Folker Schamel, Geschäftsführer des 3-D-Entwicklers Spinor aus München sagt: "München ist ein sehr guter Standort für Softwareentwicklung. Vor einiger Zeit konnten wir einen hervorragenden kanadischen Entwickler für uns gewinnen. Ich habe allerdings den Eindruck, dass die Politik speziell der Computerspielebranche noch nicht die Aufmerksamkeit schenkt, die ihrer wirtschaftlichen Bedeutung angemessen wäre.

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Insbesondere im direkten Vergleich zum Luft- und Raumfahrt-Cluster wurde das Cluster "Audiovisuelle Medien" nur stiefmütterlich umgesetzt. Die plötzliche Schließung hat mich dann doch sehr überrascht und enttäuscht, dafür ist die Branche zu wichtig." Enttäuscht ist auch Hendrik Lesser, Geschäftsführer von Remote Control Productions: "Wir haben uns stark für den Cluster engagiert und hatten letztlich zuerst aus dem E-Mail-Newsletter von der Auflösung erfahren."

Die finanzielle Förderung sei nur das eine, sagt Alexander Zacherl, Managing Director der Münchner Entwicklerschmiede Bit Barons. Im Vergleich zur Filmförderung mit mehr als 28 Millionen Euro im Jahr falle die Games-Förderung mit 470.000 Euro sowieso sehr gering aus. Aber das Gute am Cluster sei gewesen, dass er durch die vielen hervorragenden Veranstaltungen und das gesammelte Know-how die Branche miteinander vernetzt habe, und davon hätten alle Beteiligten sehr profitiert. In einem offenen Brief hat sich Alexander Zacherl nun mit 16 weiteren Vertretern von Computerspiele-Unternehmen an die bayerische Staatskanzlei gewandt und gegen das Ende des Clusters protestiert.

Bedenken der Games-Industrie

Thomas Kreuzer, seit Anfang November Leiter der Staatskanzlei und damit Medienminister und Nachfolger des an die Spitze des Umweltministerium nachgerückten Marcel Huber, teilt die Bedenken der Games-Industrie. Dennoch stehe man selbstverständlich zum Beschluss des Kabinetts. Aber es gebe Hoffnung für die bayerischen Computerspiele-Entwickler.

So trage man sich durchaus mit Überlegungen, die Strukturen des Clusters "Audiovisuelle Medien" weiterzuführen. Laut einer Sprecherin der Staatskanzlei wären denkbare mögliche Szenarien, das Know-how im angesehenen Film- und Fernsehfonds oder in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien anzusiedeln. Derzeit führe man noch Gespräche, Ergebnisse gäbe es allerdings noch nicht.

Nach Angaben von Franz Glanz vom Gründerzentrum b-neun Media in Unterföhring laufen derzeit Gespräche mit der Bayerischen Staatsregierung darüber, dass ein neues Gründerzentrums namens Kultfabrik auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Pfanni Werke in München einen Platz finden könnte. Dort könnten auch die bayerischen Spieleentwickler wie auch andere Kreative eine neue Heimat finden. Vielleicht ist doch noch nicht Game Over.

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  1. Das Spiel ist aus
  2. Sie lesen jetzt Plötzliche Schließung
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(SZ vom 20.12.2011/mri)