Trotz verschlüsselter Absprachen im Internet Rauschgiftfahnder zerschlagen Drogenring

"Das sind intelligente Computerfreaks, technisch versiert": Über eine verschlüsselte Plattform im Internet hat eine Bande mit Drogen gehandelt - die Fahnder fassten die Täter dennoch.

Rauschgiftfahnder des bayerischen Landeskriminalamts (LKA) haben einen internationalen Drogenring zerschlagen. Vier Tatverdächtige aus Deggendorf, Berlin und Brandenburg an der Havel sitzen in Haft. Die drei Männer und eine Frau sind zwischen 24 und 28 Jahre alt, wie ein LKA-Sprecher sagte. Ein 51-jähriger Niederländer kam nach seiner Festnahme und Vernehmung wieder frei.

Die Ermittler stellten mehr als 18 Kilogramm Amphetamin sowie Bargeld, Konten, Autos und Immobilien im Gesamtwert von etwa 700.000 Euro sicher. Die Bande soll im großen Stil im Internet Drogenhandel betrieben haben.

Seit Anfang 2013 ermittelten das LKA und die Staatsanwaltschaft Deggendorf gegen die Gruppe; am vergangenen Donnerstag erfolgte der Zugriff. Im sogenannten Darknet, einem verschlüsselten und anonymisierten Internet-Netzwerk, soll die Gruppe eine Plattform für Drogenverkauf betrieben haben.

Über die Plattform konnten sich Käufer wie bei legalen Verkaufsportalen Drogen aussuchen, in den virtuellen Warenkorb legen, bestellen und mit der Online-Währung Bitcoins bezahlen. Die Ware bekamen sie in Paketen zugeschickt, die reale Bezahlung erfolgte auch per Post.

Das Drogengeschäft sei sehr konspirativ und hochprofessionell abgelaufen, sagte der Ermittler Thomas Pregler. "Das sind intelligente Computerfreaks, technisch versiert. Solche Leute machen keine Fehler. Sie arbeiten nahezu perfekt." Den Fahndern gingen sie dennoch ins Netz.