Aprilscherze Google stellt Suchmaschine für Düfte vor

Auf "Smell" klicken und genießen: Google zeigt seine angebliche Duft-Suchmaschine "Nose".

(Foto: Screenshot: Youtube)

Bitte die Nase an den Monitor drücken: Google stellt "Nose" vor, eine Suchmaschine für Düfte. Und damit nicht genug: Mail erstrahlt neuerdings in Facebook-Blau, der Kartendienst Maps bekommt eine Schatzsuchfunktion. Solcher Unfug hat bei Google Tradition.

Wer wissen will, wie ein ungeleertes Katzenklo riecht, muss die Nase so nah wie möglich an den Bildschirm halten und die Eingabetaste drücken. Sofort beginnt die Duftübertragung. Es soll sich um ein "ausgeprägtes Ammoniak-Bouquet mit erdiger Basisnote" handeln. Andere Nutzer schnupperten an "Pizza", "Straßen in Paris am Morgen", "Sonnencreme" und "Mottenkugel".

Möglich wird all das durch Google Nose, einen Dienst, den der Konzern am 1. April vorstellte. Wie ist das möglich? Street-Sense-Autos hätten Millionen von Düften inhaliert und indiziert, außerdem habe das mobile Betriebssystem Android eine Dufterkennung.

Ganz klar, das ist Unsinn. Google Nose ist einer von mehreren Aprilscherzen, die der Konzern dieses Jahr in die Welt setzte - wie jedes Jahr seit 2000. Eingeführt werden die angeblich neuen Dienste mit einem Video, indem diverse angebliche Projektmanager und sonstige Bedienstete in blumiger PR-Sprache berichten, wie aufwendig die Entwicklung des Dienstes gewesen sei und welchen Fortschritt die Menschheit dadurch in ihrer Entwicklung mache.

Neben der Geruchs-Suchmaschine verkündete der Konzern auch das neue Design seines E-Mail-Dienstes: Gmail Blue, ein Seitenhieb gegen die Konkurrenten Facebook und Windows. Und mit dem Kartendienst Maps sollen die Menschen Nutzer künftig gemeinsam auf Schatzsuche gehen.

Auch die zu Google gehörende Videoplattform Youtube ist Teil der breit angelegten Scherz-Offensive. Dort heißt es, der Dienst werde geschlossen, weil es nur darum gegangen sei, Material für einen Wettbewerb zu sammeln. Nun werde eine Jury das beste Youtube-Video suchen. Der Aprilscherz zeugt von einer gewissen Selbstironie: Der Internet-Konzern war in den vergangenen Wochen heftig für die Schließung des RSS-Dienstes Google Reader kritisiert worden, mit dem man Neuigkeiten verschiedener Webseiten im Auge behalten kann.

Die deutsche Computerzeitschrift Chip meldet eine Einigung im Streit zwischen Youtube und Gema.

Doch Google ist auch Objekt von Aprilscherzen. So präsentierte die englische Zeitung Guardian in Anlehnung an die anstehende Computer-Brille von Google ihre eigene Version mit dem Namen "Guardian Goggles", die zu allem, was man sieht, ihre Kommentare abgibt. "Weil das Leben zu kurz ist, um selber zu denken", lautet das Werbemotto.