dem Nutzer Zeit geben, seine Zeitleiste selbst zu gestalten.

Die Chronik-Ansicht stieß bei der ersten Präsentation im September auf ein geteiltes Echo. "So erzählt man die ganze Geschichte seines Lebens auf einer einzigen Seite", warb Facebook-Chef Mark Zuckerberg damals. Facebook zeigt die Mögklichkeiten der neuen Funktionen in einem Video.

Einige Beobachter befürchteten angesichts der großen Datenfülle allerdings mögliche Nachteile beim Schutz der Privatsphäre. Das Unternehmen betont, dass Nutzer die volle Kontrolle über alle Mitteilungen behalten.