Google-Entwicklerkonferenz in San Francisco "Chromebooks" sollen Microsoft Kunden abjagen

Nur etwa 400 Dollar werden die Notebooks kosten, mit denen der Internetkonzern Google ab 15. Juni anderen Großunternehmen wie Apple und Microsoft Konkurrenz machen will: Alle Programme und Dateien werden aus dem Web geladen und dort gespeichert.

Der Internetkonzern Google setzt zum Frontalangriff auf Apple und Microsoft an. Das US-Unternehmen stellte dafür am Mittwoch auf seiner Entwicklerkonferenz "IO" in San Francisco spezielle Computer für mobile Internetnutzer vor.

Das Produkt heißt "Chromebook" - ein Wortspiel aus dem hauseigenen Browser "Chrome", dem geplanten, für die Onlinenutzung optimierten Betriebssystem "Chrome OS" und handlichen Computern, den sogenannten Netbooks. Erste Geräte sollten bereits vom 15. Juni an für unter 400 US-Dollar im Handel erhältlich seien - zunächst in sieben Ländern, darunter auch Deutschland.

""Windows ist kein schlechtes System", sagte Google-Mitbegründer Sergey Brin am auf der Konferenz. "Aber die Komplexität des Managements des Systems foltert die Anwender. Chromebooks stellen das neue Modell dar."

Google zielt vor allem auf Geschäftskunden und Studenten

Google zielt mit den Chromebooks zunächst vor allem auf Geschäftskunden und Studenten. In vielen Unternehmen werde immer noch das zehn Jahre alte Microsoft-Betriebssystem Windows XP eingesetzt. 75 Prozent der XP-Anwender könnten allerdings sofort auf ein Chromebook umsteigen und ihre gängigen Anwendungen nutzen.

Für Unternehmen bietet Google die Netbooks auch in einem Leasingmodell an. Ein "Chromebook for business" kostet in den USA 28 Dollar im Monat bei einer dreijährigen Vertragslaufzeit. Ein Studentengerät soll für 20 Dollar im Monat zu haben sein.

Das Google-Betriebssystem Chrome OS ist speziell für die Web-Nutzung ausgelegt. Dateien und Programme werden aus dem Web geladen und dort gespeichert. Als Programme für die Bürokommunikation steht unter anderem Google Docs zur Verfügung. In Kürze sollen Googles Kalender, Google Mail und Google Docs allerdings auch offline funktionieren, kündigte Pichai an. Zudem würden Chrome-Notebooks mit der Zeit immer schneller, weil Verbesserungen und Updates automatisch online installiert werden könnten, erklärte Pichai.

Mit der Kombination von Chrome OS und den Office-Anwendungen Google Apps dringt der weltgrößte Internetkonzern frontal in das Kerngeschäft des weltgrößten Softwareherstellers Microsoft ein. Für das erste Chromebook-Pilot-Programm habe Google bereits eine Million Bewerbungen bekommen. Mit Chrome OS werde das lange Starten des Computers endgültig der Vergangenheit angehören, erklärte Pichai. Samsungs Chromebook etwa brauche für das Booten lediglich noch acht Sekunden.