Buch- und Zeitungsverlage würden gern ihre Produkte über das iPad anbieten - allerdings fordert Apple so hohe Gebühren, dass manche noch zögern.
Einen Hype zu entfachen, ist ein Marketingcoup; ihn zu übertreffen, eine Spezialität von Apple. Nach dem Verkaufsboom vom Wochenende mit schätzungsweise 700.000 verkauften iPads erwarten Optimisten, dass Apple bis Ende des Jahres weltweit mehr als sieben Millionen der neuen Computer verkauft. Diese Entwicklung erfreut besonders die Medienbranche, die dank des neuen Gerätes auf bessere Geschäfte hofft.
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Infos zum iPad: Bitte hier klicken. (© SZ-Graphik, Foto: AP)
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Längst ist Apple-Gründer Steve Jobs zum Heilsbringer für Medien-Konzerne geworden, deren Geschäftsmodell unter den kostenlosen Angeboten im Internet leidet. Mit dem neuen iPad, so hoffen viele Medienmanager, könnte die Online-Welt nun endlich zu einer echten Geldquelle werden. Schon zum Verkaufsstart des iPad boten amerikanische Magazine wie Time und Tageszeitungen wie das Wall Street Journal eigens programmierte digitale Ausgaben an. Doch die ersten Käufer sind von dem neuen Angebot alles andere als begeistert. Ihre Urteile schwanken zwischen Fassungslosigkeit und Sorge.
"Der Preis ist unerhört", schimpft ein Kunde. Ein anderer schreibt: "Ich möchte ja wirklich, dass die Unternehmen beim Übergang von alten zu neuen Medien erfolgreich sind. Aber so wird das nichts." Time verlangt 4,99 Dollar pro iPad-Ausgabe.
Wer die Papier-Version abonniert, zahlt für dieselben Inhalte weniger als 40 Cent. Beim Wall Street Journal ist es ähnlich, wenn auch weniger drastisch. Ein Grund für die Preisaufschläge ist das Geschäftsmodell von iTunes, dem virtuellen Gemischtwarenladen, in dem Apple nach Musik, Serien und Filmen nun auch Bücher, Zeitungen und Magazine vertreibt.
30 Prozent aller Erlöse streicht Apple ein, quasi als Obolus für den Zugang zu den 125 Millionen iTunes-Kunden. Der vermeintliche Heilsbringer ist alles andere als selbstlos. Statt von Apple gerettet zu werden, müssen Verlage sogar fürchten, in eine gefährliche Abhängigkeit zu geraten. Schon bald könnte Apple neben der Bücherecke iBooks auch einen Kiosk für Zeitungen und Zeitschriften einrichten und damit den Vertrieb digitaler Nachrichten monopolisieren. Auf dem Musikmarkt hat es iTunes vorgemacht. Apple wickelt inzwischen 70 Prozent aller digitalen Plattenverkäufe ab.
Für die iPad-Besitzer hätte ein Apple-Kiosk auch Vorteile. Bisher entwerfen die Verlage ihre digitalen Ausgaben selbst. Das Ergebnis ist ein großes Durcheinander. Mal blättert man von rechts nach links, mal von oben nach unten. Mal lassen sich Fotos per Doppelklick vergrößern, mal muss man nach einem Befehlsfeld Ausschau halten. Ein iKiosk würde einen Standard setzen, ganz so wie ihn Apple bei elektronischen Büchern schon geschaffen hat. Das Problem ist die Macht, Preise zu diktieren. Und nicht nur das: Apple behält sich vor, selbst zu entscheiden, welche Kundendaten es an die Verlage weitergibt.
Diese Informationen sind enorm wertvoll. Medienunternehmen richten ihre Marketingstrategien an ihnen aus. Einige Firmen weigern sich daher noch, ihre Produkte über Jobs neue gefragte Wundermaschine zu vertreiben, darunter der weltgrößte Magazin-Verlag Hachette Filipacchi Media, der in den USA die Frauenzeitschrift Elle herausbringt. Auch der größte englischsprachige Buchverlag Random House geht auf Distanz. Die Bertelsmann-Tochter ist mit Apples Preismodell nicht einverstanden und verkauft vorerst keine iBooks.
Die meisten Verlagshäuser setzen dennoch auf das neue Medium. Auch in Europa, wo das iPad Ende des Monats auf den Markt kommen soll. Das französische Traditionsblatt Le Monde hat nichts Geringeres als "die Zeitung der Zukunft" angekündigt. Die Süddeutsche Zeitung arbeitet ebenfalls an einem iPad-Angebot.
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(SZ vom 06.04.2010/cag)
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hat meiner Meinung nach eine einzige Ursache, und ich ertappte mich gestern wieder dabei, daß ich selbst anfällig dafür bin, obwohl ich bis heute aus Kostengründen kein einziges Apple-Produkt mein eigen nenne. Ich habe mir nämlich auf der Apple-Seite die kleinen Produkt-Videos zum iPad angeschaut: Und genau wie beim iPhone damals, geriet ich wieder ins Schwärmen und wollte auch eins. Gut heute schäme ich mich dafür, aber eine Erkenntnis hatte ich bei der ganzen Sache - nämlich, daß Apple es schafft, tolles Hardware-Design mit toller Software zu kombinieren. SO stellt man sich Computer und digitales Leben vor: Klick-klick-touch-touch! Wer ehrlich ist, gibt es zu: Kein Mensch will heute mehr auf der Konsole irgendwelche Config-Dateien bearbeiten, Treiber installieren, oder Netzwerkverbindungen konfigurieren! Microsoft und die Linux-Leute haben das auch langsam kapiert, aber es hapert noch an der Umsetzung - und schön, ganz zu schweigen von EINHEITLICH im look-and-feel sind beide nicht. Ich glaube, daß sowohl Linux als auch Windows sich einen einheitlichen Look geben müßten, an den sich ALLE Programmoberflächen halten müssen, die auf diesem System laufen sollen. Desgleichen die Treiber: Alle Hersteller sollten gezwungen sein, ihre Treiber an Microsoft zu schicken, so daß der Verbraucher nur den Drucker oder die Webcam anschließt und Windows-Update sich automatisch den Treiber holt. Microsoft macht seit Windows 7 Schritte in genau diese Richtung und das ist meiner Meinung nach auch der Grund für den Erfolg von Windows 7. Linux wäre dazu sicher noch besser geeignet, aber bleibt im Gepfriemle stecken... Von Apple lernen heißt siegen lernen. So ungern ich es sage.
wie keine Gelegenheit ausgelassen wird, Glaubenskriege zu entfachen und dabei auch vor noch so sinnlosen Argumenten nicht zurückgeschreckt wird. Dabei kann man alleine daran oft erkennen, ob jemand überhaupt schon mal wirklich mit dem System der anderen Seite gearbeitet hat.
Keine Großfirma handelt aus altruistischen Motiven, jeder will sich ein relativ zuverlässiges Stückchen sichern. Solange so ein Riese noch in Gründerhand ist, mag durchaus mancher Gedanke an Kunden und Mitarbeiter aufgewendet werden. Aber sobald das Teil nur noch Aktionären gehört ist's vorbei und geht's häufig auch aus den verschiedensten Gründen bergab, egal ob man AEG, Siemens, Grundig oder M$, Apple, Google heißt.
Und da unsere Politiker vor nicht allzu langer Zeit ein lächerlich langes Exklusivrecht am geistigen Produkt festgeschrieben haben, ist es um so interessanter geworden, sich an dem Kuchen Anteile zu sichern. Aber wenn sich eine Firma mit rund 10% Anteil und relativ hohen Preisen gegen einen rund 90%-er durchsetzen kann, funktioniert das nicht nur mit Glaubensanteil, sondern weil man etwas besser macht. In puncto iPad seh' ich das allerdings nicht. Bei dem Preis ist mir die Ausstattung zu gering.
Gerade das wäre aber die Möglichkeit für die großen Verlagshäuser ein gemeinschaftliches eigenständiges Produkt herauszubringen, das man sogar noch billiger anbieten könnte, weil man die Aufwändungen über eingespartes Papier und Zwischenhändler locker wieder reinbrächte. Aber der eine vergönnt dem anderen nichts, da ist's dann leichter gegen einen Anbieter zu mosern, den man notgedrungen nehmen muss.
Und wenn die Monopolwächter da ein Problem sehen, werden sie auch dagegen vorgehen. M$ durfte es 15 Jahre übertreiben, ehe man gegen sie vorgegangen ist, - und die wollten alle vom Markt nehmen. Apple bietet, gegen Entgelt, wenigstens relativ einfache Schnittstellen und Werkzeuge um eine eigenständige Idee gewinnbringend umsetzen zu können. Bei M$ ist man bis WIN7 kostenpflichtiger Beta-Tester gewesen, während Apple-Produkte weitgehend ausgereift waren und nicht immer neue Leistungsrekorde für einen minimalen Grundumsatz benötigt haben. Beim iPad in der gegenwärtigen angekündigten Ausstattung bin ich da nicht mehr sicher. Ich werde mich sehr interessiert nach Alternativen umsehen. Aktuell gibt's an der Ecke nichts, was ich kaufen würde.
Gegen einen richtigen E-Reader kommt das iPad meiner Meinung nach nicht an. Einerseits, weil das iPad viel zu schwer ist und andererseits, weil E-Reader deutlich längere Akkulaufzeiten haben.
Ich denke, in Zukunft wird es immer mehr Mischformen aus E-Readern und Tablet-PCs geben. Mit PixelQi und Mirasol stehen mindestens zwei Kandidaten in den Startlöchern, die den Markt für derartige Geräte komplett umkrempeln könnten.
Die ersten Geräte werden wahrscheinlich noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. (Das "Adam" von Notion Ink z.B. lässt das iPad schon jetzt mächtig alt aussehen.)
Es wird auf jeden Fall ein spannendes Jahr für Verleger, Autoren und vor allem für die Kunden.
Übrigens: Eine Firma namens Siemens hat schon vor 9 Jahren einen Tablet-PC auf den Markt gebracht, mit dem man ganz gemütlich surfen und E-Books lesen konnte. Das Ding nannte sich SIMPad bzw. T-Sinus Pad:
http://tinyurl.com/yclxn53
Hierbei helfen Standards, die robustere Geschäftsmodelle ermöglichen, eben so wie Apple dies beispielsweise tut. Das kann man für schlecht oder gut halten, zumindest aber könnte es für viele Medienunternehmen ein Weg sein, wirtschaftlich zu überleben oder überhaupt erst ins Geschäft zu kommen. Denn genau hier liegt ja das Erfolgrezept von Apple - in der Standardisierung. In einem reinen Apple-Kosmos hat man keine Probleme mit inkompatiblen Systemen, Protokollen, Treibern, Steckern usw. Alles Dinge, die den User und Konsumenten unendlich nerven. Sollte es Apple daher beispielsweis über das iPad gelingen, einen neuen kommerziellen Standard für über das Internet angebotenen Content zu setzen, und so einer "Alles-frei-und-alles-kostenlos"-Mentalität entgegen zu wirken, wäre das für viele Unternehmen möglicherweise sogar die Rettung.
Viele sehen das Internet als jüngste industrielle Revolution epochalen Ausmaßes. Das ist sicher nicht ganz verkehrt, allerdings sollte man in diesem Zusammenhang mit dem Begriff "industriell" weniger leichtfertig umgehen. Denn genau dies ist das Internet eigentlich nicht. Das Internet hat in erster Linie die Kommunikation revolutioniert, insbesondere den Austauch und die Erlangung von Information. Einen wirtschaftlichen Zweck verfolgt das Internet per se eher nicht. Zumindest nicht so lange die Unternehmen das Internet als Plattform für den Austausch, die Bereitstellung sowie die Bewerbung von Waren und Dienstleistungen nutzen. Dies ist auch völlig legitim, allerdings ist der E-Commerce-Sektor nur ein Teilaspekt des Internet und letztlich auch der einzige Teil, in dem sich tatsächlich Geld verdienen bzw. umsetzen lässt.
Der weitaus größere Teil fällt dem Austausch von Kommunikation, Information und Daten zu - und zwar fast ausschließlich kostenfrei. Dies gilt als eine der Grundphilosphien des Internet, dicht verwoben mit dem Aspekt der Freiheit und freien Zugänglichkeit von Information. Viele haben damit jedoch ein Problem. Zum einen natürlich die Regierungen totalitärer oder autoritärer Staaten, zum anderen aber auch jene, die so genannten "Content" für das Internet bereitstellen und dafür entsprechend aufwändige und kostenintensive Portale bereithalten. Dies können beispielsweise Zeitungs- und Zeitschriftenverlage sein, die durch ihre Präsenz im Internet neue Leser- und Konsumentenschichten ansprechen und gewinnen wollen. Dabei sind sie natürlich auf Werbung angewiesen, die sie auf diesen Portalen schalten, um den Aufwand halbwegs zu refinanzieren. Und genau diese Werbung, üblicherweise Bannerwerbung, scheint die User aber zu stören und wird nur äußerst widerwillig akzeptiert, wie in einem Artikel des SPIEGEL vom 22. März (Warum Online-Werbung wichtig füs Web ist) unterstützt durch eindrucksvolle Zahlen nachzulesen ist. Der Anspruch, im Internet müsse alles frei und kostenlos sein, ist naiv und auf Dauer nicht haltbar. Einige Unternehmen haben sich hier bereits saftig verkalkuliert, indem populäre Community-Portale, wie "Lokalisten" oder "StudiVZ" für teures Geld gekauft wurden und sich nun kaum refinanzieren lassen. Letztlich werden die hierfür aufgewendeten Millionen von Holtzbrinck, ProSieben-Sat1 und anderen wohl abgeschrieben werden müssen.
Man sucht also nach Wegen, um mit den Möglichkeiten, die das Internet bietet, Geld zu verdienen. Hierb
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