Lokalisierung bei Facebook Wo ist Walter?

Ab sofort sollen Facebook-Nutzer sehen können, wo sich ihre Freunde aufhalten. Der Lokalisierungsdienst eröffnet einen milliardenschweren Werbemarkt - und ruft Datenschützer auf den Plan.

Die mehr als 500 Millionen Nutzer des Internet-Netzwerks Facebook können demnächst verfolgen, wo ihre Online-Freunde sich aufhalten. Die Plattform startet dafür den Dienst Places, bei dem sich der Nutzer per Handy an seinem aktuellen Ort wie zum Beispiel einem Restaurant oder einem Konzert "anmelden" kann. Er wird dann für seine Facebook-Bekannten auf einer Karte sichtbar.

Privat trotz Facebook

mehr...

Facebook Places ist zunächst nur in den USA verfügbar, soll mit der Zeit aber für Nutzer weltweit zugänglich sein. Unmittelbar nach der Ankündigung am Mittwoch gab es erste Kritik von amerikanischen Datenschutz-Aktivisten. So bemängelte die kalifornische Bürgerrechtsorgansiation ACLU, dass ein Nutzer ihn begleitende Freunde auch ohne deren Zustimmung an einem bestimmten Ort anmelden kann. Außerdem sei problematisch, dass auch Software von Facebook-Partnern auf die Ortsangaben zugreifen könne.

Facebook betont hingegen, dass die Nutzer detailliert festlegen könnten, wer ihren Aufenthaltsort sehen kann und wer nicht. Ein solcher Dienst war von Facebook bereits seit Monaten erwartet worden. Ähnliche Angebote wie Foursquare oder Gowalla hatten zuletzt explosiv Nutzer gewonnen - Facebook mit seiner halben Milliarde Nutzer bringt jedoch ungleich mehr Schwung in die Entwicklung.

Milliardenschwerer Werbemarkt

Foursquare und Gowalla können das Facebook-System nutzen und so auch ihre bisherigen Mitglieder behalten. Der aktuelle Aufenthaltsort ist eine der wertvollsten Informationen, die ein Internet-Nutzer der Werbe-Wirtschaft preisgeben kann. Er kann dann gezielt mit Anzeigen oder Angeboten angesprochen werden. Dieser lokale Werbemarkt wird vor allem von Geschäftsleuten wie Restaurantbetreibern getragen. Allein in den USA wird der Wert auf einen zweistelligen Milliarden-Betrag geschätzt und hat bereits Konkurrenten wie Google und Yelp angelockt.

Außerdem gibt eine Auswertung der besuchten Orte Aufschluss über Gewohnheiten und Interessen von Nutzern, auch wenn die Daten anonymisiert verarbeitet werden. Laut Facebook sind derzeit keine neuen Werbe-Produkte für den Places-Dienst geplant. Mit dem neuen Dienst würden die Mitglieder auch feststellen können, welche Veranstaltungen und Angebote in der Umgebung zu finden sind, wie das Unternehmen die Netzgemeinde am Mittwoch wissen ließ.

Punkt, Punkt, Komma, Strich

mehr...