Bereits eine Million deutscher Facebook-Mitglieder sind in den vergangenen Tagen auf einen Wurm hereingefallen, der sich im Netzwerk verbreitet. Sie müssen nun mit Werbemüll rechnen.
Spam-Alarm bei Facebook: Ein sich rasant verbreitender Wurm sorgt derzeit für Unmut im Netzwerk. Er setzt auf die Neugier der Mitglieder: Nutzer werden dazu verleitet, auf einen Link zu klicken um angeblich sehen können, wer wie oft das eigene Profil angeschaut hat.
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"Sowas soll man nie tun, auch wenn die Neugier groß ist", warnt Prof. Norbert Pohlmann, Leiter des Instituts für Internet-Sicherheit an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Denn mit dem Klick verschickt sich der Wurm automatisch an alle Facebook-Freunde des Nutzers. Die angepriesene Funktion, die auch als Anti-Stalker-App bezeichnet wird, gibt es gar nicht.
Der Wurm erreicht die Facebook-Nutzer als Veranstaltungs-Einladung, Pinnwand-Eintrag und sogar im Chat. Mit dem Satz "WOW Jetzt kannst du sehen wer sich dein Profil ansieht!", "Schau dir an wer dein Profil sieht" oder "Meine Top Profil-Stalker" bringt er nach Einschätzung von Pohlmann viele User spontan dazu, dem Link vielleicht auch wider besseren Wissens zu folgen. Inzwischen sollen in Deutschland fast eine Million Facebook-Mitglieder auf den Trick hereingefallen sein.
Tückisch sei zudem, dass die vermeintliche Anti-Stalker-App von Accounts von Freunden verschickt wurde und daher für vertrauenswürdig gehalten wird. Schaden richte der Wurm auf dem Computer aber wohl nicht an, sagte Pohlmann.
Sorgen macht dem Internet-Experten allerdings der Datenschutz: "Wenn Unbekannte durch den Wurm auf mein Profil zugreifen können, ist es unklar, was sie mit den Daten machen." Diese könnten möglicherweise zu Werbezwecken missbraucht werden.
Die "Wurmkur" für das eigenen Profil sei verhältnismäßig simpel, sagte Pohlmann. Die Wurm-Einträge mit dem Link sollten auf der Veranstaltungsliste, auf der Pinnwand oder in anderen Profil-Einstellungen einfach gelöscht werden.
Nur Chuck Norris weiß Bescheid
Pohlmann kritisierte auch die mangelnde Transparenz des Internet-Unternehmens. "Facebook klärt über viele Dinge nicht vernünftig auf." Zum Beispiel seien deutliche Warnungen vor Würmern und möglichen Gefahren notwendig.
Viele Facebook-Mitglieder nehmen den Wurm mit Humor. Die neugegründete Gruppe "Nur Chuck Norris kann sehen, wer auf deinem Profil war..." hat schon Zehntausende Fans. Sprüche über den Actionstar sind im Internet ein Running Gag, da Norris in seinen Filmen gerne als übermenschlicher Superheld dargestellt wird.
Warum wollen wir eigentlich wissen, wer unser Profil angesehen hat? Das SZ-Magazin geht der Frage nach. Hier entlang.
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(sueddeutsche.de/dpa/joku)
Wirbel um Obama-Biographie
... gehören zu den größten gefahren für die Jugend! Eigenartig das Beides eines auf sozial macht.
"Ganz einfach, Firmen können so die Informationen kostenlos und unkompliziert auslesen?"
Mir ist das schon klar, nur offensichtlich den meisten Usern nicht! Dahingehend zu sensibilisieren wird auch eher fehlschlagen.
HALLO????? Chuck Norris wird nicht als übermenschlicher Superheld DARGESTELLT. Chuck Norris ist es!
...wird es nie mehr los. Facebook ist ein Spamwurmtrojanervirus.
"Aber warum muss eine "Glücksnuss" mit einem dummen Spruch, den mir angeblich mein Freund schickt, alles auslesen?"
Ganz einfach, Firmen können so die Informationen kostenlos und unkompliziert auslesen. Wenn ich mich noch recht entsinne, ist es sogar so, dass den apps das Recht eingeräumt wird, nicht nur die Informationen des eigenen Profils, sondern auch die Informationen aus den Profilen der Freunde abzugreifen. D.h. wenn man für sich selbst die Privatsphäreneinstellungen relativ strikt wählt, hat man halt immer noch das Problem, dass Exhibitionisten aus dem Bekanntenkreis diese Bemühungen zunichte machen (von Facebook mit Sicherheit so gewollt).
Falls Sie noch irgendwelche Anwendungen auf Ihrem Profil aktiviert haben, können Sie übrigens bei den "Privatsphäre-Einstellungen" unter "Anwendungen und Webseiten" bei "Anwendungen, die du verwendest" einzeln überprüfen (unter "Informationen, die durch deine Freunde zugänglich sind" lassen sich die Zugriffe über Freunde einschränken, aber ich traue dem Verein nicht über den Weg. Irgendwelche Hintertürchen sind bestimmt offen), welche Anwendung welche Ihrer Daten in letzter Zeit abgerufen hat.
Dagegen ist die Überstellung der Fluggastdaten eigentlich schon fast Kinderkram...
Paging