Alles ein "Missverständnis"? Nachdem CSU-Innenminister Friedrich für seine Gedankenspiele über ein Ende der Anonymität im Netz heftige Kritik erntet, will das Ministerium nun die Wogen glätten. Ein Sprecher bezeichnet die umstrittenen Aussagen als "Appell an die Zivilgesellschaft" - eine gesetzliche Klarnamen-Pflicht stehe nicht zur Debatte.
Das Bundesinnenministerium hat nach eigenen Angaben keine Pläne, gegen die Anonymität im Internet vorzugehen. Es wäre ein Missverständnis, die Äußerungen von Minister Hans-Peter Friedrich (CSU) in einem Spiegel-Interview so zu interpretieren, sagte ein Sprecher am Montag auf Anfrage.
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Innenminister Friedrich: "Wie will er das überprüfen?" (© Getty Images)
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Friedrich habe sich lediglich für eine demokratische Streitkultur im Netz ausgesprochen. Die Aussage sei ein "Appell an die Zivilgesellschaft gewesen". Friedrich sei nach wie vor der Ansicht, dass es auch im Internet durchaus Bereiche gebe, in denen Anonymität sinnvoll sei. Es gehe nicht um eine gesetzliche Pflicht, sich im Netz überall ausweisen zu müssen.
Friedrich hatte mit seinen Äußerungen im Spiegel eine breite Debatte ausgelöst. "In der demokratischen Auseinandersetzung streiten wir mit offenem Visier auf Basis unserer verfassungsmäßigen Spielregeln. Warum sollte das im Internet anders sein?", sagte er dem Nachrichtenmagazin unter anderem.
Warum müssten Blogger wie der vom Norwegen-Attentäter Anders Behring Breivik zitierte "Fjordman" ihre wahre Identität nicht offenbaren, fragte Friedrich. "Normalerweise stehen Menschen mit ihrem Namen für etwas ein. Warum nicht auch ganz selbstverständlich im Internet?"
Friedrich war mit seinem Interview auf parteiübergreifende Kritik gestoßen. Auch in der Regierungskoalition wurde bezweifelt, ob sich der Vorschlag umsetzen ließe.
Auch FDP skeptisch
Burkhardt Müller-Sönksen, medienpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, sagte der Berliner Morgenpost, die Forderung sei illusorisch: "Kommentare und Blogs sind im weltweiten Netz nicht kontrollierbar. Jeder kann sich eine E-Mail unter falschem Namen zulegen. Wie will Herr Friedrich das bitte überprüfen?" Für die Umsetzung fehle es allein schon an Personal: "Sie können nicht Millionen Einträge mit einer handvoll Mitarbeiter überwachen."
Der netzpolitische Sprecher der Grünen, Konstantin von Notz, kritisierte: "Herr Friedrich kann nicht einmal in Deutschland für einen angemessenen Datenschutz sorgen, und jetzt will er global die Anonymität im Internet abschaffen. Das ist schlichtweg nicht möglich."
Der SPD-Experte Lars Klingbeil verwies darauf, dass schon jetzt strafrechtlich relevante Beiträge im Netz verfolgt würden. "Das Problem sind eher Kommentare, die noch nicht strafbar sind, aber extreme Inhalte aufweisen", sagte Klingbeil der Zeitung. In der Berliner Zeitung sprach von Notz von einer "wohlfeilen Nebelkerze" des Bundesinnenministers. Klingbeil warf Friedrich in dem Blatt "Profilierung im Sommerloch" vor.
"Ausdruck von Hilflosigkeit"
Friedrich ging selbst davon aus, dass ihm dieser Vorstoß "in der Netzgemeinde wüste Beschimpfungen einbringen wird". Tatsächlich meldete sich umgehend die Piratenpartei, die sich für Freiheit im Internet einsetzt.
Die Möglichkeit, sich anonym zu äußern, sei Voraussetzung für eine echte Meinungsfreiheit. "Herr Friedrich greift hier einen der Grundpfeiler unserer Demokratie an", sagte der Parteivorsitzende Sebastian Nerz.
Als "Ausdruck von Hilfslosigkeit" wertete der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz die Überlegungen des Ministers. "Der Gedanke ist ja menschlich durchaus sympathisch", sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Aber das internationale Netz entwickelt sich weltweit naturwüchsig und richtet sich nicht nach der Meinung des deutschen Innenministers oder anderer wohlgesinnter Zeitgenossen." Es sei "unglaublich naiv", wenn Friedrich glaube, die Probleme mit dem Extremismus auf diese Weise in den Griff zu bekommen.
Anmerkung: Die Reaktionen auf den Friedrich-Vorstoß wurden um 12:45 Uhr um die Aussagen des Sprechers des Innenministeriums ergänzt.
(sueddeutsche.de/dpa/dapd/joku)
Da geht gar nichts ab, wenn man mit Klarnamen schreibt, auch nicht bei links- oder rechtsradikalen Themen, bei manchen höchstens der Verstand, womit ich ausdrücklich nicht Sie meine, wie ein kleiner Besuch im Infokasten meines Facebookaccounts beweist;-) Vielen Dank auch, dass Sie mich hier mit dem Screenshot bekannt gemacht haben. Erwarte schon voller Begeisterung die von Ihnen angekündigten Blumengrüße:-) Zu Ihrer Beruhigung, ist noch nie vorgekommen, dass ich auch nur irgendwie belästigt worden wäre. Tipp: Sich einfach nicht so wichtig nehmen!
wertete der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz die Überlegungen des Ministers."
Herr Doktor Wiefelspütz ist selbst die personifizierte Hilflosigkeit.
Bitte mal "Wiefelspütz" und "Friedmann" bei Youtube eingeben.
Für einen Wiefelspütz kann ein Kommentar garnicht extrem genug sein!! --
Schlimm, daß so jemand wie Doktor Wiefelspütz ÜBERHAUPT irgendetwas zu sagen hat in Deutschland.
Noch schlimmer, ja WIDERWÄRTIG!!, den Namen "Thomas Mann" aus dem Munde von Doktor Wiefelspütz zu hören!
WIDERLICH !!
Oh, Deutschland, mich ekelt vor dir ---
1. Das Netz ist eben nicht anonym, es gibt IP-Nummern, die leicht herauszufinden sind.
2. Natürlich gelten die Gesetze auch für das Internet - was denn sonst? ...
3. Beleidigende, menschenverachtende Beiträge usw. können (und sollten!) so schnell wie möglich gelöscht werden.
4. Es gibt die AGB und die nettiquette. Mindestens 95% der User halten sich daran!
5. Bei vielen Parteipolitikern, die sich jetzt persönlich profilieren wollen (Sommerloch!), ist eine erschreckende Unkenntnis beim Thema Internet festzustellen. Besuchen Sie bitte entsprechende Kurse. Fragen Sie Ihre Praktikanten.
6. Das Internet für die überaus schlimmen Verbrechen in Norwegen veranmtwortlich zu machen, ist schon sehr realitätsfern!
7. Viele Künstler tragen Künstlernamen: War Roy Black feige
8. Müssen jetzt auch geheime Wahlen verboten werden, weil ja Menschen mit ihrem Namen ganz selbstverständlich für ihre Meinung einstehen sollen?
...
Die Münchner CSU-Affäre war eine politische Affäre, die ab Anfang 2003 vom Münchner Bezirksverband der Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU) ausging, und deren landespolitische Auswirkungen in Bayern bis zum Frühjahr 2007 andauerten.
Eine Gruppe junger CSU-Mitglieder, die befreundete Funktionäre der Jungen Union waren, beeinflusste ab 2001 parteiinterne Wahlen der Münchner CSU. Ziel war es, an Parteiposten und politische Ämter zu gelangen. Der Münchner Merkur und die Süddeutsche Zeitung deckten ab Herbst 2002 „Mitgliederschleusungen“ und ab Frühjahr 2003 „Mitglieder- und Stimmenkauf“ in der Münchner CSU auf. Durch staatsanwaltliche Ermittlungen und ein Amtsgerichts-Verfahren wegen Urkundenfälschung gegen einige Nachwuchspolitiker geriet die im Juni 2003 neugewählte CSU-Bezirksvorsitzende Monika Hohlmeier unter zunehmenden Druck. Im Juni 2004 wurden drei Angeklagte zu empfindlichen Geldstrafen verurteilt. Nachdem einer der Beschuldigten im Juli 2004 in der Süddeutschen Zeitung behauptete, die bayerische Kultusministerin habe von den Wahlmanipulationen gewusst und habe sie gebilligt, kündigte Monika Hohlmeier ihren Rücktritt vom Münchner Bezirksvorsitz an.
Dieser Vorgang wurde beschleunigt, als bekannt wurde, dass sie Parteifreunde mit geheimen Dossiers bedrohte.
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Diesen Beitrag habe ich hier abgeschrieben:
http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnchner_CSU-Aff%C3%A4re
Die csU träumt von einem Dossier über jeden Internetnutzer.
Ihr Vergleich 'Klarnamen in Blogs = Elektr. Fussfessel für Jedermann' triffts exakt.
Aber ich glaube eher an einen praktischen Personalausweis (eingepflanzter RFID-Chip), den diese Freiheitsexperten noch realisieren werden. Dann können die PPP-Freiko(r)ps besser ihren Job machen.
Paging