Überwachungsskandal NSA soll 50.000 Computer-Netzwerke infiziert haben

Der Überwachungsskandal um die NSA geht weiter: Einem Medienbericht zufolge hat der amerikanische Geheimdienst weltweit 50.000 Computer-Netzwerke mit Schadsoftware infiziert. Diese Technik dient dazu, besonders sensible Daten auszuspähen.

Der Überwachungsskandal um den amerikanischen Geheimdienst NSA weitet sich aus. Laut Informationen der niederländischen Abendzeitung NRC Handelsblad hat die NSA als Teil ihrer Überwachungstätigkeiten weltweit 50.000 Computer-Netzwerke infiziert. Das gehe aus einer Präsentation hervor, die dem Dokumente-Bestand des Whistleblowers Edward Snowden entstammen und der Zeitung vorliegen.

Der Geheimdienst habe Schadsoftware in die Netzwerke eingespeist, um an sensible Informationen zu gelangen, schreibt die Zeitung. Der Fachbegriff für diese Art der Überwachung lautet Computer Network Exploitation (CNE). Ausgeführt werden solche Attacken bei der NSA von einer Gruppe, der mehr als 1000 Hacker angehören sollen und deren Abteilung den Namen Tailored Access Operations (TAO) trägt.

Die Washington Post hatte im August über die Spezialeinheit berichtet. Damals war von 20.000 infizierten Netzwerken im Jahr 2008 die Rede. Offenbar hat die NSA ihre Überwachungstätigkeiten mit dieser Technik in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet.

GCHQ überwachte belgische Telekomfirma

Das Infizieren von lokalen Computer-Netzwerken und einzelnen Computern hat für Überwacher den Vorteil, dass dort auch Daten abgegriffen werden können, die mit einer reinen Überwachung des Internetverkehrs nicht zugänglich wären. In vielen Fällen bleibt solche Schadsoftware für lange Zeit unerkannt.

Erst im September war bekannt geworden, dass der britische Geheimdienst GCHQ das Netzwerk der belgischen Telekomfirma Belgacom mit Schadsoftware ausgespäht hatte. Mehreren Angestellten des halbstaatlichen Unternehmens wurde eine Spähsoftware untergejubelt. Ziel soll es gewesen sein, die Belgacom-Infrastruktur zum unbemerkten Ausspähen von Smartphone-Nutzern einzusetzen.