Linxdating-Gründerin Andersen Teure Suche nach Miss und Mister Right

Linxdating-Gründerin Andersen: Es ist als hätten sich ihre Kunden unter einem Stein versteckt

(Foto: OH)

Im Silicon Valley wird alles Mögliche outgesourct - selbst die Liebe. Das ist ein Glück für Menschen wie Amy Andersen: Die Linxdating-Gründerin arrangiert Dates. Manche Kunden überweisen dafür mehr als 50.000 Dollar. Fünfter Teil der Serie über Kaliforniens Hightech-Standort.

Protokoll: Matthias Kolb, Menlo Park

Wenn es um das Silicon Valley geht, dann ist die Rede von Innovationen, technischem Fortschritt und den immergleichen Unternehmen: Apple, Google und Facebook. Doch die Besonderheit des 77 Kilometer langen Streifen, der im Norden Kaliforniens von San Francisco durch das Santa-Clara-Tal runter nach San José führt, machen erst die zahlreichen Start-ups und deren Gründerinnen und Gründer aus.

In einer kleinen Artikelserie lassen wir acht Persönlichkeiten aus der Hightech-Region zu Wort kommen - Unternehmer und TV-Sternchen, Amerikas erfolgreichsten Immobilienmakler und einen Deutschen, der an einem "Start-up-Kompass" tüftelt, der Gründern vorhersagt, ob ihre Projekte durchstarten oder scheitern werden. Bereits zu Wort kamen David Sacks, Chef des sozialen Netzwerks Yammer, Cameron Teitelman, Leiter des StartX-Gründerzentrums der Uni Stanford, Soujanha Bhumkar, Gründer des Start-ups Cooliris und Björn Lasse Herrmann, Gründer des Start-up-Kompasses. Heute stellen wir Amy Andersen, 36, Chefin der Dating-Agentur Linxdating vor.

Im Silicon Valley gibt es viele Menschen, die alle Lebensbereiche outsourcen: Sie haben eigene Fitnesstrainer und jemanden, der ihre Mahlzeiten zusammenstellt. Die Liebe ist da keine Ausnahme. Ich habe meine Agentur Linxdating 2003 gegründet und helfe seitdem Investoren, Entwicklern, Programmierern und Managern dabei, den richtigen Partner fürs Leben zu finden. Meine typischen Kunden haben sich sehr auf ihre berufliche oder akademische Karriere konzentriert. Es ist fast so, als hätten sie sich unter einem Stein versteckt. Die meisten haben ein bestimmtes Alter, wenn sie uns kontaktieren: die Frauen sind etwa 33, Männer 38 bis 39.

Ich mache keine Werbung - neue Kunden kommen aufgrund von Empfehlungen zu mir. Sie müssen einen ausführlichen Fragebogen ausfüllen und auch Fotos ihrer Ex-Partner vorlegen. Wir führen ausführliche Gespräche, um Vertrauen aufzubauen und damit ich erahnen kann, wonach meine Klienten suchen und welche Eigenschaften ihnen wichtig sind. Ich weiß: Diese Menschen sind reich, jung und gut ausgebildet und sollten keine Probleme haben, einen Partner zu finden können. Doch viele wissen gar nicht, wie sie sich bei den Dates verhalten sollen, die ich für sie arrangiere.

Einen meiner Kunden, ein junger Manager von Facebook, hat schon der Gedanke an ein Date ängstlich gemacht. Ständig hat er gefragt: "Amy, worüber soll ich mit ihr denn reden außer über die Arbeit?" Um ihm zu helfen, habe ich einfach ein Gespräch mit ihm geführt und ihn nach Filmen, Büchern und seinem Lieblingswein gefragt. Er hat sehr viel geredet und das hat ihm sehr gefallen."

Der Preis für meine Dienstleistungen richtet sich nach Umfang des Services. Für acht garantierte Dates innerhalb von 2 Jahren berechne ich 20.000 Dollar - natürlich gebe ich auch Tipps für die passende Garderobe, schlage passende Restaurants vor oder arrangiere eine Limousine. VIP-Kunden überweisen mindestens 50.000 Dollar.

Zeit ist wichtiger als Geld

Manche Klienten haben spezielle Wünsche: Ihr Traumpartner soll nicht nur eine bestimmte Haarfarbe haben, sondern auch einen bestimmten Abschluss von einer bestimmten Uni. Da muss ich wie eine Jägerin nach dieser Person suchen. Weil ihnen Zeit wichtiger ist als Geld und meine Diskretion schätzen, sind die Kunden bereit, diese Summen zu zahlen. Sie sorgen sich eher, dass sich ihr Gegenüber mehr über ihren Kontostand als für die eigene Persönlichkeit interessiert.

Natürlich ist dieser plötzliche Reichtum, diese Millionen, mit denen sie nicht gerechnet haben, etwas Großartiges, aber es macht auch Angst und kann zur Last werden. Also mache ich Rollenspiele mit ihnen: "Oh mein, Gott, du arbeitest bei Google/Facebook? Wie geht es deinem Aktiendepot und hast du schon mal Mark Zuckerberg getroffen?" Viele Leute stellen diese Fragen und darauf müssen sie vorbereitet sein. Nur so können sie herausfinden, ob ein Mädchen aus Interesse fragt oder weil sie eine sogenannte "Goldgräberin" ist.

Die Tatsache, dass ich alle Kandidaten wochenlang überprüfe und es allein 1000 Dollar kostet, in meine Kartei aufgenommen zu werden, ist sehr wirksam. Wer sich an mich wendet, sucht keine schnelle Affäre, sondern einen Partner mit ähnlichen Interessen, der ihn oder sie intellektuell herausfordert. Meine Kunden sind high profiles, die nicht mit einem Kollegen ausgehen oder in einer Bar nach Mister oder Miss Right suchen. Sie wissen, dass dies nicht passieren wird, und für Online-Dating sind sie zu vorsichtig. Also steht nach Bedarf nach Angeboten wie dem von Linxdating.