Kriminalität Kinox.to-Betreiber zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt

  • Mit dem illegalen Streamingdienst kinox.to dürfte ein Mann Millionen verdient haben.
  • Nun wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt. Weil er ein Geständnis ablegte, fiel diese aber geringer aus als angenommen.
  • Seine beiden Komplizen sind untergetaucht, zu ihnen machte der Verurteilte keine Angaben. Sie betreiben das Portal weiter.

Das Gericht ließ mehr als 760 000 Anklagepunkte fallen

Ein Mitbetreiber des illegalen Streaming-Portals kinox.to ist zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Leipzig sprach den 29-Jährigen am Montag unter anderem der tausendfachen Urheberrechtsverletzung und der Computersabotage schuldig - zuvor hatte die Anklage den Großteil der Tatvorwürfe fallengelassen.

Das Urteil sei auf der Grundlage einer Verständigung gefallen, sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag. Der 29-Jährige habe im Prozess ein Geständnis abgelegt. Deswegen wurde er wegen "gewerblich unerlaubter Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke in 2889 Fällen" schuldig gesprochen. Ursprünglich waren mehr als 767 000 Urheberrechtsverletzungen angesetzt gewesen.

Polizei fahndet nach mutmaßlichen Kinox.to-Betreibern

Die Strafverfolger bitten die Öffentlichkeit um Hilfe, um die Männer hinter kinox.to zu fassen. Die Polizei sucht sie als "Rädelsführer einer kriminellen Vereinigung". mehr ...

Kinox.to gilt als Nachfolgeportal der 2011 abgeschalteten Seite kino.to, die von Leipzig aus betrieben wurde. Dessen Chef war 2012 verurteilt worden, sein einstiger Mitarbeiter hatte eine Kopie der Seite und betrieb sie als Klon weiter. Das Portal verlinkt auf illegale Kopien aktueller Filme und Serien. Der nun verurteilte Mann verdiente mit zwei Komplizen an illegaler Werbung für Glücksspiele und Pornos. Die beiden anderen Betreiber sind seit Oktober 2014 abgetaucht, halten das Portal noch immer am Netz.