Hohe Verluste beim Online-Händler Amazon gesteht Flop des Fire Phone

  • Amazon hat seine Anleger mit den neuen Quartalszahlen enttäuscht, die Aktie sank nachbörslich um fast zehn Prozent.
  • Der Online-Händler hat im vergangenen Quartal einen Verlust in Höhe von 437 Millionen Dollar (345 Millionen Euro) gemacht.
  • Amazon hat erstmals eingestanden, dass das im Sommer auf den Markt gebrachte Fire Phone ein Flop ist.

Enttäuschende Zahlen: Amazon-Aktie fällt

Überraschend hohe Verluste, schwacher Umsatz und ein Eingeständnis: Amazon hat seine Quartalszahlen vorgestellt und die Erwartungen der Anleger enttäuscht. Finanzchef Tom Szkutak zufolge hat der Versandhändler unter anderem mit dem starken Dollar zu kämpfen. Die Aktie fiel nachbörslich um fast zehn Prozent. Damit wurden mehr als 15 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet.

Wie schon im zweiten Quartal wies Amazon am Donnerstag nach Börsenschluss auch für das abgelaufene Vierteljahr einen unerwartet deutlichen Anstieg des Verlustes auf diesmal 437 Millionen Dollar (345 Millionen Euro) aus. Doch jetzt kam dazu noch ein überraschend geringes Umsatzwachstum und die Aussicht, dass die Erlöse auch im laufenden Quartal hinter dem erwarteten Zuwachs von "20 plus x Prozent" zurückbleiben werden.

Von Juli bis September steigerte Amazon den Umsatz zwar um 20 Prozent auf 20,58 Milliarden Dollar. Das lag aber etwa 250 Millionen Dollar unter den Prognosen der Experten. Der Verlust von 437 Millionen Dollar bedeutete pro Aktie einen Fehlbetrag von 95 Cent, erwartet worden waren nur 74 Cent. Für das wegen des Weihnachtsgeschäfts wichtige vierte Quartal blieb Amazon mit seiner Umsatzprognose von 27,3 bis 30,3 Milliarden Dollar ebenfalls hinter den Erwartungen zurück.

Fire Phone ist gefloppt

Erstmals hat das Unternehmen eingestanden, dass das neue Fire Phone gefloppt ist. Das große Smartphone wurde im Sommer auf den Markt gebracht, allerdings ist es bisher kein Verkaufsschlager. Bereits nach wenigen Wochen senkte Amazon den Preis und meldete nun auch noch eine Abschreibung in Höhe von 170 Millionen Dollar - die hauptsächlich auf das Konto des Fire Phone gehen dürften.

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Nicht nur die Investitionen in Smartphones fressen Amazons Geld. Der Online-Händler hatte in der Vergangenheit wiederholt Verluste ausgewiesen, weil er auch in Tablets, Videospiele oder TV-Serien investierte.

Im Geschäft mit Cloud-Diensten wird der Wettbewerb mit Rivalen wie Google und Microsoft schärfer. Ende August hatte Amazon zudem beim größten Zukauf seiner 20-jährigen Firmengeschichte fast eine Milliarde Dollar für die Videospiele-Plattform Twitch bezahlt. Damit sollen noch mehr eigene Inhalte angeboten werden, die dann auf Amazons Instant Video, dem Kindle-Tablet und der Fire TV Set-Top-Box laufen können.

Anleger werden nervös

Der US-Konzern stellt sich damit zwar sehr breit auf und ist dadurch rasant gewachsen. Zuletzt wurden Anteilseigner aber nervös. Schon bei der Vorlage der Verluste für das zweite Quartal, der mit 126 Millionen Dollar doppelt so hoch ausgefallen war wie erwartet, stürzte die Aktie um zehn Prozent ab. Amazon hatte damals erklärt, die hohen Ausgaben belasteten zwar kurzfristig weiter die Bilanz - langfristig werde sich dies aber rechnen. Offenbar beginnen manche Anleger nun, an diesem Versprechen zu zweifeln.

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