Tipps zum Kauf eines Fernsehers Was muss ein Fernsehgerät mitbringen, um internettauglich zu sein?

Clips von Youtube, Kinofilme auf Abruf, Musik von Spotify und Videokonferenz per Skype - alles auf dem Fernseher, ohne von der Couch aufstehen zu müssen. Ein Smart TV mit Internet-Anschluss macht's möglich. Doch nicht überall wo Smart TV drauf steht, sind auch alle gewünschten Funktionen enthalten.

Von Matthias Huber

Smart-TVs sind mit herkömmlichen Fernbedienungen nur umständlich zu bedienen. Daher bieten die Hersteller spezielle Fernbedienungen für ihr Modell.

(Foto: dpa)

Wollen Sie mit Ihrem Fernseher Internet-Anwendungen benutzen, so gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie schließen ein externes Gerät an, oder der TV verfügt selbst über einen Online-Zugang. Die Hersteller bewerben solche Fernseher meist mit der Bezeichnung "Smart TV". Ausnahmen sind Panasonic ("SmarTViera") und Sony, deren internettaugliche Geräte Sie am Begriff "Internet TV" erkennen können. Häufig wird die Möglichkeit, über den Fernseher ins Internet zu gehen, auch als "Hybrid TV" oder "Connected TV" bezeichnet.

Dazu muss der Fernseher mit dem heimischen Netzwerk verbunden werden können. Fast alle aktuellen Geräte haben zu diesem Zweck eine WLAN-Antenne für die kabellose Kommunikation im Gehäuse verbaut, nur wenige ältere Modelle sind noch auf den Anschluss per LAN-Kabel angewiesen. Und für die meisten von ihnen bieten wiederum die Hersteller nachrüstbare WLAN-Antennen mit USB-Stecker an.

Was kann man mit einem internetfähigen Fernseher machen?

Das mögliche Angebot ist vielfältig: Von Videoportalen wie Youtube über die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender bis hin zu kostenpflichtigen Video-on-Demand-Diensten wie Maxdome oder Lovefilm; Videotelefonie über Skype (wenn Kamera und Mikrofon im Fernseher integriert oder an diesen angeschlossen wurden); soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter; oder einfach per integriertem Browser jede beliebige andere Webseite ansurfen.

Allerdings sind längst nicht alle diese Anwendungen auf allen Geräten verfügbar. Jeder Hersteller stellt ein eigenes Programmpaket zusammen und installiert entsprechende Apps auf dem TV. Zwar können jederzeit zusätzliche Apps heruntergeladen werden. Aber dabei ist man auf das Angebot im herstellereigenen Download-Portal beschränkt. Immerhin rüsten die Firmen ständig nach und gehen neue Partnerschaften ein, so dass eine Liste des verfügbaren Sortiments nur eine Momentaufnahme ist. Der Video-on-Demand-Anbieter Maxdome war beispielsweise bis vor wenigen Monaten nicht mit Fernsehern von Philips oder Sony zu erreichen, inzwischen ist aber zumindest ein entsprechendes Software-Update versprochen (Stand Februar 2013). Bislang exklusiv ist dagegen der Musik-Streaming-Dienst Spotify nur auf Samsung-Fernsehern nutzbar.

Welches Angebot für den Kunden das beste ist, hängt also ganz von seinen Ansprüchen ab. Wer beispielsweise bereits Kunde bei einem bestimmten VoD-Anbieter ist, sollte vorher überprüfen, ob der Wunschfernseher diesen auch unterstützt. Entsprechende Informationen finden sich in der Regel auf den Webseiten der Anbieter oder TV-Hersteller selbst.

Eine Handvoll grundsätzlicher Anwendungen hat sich aber als Standard etabliert. So sind alle aktuellen Geräte beispielsweise mit Apps für Youtube, Facebook oder Skype ausgestattet. Auch ein Browser ist immer installiert. Mit ihm lassen sich die meisten Angebote ansteuern, für die der TV-Hersteller bisher keine App zur Verfügung gestellt hat.

Eine gleichwertige Alternative ist das aber nicht. Dafür ist die Bedienung per Fernbedienung zu unkomfortabel. Web-Adressen lassen sich damit nur sehr umständlich eingeben, herkömmliche Internetseiten nur notdürftig bedienen. Deshalb liefern die meisten Hersteller eine zusätzliche Fernbedienung speziell für die Smart-TV-Funktionen ihrer Geräte mit, die mit Touchpad, Touchscreen oder Sprachsteuerung zu bedienen ist. Außerdem gibt es für einige Fernseher passende iOS- oder Android-Apps, mit denen das Smartphone oder Tablet zur Fernbedienung wird.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff HbbTV?

Die Abkürzung steht für "Hybrid broadcast broadband TV". Die Technologie ist der inoffizielle Nachfolger von Videotext und verknüpft TV- mit Internetinhalten. Die Fernsehsender stellen zusätzlich zu ihren Programmen passende Webseiten zur Verfügung, die von HbbTV-fähigen Geräten abgerufen werden können. Darauf können Zusatzinformationen zur gerade laufenden Sendung oder auch unabhängige Nachrichten angezeigt werden. Auch die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen und der meisten Privatsender sind auf diesem Weg verfügbar - weshalb die TV-Hersteller mittlerweile meist darauf verzichten, dafür eigene Apps bereitzustellen.

Internet-TV über externe Geräte

Kann der Fernseher selbst nicht direkt ans Netz gebracht werden, gibt es eine ganze Reihe von Alternativen, um das Internet dennoch auf den großen Bildschirm im Wohnzimmer zu holen. So sind die aktuellen Spielekonsolen - Sony Playstation, Microsoft Xbox und Nintendo Wii U - allesamt in der Lage, wenigstens einen Teil des Funktionsumfangs von Smart TVs zu ersetzen. Mit "Apple TV" und "Google TV" gibt es von den beiden Technologie-Riesen Lösungen, um ausgewählte Internetinhalte wie iTunes (Apple) oder Youtube (Google) auf dem Fernseher anzuzeigen. Auch einige neuere Bluray-Player sind mit Internetfunktionen ausgestattet. All diesen Zusatzgeräten ist aber gemein, dass man - ebenso wie bei Smart TVs - vom Angebot ihres Herstellers abhängig ist. Keinen Beschränkungen unterliegt lediglich ein sogenannter "Home Theater PC" (HTPC), also ein aufs Wesentliche reduzierter Computer für das Wohnzimmer. Allerdings ist dessen Einrichtung und Bedienung in der Regel weniger komfortabel als die oben genannten Alternativen.