Das Netz macht Enthüllungsgeschichten zur öffentlichen Aufgabe: Wie Wissen und Geld der Internetnutzer dem Journalismus in Krisenzeiten helfen.
Peter Shankman sagt, er habe ein Herz für Reporter. Er sagt, er weiß um ihre Nöte: ständig vernetzt sein, die ständige Suche nach dem richtigen Ansprechpartner zur richtigen Zeit. Seine Website helpareporterout.com verspricht ein Instant-Netzwerk, vor dem sich das Adressbuch jedes noch so gestandenen Journalisten schämen muss. 100.000 sogenannte Sources haben sich seit dem Start des Projekts im Frühjahr 2009 eingetragen.
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Leser zahlten der Reporterin Lindsey Hoshaw 10.000 Dollar für eine Recherchereise (© Screenshot: YouTube)
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Wer nun Expertenwissen für seine Geschichten benötigt, trägt in ein Formular Thema und Deadline ein, drückt auf Senden. Und wartet. Mehr als 1000 solcher Anfragen vermittelt der Dienst jede Woche. Das Netz antwortet prompt. Die Reaktionen der Journalisten sind überwiegend positiv. Noch dazu ist der Service gratis.
Es gehe ihm nur um "das gute Karma", schreibt Shankman, der sich auf seiner privaten Website selbstbewusst als "CEO, Unternehmensgründer, Abenteurer" vorstellt, und, wohl aus Erfahrung, gleich auch ein Problem adressiert: "Fragen Sie sich, ob sie dem Journalisten wirklich helfen können. Bitte melden Sie sich nicht auf die Anfragen, wenn Sie nur Ihren Namen in einer Zeitung lesen wollen."
Der Obama-Effekt im Journalismus
Einen ähnlichen Weg der netzgebundenen Kontaktliste schlägt der Dienst Hacktweets ein. Dessen Gründer wollen dem Kurznachrichtendienst Twitter endlich einen praktischen Nutzen verleihen. Journalisten können dort ihre Fragen thematisch bündeln und so auf die Weisheit einer breiten Masse hoffen - auf Antworten aus dem großen Gedankenstrom namens Internet.
Projekte wie diese haben die amerikanische Journalistin Tanja Aitamurto veranlasst, in einem Artikel für die Onlinezeitung Huffington Post vom "Obama-Effekt im Journalismus" zu schreiben.
Aitamurto vergleicht diese Art Journalismus mit der Mobilisierung der Massen über soziale Netzwerke während Barack Obamas Kampagne 2008. Knapp 500 Millionen Dollar sind so über Mikro-Spenden für seinen Präsidentschafts-Wahlkampf zusammengekommen. Aber aus dem Netz kam für den Kandidaten nicht nur Geld, sondern auch eine Welle der tatkräftigen politischen Unterstützung.
Auf solche Effekte hofft jetzt die Medienbranche. Mitte November verkündete ausgerechnet ein Sprecher der glamourösen Vogue, dem Flaggschiff des Condé Nast Verlags, eine Kooperation mit der Firma Blue State Digital. Das Start-up-Unternehmen, das dem amerikanischen Präsidenten half, sein soziales Netzwerk mybarackobama.com aufzubauen, soll Vogue sowohl auf redaktioneller als auch wirtschaftlicher Seite beraten. Ein bemerkenswerter Sinneswandel: Bis vor kurzem weigerte sich die elitebewusste Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour, das Wort Blog auch nur auszusprechen.
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Lieber hanfbauer,
das war unser kleiner Versuch, über Crowdsourcing die Weisheit der sde-Community anzuzapfen. Er war erfolgreich!
Ernsthaft: Vielen Dank für Ihren Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert und bitten, diesen zu entschuldigen.
Beste Grüße,
Johannes Kuhn, sueddeutsche.de
der titel bringt mich auf die naheliegende idee, die bei der sz offenbar schon lange umgesetzt wird: der praktikant fürs korrekturlesen wird eingespart und es wird zur aufgabe der leser offensichtliche rechtschreib- und grammatikfehler zu finden...
also liebe sz: "das netz" bevorzugt, du aber bevorzugst eine eigenartige grammatik....