Prozess gegen kino.to Hauptadministrator muss ins Gefängnis

Drei Jahre Haft für 23.000 Raubkopien: Der Hauptadministrator des illegalen Filmportals kino.to ist vor dem Leipziger Amtsgericht schuldig gesprochen worden. Er soll tausende Filme auf die Server des Online-Portals gestellt haben.

Der Hauptadministrator des illegalen Internet-Filmportals Kino.to ist am Mittwoch vom Amtsgericht Leipzig zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Martin S. allein 23.000 Raubkopien von Filmen auf interne Server gestellt hatte. Dem 27-jährigen war unerlaubte gewerbsmäßige gemeinschaftliche Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke vorgeworfen worden.

Bereits am vergangenen Freitag war ein 33 Jahre alter Webdesigner vom Amtsgericht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, der ebenfalls bei Kino.to mitgearbeitet hatte.

Bei kino.to waren nach früheren Angaben zuletzt mehr als eine Million Links auf geschützte Werke aus Film und Fernsehen präsentiert worden, monatlich kamen etwa 131.000 hinzu. Die Drahtzieher des illegalen Netzwerkes saßen in Leipzig. Auf Konten fanden die Ermittler etwa 2,5 Millionen Euro. Das Geld wurde beschlagnahmt. Insgesamt gab es 13 Festnahmen.

Die Polizei war Anfang Juni bundesweit gegen die Betreiber der Internetseite vorgegangen. Über kino.to waren Raubkopien von Spielfilmen und Serien illegal verbreitet worden. Die Seite wurde abgeschaltet. Einige Betreiber sollen von Leipzig aus agiert haben und wurden von der sächsischen Sondereinheit INES aufgespürt.