Der neue elektronische Personalausweis wird zum Identitätsnachweis in der digitalen Welt und ermöglicht Behördenanträge im Internet. Doch das birgt Risiken.
Er hat die Größe einer Scheckkarte und auf seiner Rückseite ist das Brandenburger Tor zu sehen: Zum 1. November gibt es bei den Ämtern den neuen Personalausweis. Und obwohl das Dokument äußerlich um die Hälfte geschrumpft ist, kann die kleine Karte viel mehr als ihr größerer Vorgänger.
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Der Personalausweis wird digital. (© Foto: dpa)
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Denn die Bundesregierung führt nicht nur ein neues Dokument ein, sondern auch eine neue Technik. Der Personalausweis, der am Donnerstag im Fraunhofer-Institut in Berlin vorgestellt wurde, enthält einen RFID-Chip. Das hauchdünne Metallteil ist bereits heute Teil des alltäglichen Lebens. Er steckt zum Beispiel in Preisetiketten, und in manchen Fahrkarten.
Der spezielle Chip im Personalausweis wird verschiedene Daten enthalten, darunter alle, die auf dem Ausweis außen aufgedruckt sind. Außerdem ist darauf ein digitales Bild seines Besitzers gespeichert: eine Aufnahme, die den Behörden die Identifikation von Ausweisinhabern erleichtern soll. Wer möchte, kann auch seine Fingerabdrücke digital abspeichern lassen.
Elektronischer Identitätsausweis
Und dann sind da noch drei vollkommen neue Funktionen, die man sich als Besitzer eines neuen Personalausweises künftig freischalten lassen kann. Das Dokument kann künftig als elektronische Unterschrift und als elektronischer Identitätsnachweis dienen.
Das klingt kompliziert - und ist es auch: Wer ein Kartenlesegerät an den eigenen Computer anschließt, kann damit seinen Ausweis auslesen. Eine kostenlose Software übermittelt dann die Ausweisdaten über eine Internetleitung. Zum Beispiel an einen Videoverleih, der das Alter seines Kunden im Netz prüfen möchte, um Horrorfilme zu verleihen.
Oder die Daten gehen an ein Bürgeramt, bei dem der Ausweisinhaber eine neue Geburtsurkunde beantragt. Er spart sich dadurch das Warten auf dem Amt. Oder an einen Mobilfunkanbieter, bei dem man einen neuen Vertrag abschließen möchte.
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Ein Handy kann man wohl kaum mit einem staatlichen Ausweis vergleichen. Und schlechte Sicherheit bei Kreditkarten etc. macht es auch nicht besser. Was meinen Sie mit elektronischem Personalausweis? Ich dachte von dem sprechen wir.
Es gibt keine sichere Technik in diesem Bereich bzw. die Technik ist immer so Sicher wie der Nutzer. Also müssen wir uns meiner Meinung nach damit anfreunden, bestimmte Bereiche "analog" zu lassen. Ich möchte auch keinen digitalen Wahlautomaten haben. Einfach weil es eine Blackbox ist. Und die Digitalisierung bzw. Vernetzung von staatlichen Identifizierungsdokumenten wird im Laufe der Zeit Begehrlichkeiten entstehen lassen. So läuft das immer. Denken Sie an die LKW-Maut. Oder Netzsperren.
Und brauche ich wirklich unbedingt eine "qualifizierte elektronische Signatur"? Und wenn ja, muss das in Zusammenhang mit meinem staatlichen Identitätsnachweis realisiert werden?
Sorry, aber solange es Maßnahmen wie INDECT gibt kann ich den neuen Perso nicht akzeptieren.
Zehn bis 15 Jahre ist es her, da hies es: Für was brauch ich ein Handy?
Zehn Jahre ist es her, da sagte man: Ein Handy hab' ich nur, damit ich "mal" erreichbar bin.
Soviel zum Thema: "Das braucht doch keiner"...
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Der Begriff RFID ist schon ein wenig untertrieben. Die Chips im Personalausweis haben in etwa die Rechenleistung wie die ersten Computer. Also gar nicht so wenig. Und wer sich ein wenig in der Kryptographie auskennt weiss, dass es kein PC mit der Sicherheit eines SmartCard-Chips aufnehmen kann. Auch keine "eingeführte Verfahren" zur Authentifizierung und sicheren Kommunikation.
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Kostenfreie Signaturen gibt es - ja, mit dem Kugelschreiber. Der Personalausweis hat eine "Qualifizierte elektronische Signatur". Das ist eine ganz andere Baustelle als der Firlefanz der ansonsten herumgeistert.
Paranoia in allen Ehren, auch kann man sich über die Sinnhaftigkeit streiten, aber begründet sind die meissten Einwände nicht.
Immerhin handelt es sich um einen Ausweis, der von seinem Funktionsumfang und den Sicherheitsmaßnahmen weit vor dem liegt, was sonst so an Karten unter's Volk verteilt wurde, einschliesslich Kreditkarten und elektronischem Personalausweis. Das entschuldigt aber auch zum Teil das Nichtwissen, weil um das alles einzuschätzen muss man sich schon eingehend mit dem neuen Personalausweis beschäftigen.
"Die Sicherheitsmaßnahmen sind auf dem aktuellen Stand der Technik."
Komisch. Warum macht mir dieser Satz Angst.
Diesen Perso braucht kein Mensch. Aber warum gibt man viel Geld für etwas aus, was man eigentlich nicht braucht? Nur um die Technologie nach China, Russland oder anderen Quasidiktaturen zu verkaufen?
Oder gibt es Pläne für die Zukunft? Wie wäre es mit einem RFID-Ausleser in Zügen und Autobahnmautbrücken? Und das Mitführen des Ausweises als Bürgerpflicht, aus Kostengründen, wir habe ja kein Geld mehr und da muss die Polizeikontrolle halt automatisiert werden.
An alle: Bitte noch schnell den alten Ausweis "verlieren" und einen neuen "alten" Ausweis besorgen. Der hält dann noch 10 Jahre.
In Deutschland genügt es, einen Reisepass zu besitzen. - Aber nur zusammen mit einer aktuellen Meldebescheinigung.
RFID - wozu, außer zur Überwachung der Bürger? Big Brother wurde von uns (gut, nicht von allen) gewählt.
Signaturen gibt es schon. Und zwar kostenfrei.
"Das Dokument kann künftig als elektronische Unterschrift und als elektronischer Identitätsnachweis dienen."
Wer braucht das, zur Authentifizierung und sicheren Kommunikation gibt es eingeführte Verfahren, und dass sich Behörden damit schwer tun liegt daran, dass sie sich vielem, was zur Vereinfachung und Kundenorientierung beiträgt, schwer tun ..
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