Datenschutz Niederländische Datenschutzbehörde nimmt sich Google vor

Datenschützer gegen Google - nun auch in den Niederlanden

Wegen seines Umgangs mit dem Datenschutz steht Google in ganz Europa am Pranger und im Visier der Behörden. Jetzt sind auch die Niederlande hinzugekommen und drohen dem US-Konzern mit einer Geldstrafe.

Von Maarten Van Tartwijk, Wall Street Journal Deutschland

Google hat nun auch Ärger mit den niederländischen Behörden. Dem Internetkonzern drohe wegen Verletzung der Datenschutzgesetze eine Strafe, teilte die niederländische Datenschutzbehörde College Bescherming Persoonsgegevens mit. In ganz Europa steht Google deswegen im Visier der Behörden.

Der Konzern verwende persönliche Daten in einer Reihe von Dienstleistungen, unter anderem bei der Websuche und beim Videoportal Youtube, ohne die Nutzer zu informieren oder im Vorfeld um Erlaubnis zu fragen, so die Behörde. "Google spinnt ein unsichtbares Netz aus unseren persönlichen Daten, ohne unsere Zustimmung", sagte CBP-Chef Jacob Kohnstamm. "Und das ist per Gesetz verboten."

Der Konzern war für eine Stellungnahme nicht unmittelbar zu erreichen.

Google sei zu einer Anhörung eingeladen worden, auf der beschlossen werden soll, ob weitere Schritte gegen den Suchmaschinenbetreiber eingeleitet werden, teilte die Behörde weiter mit. Es könnte auch eine Strafe verhängt werden. Die CBP sagte aber nichts zu deren möglicher Höhe.

Der US-Konzern wird in ganz Europa wegen seiner Handhabung des Datenschutzes unter die Lupe genommen. Behörden mehrerer Länder, darunter Deutschland, Italien und Spanien, untersuchen derzeit die Geschäftspraktiken von Google. In Spanien droht Google eine Strafe von bis zu 1,5 Millionen Euro, in Italien könnten es mehr als 1,2 Millionen werden und in Deutschland drohen 1 Million Euro.

Im September hatte die französischen Datenschutzbehörde ein Verfahren gegen Google eingeleitet, dass ebenfalls in einer Strafzahlung münden könnte. Google hatte eine dreimonatige Frist zur Anpassung seiner Praktiken zur Behandlung von Nutzerdaten verstreichen lassen.

Mitarbeit: Sam Schechner

Wall Street Journal Deutschland

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