Google Datenschutz-Beauftragte Alma Whitten hört auf

Der laxe Umgang mit privaten Nutzerdaten hat Google bislang viel Kritik eingebracht. Jetzt verlässt die Datenschutz-Beauftragte Alma Whitten das Unternehmen. Ihr Nachfolger kommt aus den eigenen Reihen.

Das Stühlerücken bei Google geht weiter. Mit Alma Whitten hört nun die Datenschutz-Beauftragte des Internetkonzerns auf. Ein Firmensprecher bestätigte am späten Montag (Ortszeit) gegenüber der Nachrichtenagentur dpa die Personalie. Zuerst hatte das US-Magazin Forbes darüber berichtet.

Whitten dürfte einen der schwersten Jobs bei Google gehabt haben. Die Stelle des "Director of Privacy" war vor drei Jahren geschaffen worden. Kurz zuvor hatte Google einräumen müssen, dass Kamerawagen seines Kartendienstes Street View Informationen aus ungesicherten WLAN-Netzen mitgeschnitten hatten, die auf dem Weg lagen. Dafür musste der Konzern sieben Millionen Dollar (5,4 Millionen Euro) Strafe zahlen. Zuletzt sorgte die Datenbrille Google Glass für Aufruhr.

"Während ihrer zehn Jahre bei Google hat Alma viel für die Verbesserung unserer Produkte und den Schutz unserer Nutzer getan", hieß es in einer Stellungnahme des Konzerns. Man werde weiter hart daran arbeiten, dass die Daten der Google-Nutzer sicher seien.

Whitten bleibt noch bis Juni, um ihren Nachfolger Lawrence You einzuarbeiten. Dieser ist seit acht Jahren bei Google und hat nach Angaben des Firmensprechers bereits verschiedene Führungsaufgaben im Datenschutz-Team bei Google übernommen. Lawrence hat seinen Uni-Abschluss in Stanford gemacht und vor seiner Zeit bei Google unter anderem auch für Apple gearbeitet.

Erst jüngst hatte Googles legendärer Android-Chef Andy Rubin aufgehört, anschließend der für Kartendienste und Einkaufslösungen zuständige Manager Jeff Huber. Beide wechselten zu Google X Lab. Das ist jene Sparte, die unter der Leitung von Konzernmitgründer Sergey Brin an Zukunftsprojekten wie der Datenbrille oder selbstfahrenden Autos arbeitet.