Vorstoß der Internet-Provider: Müssen datenhungrige Dienste bald eine Zusatzgebühr für den verursachten Internetverkehr zahlen?
Straßen, auf denen nur Autos bestimmter Hersteller fahren dürfen? Auf denen für Trucks mit Nahrung ein Tempolimit gilt, während Fuhren mit Möbeln oder Kleidung freie Fahrt haben? Undenkbar.
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Noch ist die Netzneutralität in Deutschland nicht genau geregelt. (© Foto: dpa)
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Geht es um das Internet - oft auch als Daten-Autobahn bezeichnet - ist der freie Verkehr hingegen keine Selbstverständlichkeit. Auch auf der Bloggertagung Re:publica in Berlin diskutierten am Donnerstag Experten, wie die sogenannte Netzneutralität gewährleistet werden kann. Demnächst wird das Thema auch bei der Bundesregierung auf der Tagesordnung stehen.
Was sich hinter dem sperrigen Begriff verbirgt: Netzbetreiber wie die Telekom, Vodafone oder O2 sollen alle Daten gleich behandeln und keine Inhalte sperren oder bremsen - egal ob der Nutzer gerade Videos auf YouTube anschaut, E-Mails schreibt oder einfach surft.
Vodafone sperrt Skype aus
Das aber ist keine Selbstverständlichkeit. Gerade wenn die Nutzer große Datenmengen saugen, setzen die Anbieter auf Tempolimits und Sperren. Telekom und Vodafone erlaubten ihren Kunden zum Beispiel nicht, den Dienst Skype auf dem Handy zu nutzen - selbst wenn diese einen Pauschaltarif hatten. Denn der Dienst für Internet-Telefonie schadet dem eigenen Geschäftsmodell. Nach einigen Streitigkeiten können Nutzer nun darauf zugreifen - aber nur gegen Aufschlag.
Netzneutralität hilft Wettbewerb Befürworter sehen Netzneutralität als wichtige Voraussetzung für Wettbewerb und Innovationen. Sie argumentieren, dass das Prinzip "gleicher Zugang für alle" dem Wettbewerb diene - und damit dem Verbraucher.
"Die Netzanbieter haben bei ihren eigenen Kunden ein Monopol", sagt Privatdozent Simon Schlauri von der Universität Zürich, der über Netzneutralität habilitierte. Wenn das Unternehmen beispielsweise mit einem Videoportal kooperiere und dessen Konkurrenten aussperre, nutze es diese Alleinstellung aus.
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Wirbel um Obama-Biographie
Ein Grund, warum ich mitten in der Stadt wohne und nicht mehr auf dem Land war, dass ich dort ausschließlich die Telekom als Internetanbieter zur Auswahl hatte.
Die monströse Regulierungsbehörde hat zwar ermöglicht, dass man Tarife von 1&1, Vodafone etc. durchaus buchen kann, aber das letzte-Meile-Problem ist bis heute nicht behoben. Zudem ist es wirklich ein Alptraum, wie Constanze Kurz beschreibt, nicht nur den Anbieter zu wechseln, sondern auch eine Störung zu beheben, da in solchen Konstellationen Vodafone & Co alle Probleme auf die Telekom schieben und die einen wieder zurück auf den Anbieter verweisen, mit dem man ja schließlich den Vertrag habe.
So kann man schonmal wochenlang ohne Telefon und Internet verbringen und viele hier werden die grausamen Support-Hotlines ebenfalls kennen und hassen, bei denen man sich erst einmal 10 Minuten durch sch**ßfreundliche Menüansagen tippen muss, um mit einem Menschen zu sprechen.
Als Verbraucher erwarte ich bei einem Internetzugang einen ungefilterten und unregulierten Zugang zum Netz. Jeder Eingriff in meinen Datenverkehr stellt einen Qualitätsmangel dar, über den klar informiert werden muss. An der Käsetheke würde man seine Ware ja auch zurecht um die Ohren gekloppt bekommen, wenn sie zu 90% aus dem umhüllenden Wachs bestünde!
Leider entscheidet hierüber wieder mehrheitlich dieses ahnungslose aber meinungsvolle Juristenvolk...
"Straßen, auf denen nur Autos bestimmter Hersteller fahren dürfen? [...] Undenkbar."
Wieso undenkbar? Ich kann mir sehr gut denken die linke Spur auf BABs nur fuer BMW zu reservieren.
*scnr*
Die Politik wird national nur den Vorgaben der Wirtschaft folgen. Solange die Netzneutralität nicht europarechtlich vorgegeben wird, solange wird da nichts passieren.
Frage: Regelt "Rom II" nicht schon mittelbar die Neutralität?