Einnahmen der Abonnenten Netflix überholt Bezahlsender HBO

Schlechte Nachrichten für das traditionelle Bezahlfernsehen: In den USA hat Netflix erstmals mehr Abo-Einnahmen erzielt als der Fernsehsender HBO. Auf Augenhöhe befinden sich die Dienste wirtschaftlich dennoch nicht.

  • Netflix nimmt von seinen Abonnenten erstmals mehr ein als der Pay-TV-Sender HBO.
  • Aufholen kann der Streamingdienst allerdings nicht beim Gewinn.

Die Verkündung

Reed Hastings brauchte genau dreieinhalb Sätze, um zu verkünden, was man durchaus als wichtiges Ereignis in der Geschichte des Fernsehens bezeichnen könnte. "Im letzten Quartal haben wir", schrieb der Chef der Streaming-Plattform Netflix, "HBO bei den Aboeinnahmen überholt." Zwar liege der Fernsehsender was den Gewinn und die Zahl der Emmy Awards angehe noch immer hinter dem Fernsehsender, aber auch in den Bereichen schreite man voran. Bei den diesjährigen Verleihungen Ende August gehört beispielsweise sowohl die Netflix-Serie House of Cards als auch die HBO-Produktion True Detective zu den Favoriten für die Prime Time Emmy Awards.

Die Zahlen

Hastings hat Recht: Im vergangenen Quartal hat Netflix von seinen Abonnenten insgesamt 1,146 Milliarden Dollar eingenommen. HBO kam auf Einnahmen in Höhe von 1,141 Milliarden Dollar. Damit liegt Netflix erstmals vor dem Fernsehsender - zumindest, was die Einnahmen angeht. Auf Augenhöhe sind die beiden Firmen dennoch noch lange nicht. Der Streamingdienst hat aus den Einnahmen einen Gewinn von 71 Millionen Dollar erzielt. Bei HBO waren es 558 Millionen Dollar. Netflix ist der größte Anbieter von Film- und Serien-Streaming in den USA. Er will sein Angebot im September auch in Deutschland starten.

Die Bedeutung

Netflix hat in der Vergangenheit mehrfach HBO als seinen eigentlichen Gegner bezeichnet. Tatsächlich geht es bei dem ständigen Vergleich um Prestige und Einfluß. HBO ist jener große amerikanische Fernsehsender, der nach Ansicht vieler Filmkritiker das anspruchvollste Angebot bietet. Netflix allerdings bietet längst eigene Serien, für die der Dienst Schauspieler wie Kevin Spacey engagiert. Hinzu kommt, dass es auch ein Signal an eine Branche ist, wenn sich das Medium ändert - sich also mit Streaming im Netz mehr Geld einnehmen lässt, als mit dem in den USA traditionell weitverbreiteten Bezahlfernsehen.