Erfolg von E-Books Erst mal was Gedrucktes

Unter den deutschen Anbietern spürt das besonders Weltbild. Die Firma hat vor einem Jahr ein Lesegerät lanciert, das nur rund 60 Euro kostet. Bisher hat Weltbild eine sechsstellige Zahl davon verkauft. Firmenchef Carel Halff erwartet noch mehr.

Die Branche bleibt gespalten. Das zeigt sich am Verlag Bastei Lübbe. Rita Bollig, für das E-Publishing verantwortlich, beobachtet Widerstand gegen das E-Book, wo ihn nur wenige vermuten. Manche Autoren wehren sich - die Furcht ist, dass schnöde Datenpakete einfach zu kopieren sind. Jeff Kinney treibt etwas anderes: Der US-Autor findet, dass Jugendliche, für die er "Gregs Tagebücher" schreibt, erst mal Gedrucktes lesen sollten.

Andererseits macht Bastei Lübbe zehn Prozent des Umsatzes mit E-Books: "Das hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt", sagt Bollig. Bei Bestsellern, wie von Ken Follett, bewege sich das Verhältnis schon Richtung 40 Prozent. Manche Titel funktionieren digital sogar besser, wie die Krimis von Eva Almstädt. "Das bedeutet für viele Autoren auch die Chance, neue Leser zu erreichen", sagt Bollig.

Digitaler Serienroman

Bastei Lübbe hat seit 2010 eine E-Book-Abteilung und probiert viel. Da gibt es den digitalen Serienroman "Apocalypsis". Nächstes Projekt ist eine Art Seifenoper, die zusammen mit der TV-Firma Saxonia Media produziert wird - und vielleicht den Weg ins Fernsehen findet. Es wäre ein neues Geschäftsmodell. Über das Internet ins gedruckte Buch und dann ins Fernsehen oder gleich ins Kino - wie "Fifty Shades of Grey".

Tim Prostka von der Universität Hamburg hat in einer Studie gerade festgestellt, dass E-Book-Leser auf den Geschmack kommen - und dann auch vermehrt gedruckte Bücher lesen wollen. "Die Nachfrage nach Hardcover hat bei E-Book-Lesern zugenommen. Am Gesamtmarkt ist also eher eine Markterweiterung zu beobachten", sagt er. Weltbild und Hugendubel bewerben ihr neues Lesegerät mit Fernsehspots, in denen Kinder dessen Vorteile beschreiben: Sie seien unkompliziert und der Akku muss nicht andauernd aufgeladen werden wie Smartphones.

Wenn das Kultautor Jeff Kinney wüsste.

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