Reaktion auf Snowden-Enthüllungen Google will Internet-Suche verschlüsseln

Google will verschlüsselte Suchanfragen als Standard einführen.

Internetnutzer in China haben es schwer - Behörden überwachen, was sie im Netz treiben. Google könnte eine Suchmaschine ihrer Wahl werden: Der Konzern macht Suchanfragen künftig unkenntlich.

Für die NSA und andere Geheimdienste wird es schwerer, die Internet-Suche von Google-Nutzern zu überwachen: Der Konzern ist dazu übergegangen, die Suchanfragen standardmäßig zu verschlüsseln, wie eine Google-Sprecherin der Washington Post bestätigte.

Der Schritt könnte insbesondere für China relevant sein: Dort ist es Teil der Internet-Kontrolle durch die Behörden, Ergebnisse zu Suchanfragen wie "Dalai Lama" herauszufiltern. Aber die Zensoren sähen immer häufiger nur Wirrwarr, da die Anfragen verschlüsselt abliefen, berichtete die Zeitung. "Die Enthüllungen des vergangenen Sommers haben gezeigt, dass wir unsere Netze verstärken müssen", erklärte die Google-Sprecherin. Einer der Schritte dafür sei, die Internet-Suche weltweit zu verschlüsseln. Der US-Geheimdienst NSA hat nach bisherigen Erkenntnissen in großem Stil Suchanfragen im Internet gesammelt und ausgewertet.

"Egal aus welchem Grund jetzt verschlüsselt wird, es wird chinesischen Bürgern helfen, an Informationen zu kommen, die ihnen vorher verwehrt waren", zitiert die Zeitung den Aktivisten Percy Alpha, Mitbegründer von GreatFire.org. Die Plattform beobachtet Internetblockaden der chinesischen Behörden, die dort "Große Firewall" genannt werden. "Das wird den Zensoren ziemliche Kopfschmerzen bereiten. Wir hoffen, dass andere Unternehmen dem Beispiel von Google folgen", fügte Alpha hinzu.

Die Verschlüsselungs-Pläne von Google könnten dazu führen, dass die Suchmaschine in China komplett geblockt wird, mutmaßt die Washington Post. Google habe in China zwar einen deutlich geringeren Marktanteil als in anderen Ländern, werde dort aber dennoch von internationalen Firmen genutzt. Eine Sperre können für den US-Konzern daher wirtschaftliche Konsquenzen haben.

Im Februar hatten chinesische Blogger US-Außenminister John Kerry um Hilfe gegen Internetblockaden gebeten. In einem Treffen mit Kerry in einer US-Botschaft in China beklagten sie verschärfte Zensur.