StartX-Gründer Teitelman über das Silicon Valley Von der Uni zum Internetunternehmer

StartX-Gründer Cameron Teitelman: Studenten und Professoren helfen

(Foto: OH)

Mitten im Silicon Valley ist die Elite-Universität Stanford beheimatet. Um den Studenten die Unternehmensgründung zu erleichtern, setzt die Uni auf eine enge Kooperation mit der Wirtschaft. Der 23-Jährige Cameron Teitelman leitet das StartX-Gründerzentrum. Zweiter Teil einer Serie über Kaliforniens Hightech-Standort.

Protokoll: Matthias Kolb, Palo Alto

Wenn es um das Silicon Valley geht, dann ist die Rede von Innovationen, technischem Fortschritt und den immergleichen Unternehmen: Apple, Google und Facebook. Doch die Besonderheit des 77 Kilometer langen Streifen, der im Norden Kaliforniens von San Francisco durch das Santa-Clara-Tal runter nach San José führt, machen erst die zahlreichen Start-Ups und deren Gründerinnen und Gründer aus.

In einer kleinen Artikelserie lassen wir acht Persönlichkeiten aus der Hightech-Region zu Wort kommen - Unternehmer und TV-Sternchen, Amerikas erfolgreichsten Immobilienmakler und einen Deutschen, der an einem "Start-Up-Kompass" tüftelt, der Gründern vorhersagt, ob ihre Projekte durchstarten oder scheitern werden. Den Anfang machte David Sacks, Chef des sozialen Netzwerks Yammer. Im zweiten Teil stellen wir nun Cameron Teitelman, 23, Leiter des StartX-Gründerzentrums der Uni Stanford vor.

Unser wichtigstes Ziel hier bei StartX ist es, den Studenten und Professoren von Stanford dabei zu helfen, ihre Geschäftsideen umzusetzen. Ich habe StartX vor zwei Jahren gegründet, nachdem ich selbst im Grundstudium meine erste Firma gestartet hatte. Damals merkte ich, wie schlecht die Uni organisiert ist. Also haben wir die vielen Möglichkeiten, die Stanford bietet, gebündelt, damit unsere Gründer schneller erfolgreich sein können.

Egal ob Drittsemester, Doktorand oder Professor - jeder, der eine Verbindung zu Stanford hat, kann sich bei uns bewerben. Wer aufgenommen wird, kann sich ganz auf seine Idee konzentrieren: Die Teilnehmer erhalten kostenloses Essen, Unterkunft sowie Arbeitsplätze, es gibt Hilfe in Rechtsfragen und beim Abfassen eines Businessplans. Finanziert wird unser Accelerator durch Spenden von Firmen und Stiftungen. Andere wichtige Gründungszentren sind der Y Combinator, wo AirBnB und Dropbox entstanden sind, oder AngelPad.

Anbindung an Privatwirtschaft wichtig

Ein Vorteil von StartX ist der Zugriff auf das riesige Alumni-Netzwerk der Elite-Hochschule. In Stanford war die Anbindung an die Privatwirtschaft immer wichtig, schon in der Gründungsurkunde stand 1891: "Die Universität soll den Studenten helfen, erfolgreich zu sein". Fred Terman, der 1925 als Professor hier anfing, gilt als einer der Väter des Silicon Valley, weil er die Schranke zwischen Forschung und Industrie einriss. Er sagte zu seinen Studenten: "Hewlett, Packard, geht raus und gründet eine Firma mit dieser Technik". Und schau dir HP heute an: Es ist ein großes, erfolgreiches Unternehmen.

Hier in Stanford gibt es die Überzeugung, dass es gut ist, die entwickelten Innovationen kommerziell nutzbar zu machen, damit sich die Welt verbessern kann. Unser jetziger Präsident, John Hennessy, war einer der ersten Investoren bei Google, er hat selbst Firmen gegründet und verkauft. Er ist ein Unternehmer, genau wie viele Professoren hier. Wer hier studiert, der weiß, dass Yahoo, Netscape, Instagram oder PayPal von Stanford-Studenten oder Absolventen ins Leben gerufen wurden.

Aus StartX ist noch keine weltweit bekannte Firma entstanden, aber ich bin mit dem Erreichten sehr zufrieden. Gerade läuft der siebte Kurs von StartX. Von den 60 Firmen sind 85 Prozent ausreichend finanziert, eine hat ein Kaufangebot über 100 Millionen Dollar von Facebook und Zynga erhalten. Insgesamt haben wir 180 Gründern geholfen und wenn diese Runde vorbei ist, dann haben knapp 90 Firmen das Programm durchlaufen.