Von Helmut Martin-Jung

Mit dem WeTab will ein deutscher Hersteller dem iPad Konkurrenz machen. Die Macher preisen das Gerät als offene Alternative - doch selbst zum Verkaufsstart sind zahlreiche Details unklar.

Wäre das WeTab ein normaler Laptop, würden sich wohl kaum Journalisten in einer derartigen Zahl für ein Gerät interessieren, nur weil es in Deutschland entwickelt wird. Aber seit Apple im Frühjahr mit dem Verkauf des iPads begonnen und bis Mitte Juli bereits 3,27 Millionen Stück abgesetzt hat, ist ein gewaltiger Hype um diese neue Kategorie von Geräten entstanden.

Neofonie stellt WePad vor Bild vergrößern

WeTab-Vorführmodell: "Mechanisches Problem mit dem Prototypen" (© dpa)

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Und so kamen die beiden in der WeTab GmbH vereinten Firmen, die Berliner Neofonie und die Münchner 4Tiitoo, unter Druck. Es folgten Terminverschiebungen und ein peinlicher Presseauftritt, bei dem sich das angeblich fertige Linux-Betriebssystem als Film erwies, der mithilfe von Microsofts Windows abgespielt wurde.

Von diesem Dienstag an sollen die Geräte nun in den Regalen des Vertriebspartners Mediamarkt stehen. Später wird es die Geräte auch bei Otto sowie beim Elektronikhändler Conrad geben. Zu den erwarteten Verkaufszahlen schweigt man bei der WeTab GmbH. Auch was die Käufer tatsächlich bekommen werden, blieb unklar.

Bei einer Präsentation am Freitag hantierte 4Tiitoo-Chef Tore Meyer noch mit verschiedenen Prototypen mit jeweils unterschiedlicher Software. Das WeTab läuft mit dem Betriebssystem Meego, das von Intel zusammen mit Nokia entwickelt wird. Über Meego haben die Programmierer von 4Tiitoo eine eigene, WeTabOS genannte Oberfläche gelegt.

Mit seinem Bildschirm von 29,5 Zentimeter Diagonale ist das WeTab deutlich größer als das iPad (24,6 Zentimeter) und entsprechend schwerer: 995 Gramm bringt das WePad auf die Waage, 680 das iPad.

"Problem mit dem Prototypen"

Größe und Gewicht legen es nahe, das WeTab mit beiden Händen zu halten. So haben es die Entwickler auch vorgesehen. Internetseiten etwa lassen sich mit einer Minivorschau, die am linken Bildschirmrand abgebildet wird, per Daumen sehr komfortabel auf und ab rollen. Während diese Funktion reibungslos arbeitet, streikten die Vorserienmodelle bei anderen Eingaben auf dem Berührungsbildschirm. "Ein mechanisches Problem der Prototypen", sagt Tore Meyer.

Während sich manche Probleme durch eine andere Version der Software lösen lassen, bleiben auch andere Fragen. Das deutsche Projekt war ja ursprünglich auch als große Verheißung für Verlage gestartet, die Hardware-Basis für den Verkauf von Inhalten zu sein. Welche Partner nun wann an Bord sein werden, das wird man sehen, wenn das Gerät nun auf den Markt kommt. Die Preise liegen etwas unter denen des iPads. Die Basisversion mit Wlan und 16 Gigabyte Speicher kostet 449 Euro, die Variante mit 32 Gigabyte Speicher, UMTS-Datenfunk und HDMI-Ausgang 569 Euro.

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