Internet ist ein Bildermedium. Es gibt sehr schöne Bilder zu sehen auf Deinem neuen Bild-Blog. Kai beim Impfen, Kai stehend, Kai sitzend, Kai im 360-Grad-Format, Kai im Irak. Großartig, wie Du die kreative Armut Deiner Gegner vorführst, die auch auf kai-diekmann.de vorkommen, und die im Vergleich doch deutlich abfallen. Du zitierst die Niggemeiers dieser Welt, und lässt sie wie publizistische Goldfischchen aussehen im Vergleich zum großen Weißen Hai.
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Das ist offenes Visier, so etwas hat Dir mancher nicht zugetraut, erst recht nicht bei uns, bei der taz. Und doch hören die Angriffe gegen Dich nicht auf.
Wer bloggt denn von den bekannten Journalisten überhaupt? Gut, Dein Welt-Kollege Thomas Schmid kann die Schreib-Manie auch im Digitalen nicht einhalten. Aber ansonsten? Giovanni di Lorenzo von der Zeit oder Frank Schirrmacher von der Frankfurter Allgemeinen? Wer nimmt sich dafür schon die Zeit, die er nicht hat?
"Du hast eine planetare Alleinstellung erreicht"
Keine Ahnung, wie Du das alles so machst. Aber Du hast mit kai-diekmann.de eine planetare Alleinstellung erreicht, und das will in diesem Geschäft etwas heißen. Du warst ja bei einem Bambi-Fest von Hubert Burda, für den Du einst die Bunte frisiert hast, auch schon mal als Video-Journalist unterwegs - aber so ein Blog ist doch gleich eine ganz andere Sache!
Wunderbar auch, wie Du irgendwelche Sweatshirts oder Unterwäsche mit "Kai" im Che-Guevara-Look oder mit "I-love-KD"-Optik anpreist, sehr ironisch, weil jeder sofort an die "Volks-Produkte" des Hauses Springer denken muss, an die "Volks-Bibel" und den "Volkscomputer", die Du sonst promotest.
Jetzt also den "Volks-Kai", das ist überparteilich pfiffig. Wer liebt KD, wer liebt Kai Diekmann? Auch wir machen ein wenig, taz-korrekt, Merchandising. Einen Moment habe ich überlegt, ob Du als Genosse dort auch vertreten sein könntest, aber dann kam mir diese Idee allzu verwegen vor.
Allerdings war es vielleicht wirklich des Guten zu viel, in "Mein Kaufhaus" auf Deinem Blog die Zeitung Bild als "Red Hot Chili Paper" zu preisen.
In internen taz-Debatten habe ich mir erlaubt, auf den Vorbildcharakter solcher Transparenz hinzuweisen. Das hätte ich besser nicht getan. Die Folge: üble Beschimpfungen. Ich musste mir zum Beispiel anhören, dass Dein Lebenslauf ("Ich") doch geschönt sei. Es fehle das abgebrochene Studium, die Reise nach Moskau, und überhaupt, dass Helmut Kohl Dein Trauzeuge war und Du wiederum Trauzeuge für Kohls Freund Leo Kirch, das hätte auch Erwähnung finden sollen. So kleinlich sind die hier. Dabei: Wer ist schon bald neun Jahre Chefredakteur einer solchen Zeitung, ohne gefeuert oder zum Vorstand hochbefördert worden zu sein?
"Endlich ist Selbstironie kein knappes Gut"
Und, schließlich: Mit Deiner Frau Katja Kessler führst Du eine Ehe, über die sie genauso offen wie Du schreibt. Wer ihr neues Buch liest, weiß, wie es bei Euch zu Hause zugeht. "Schatzi!" nennt sie Dich und einen "Masochisten", weil Du wirklich alles liest, was sie schreibt. Selbstironie jedenfalls ist hier endlich einmal kein knappes Gut, und das merkt man sofort an Sätzen wie: "Gestern war einer dieser Tage, an denen ich verstanden habe, warum Frauen ihren Männern Strychnin ins Essen rühren."
Lieber Kai, auch hier bei der taz würden Dir einige am liebsten beim nächsten Genossen-Treff Strychnin in die Cola mixen. Dein Blog hat sie endgültig provoziert. Erst wollten sie Dich ausschließen, jetzt aber gibt es eine neue Idee: Sie wollen Axel Springer unterwandern, vielleicht auch die Hauptversammlung mit subversiven Redebeiträgen aufmischen und womöglich für irgendeine esser-wie-messer-scharfe Aktion Günter Wallraff anheuern. Ich weiß nicht genau, was sie vorhaben, aber es muss etwas Großes sein, ein Aufmacher sozusagen.
Du hast es also mit diesem Blog geschafft, das sei Dir im Vertrauen mitgeteilt. Ich freue mich auf die 100 Tage Blog. Vielleicht werden ja auch 1000 Tage daraus.
Mit solidarischen Grüßen
Dein *
* Name der Redaktion bekannt
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Die Rechnung wird erst noch präsentiert.
Wann so alles passieren kann, wenn das Ego größer ist als die Persönlichkeit.
Es ist sehr interessant,wenn man die Leserbriefe liesst.Es ist so wie der Verstorbene Kabaretist D. Huesch,sagte. Die linke hat keinen Humor,den gibt es auf der anderen Seite etwas mehr. Einst war die Linke und die Alternative beruehmt und beruechtigt fuer ihre Schlagfertigkeit. Der Humor und die geistige Ueberlegenheit,waren auf ihrer Seite und die Konseratieven fanden sich im humorlosen Theater wieder. Man das waren noch Zeiten,wo sind sie geblieben ? Mit den neuen Linken sind die Humorlosigen Gesellen und Gesellinnnen aus dem verknoecherten Westen und den biederen Osten eingezogen. Dann viel Spass, mit dem Kai.
Es genügt schon, dass man mit Leuten wie Diekmann auf dem selben Planeten leben muss. Bitte, liebe SZ-Redaktion, mutet mir nicht zu, Gesicht und/oder Namen dieses Herrn (Wehner würden sagen: dieses angeblichen) in meiner Lieblingszeitung zu sehen. Schröder und ich weiß nicht wer mag ja BILD und Diekmann lesen; ich krieg schon eine alergische Reaktion, wenn ich nur mit dem Einkaufswagen am Zeitungsstand vorbeifahre.
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